Doktorarbeit schreiben? Ja oder Nein?

Schreiben oder nicht schreiben, diese Frage stellen sich viele angehende Ärzte und Ärztinnen. Denn eine Promotion ist nicht notwendig, um praktisch tätig zu werden. Hier drei mögliche Szenarien des Vorgehens.

junge Forscher

Ärzte, die eine Unikarriere planen, schreiben am besten eine experimentelle Dissertation. | BillionPhotos.com/Fotolia

1. Doktorarbeit im Studium beginnen:

Einige Mediziner sind bereits während des Studiums auf ein spannendes Thema gestoßen und haben mit dem Schreiben der Promotion begonnen. Hier stellt sich dann oft die Frage, ob die Dissertation vor dem Antritt der ersten Stelle eingereicht werden sollte oder nicht. Wer es sich zutraut, am Wochenende, vor dem Spätdienst oder während mehrerer Urlaube die Arbeit fertig zu schreiben, der kann die Dissertation sicherlich auch mit in den Berufsalltag nehmen. Auch ist es möglich, sich nach dem Examen einige Monate frei zu nehmen, um sich komplett auf das Schreiben zu konzentrieren und dann mit vollem Elan in den Berufsalltag zu starten. 

2. Doktorarbeit als Assistenzarzt schreiben:

Wer im Studium noch nicht mit dem Schreiben der Arbeit begonnen hat, kann sich nach Stellen umsehen, in deren Rahmen ein Promotionsvorhaben möglich ist. In Stellenbörsen für Ärzte wie Ärztestellen gibt es inzwischen viele Stellenausschreibungen mit der Möglichkeit zur Promotion. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, thematisiert man am besten schon im Bewerbungsschreiben das eigene Forschungsinteresse und spricht im Bewerbungsgespräch darüber, wie man es konkret umsetzen möchte. Ebenso wie im Studium darf es auch während einer beruflichen Tätigkeit nicht an der eigenen Motivation und dem Interesse für das Thema bei dem Schreiben der Dissertation fehlen.  

Prof. Bauer

Die meisten Medizinstudierenden wollen promovieren, doch wie geht das? Wie findet man das passende Thema, den richtigen Betreuer und wann beginnt man am besten mit der Planung? Prof. Axel W. Bauer - Experte für medizinische Promotionen - im Interview.

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3. Gar keine Doktorarbeit schreiben: 

Mediziner, die promovieren möchten, machen dies meist aus zwei unterschiedlichen Gründen, sagt etwa Dr. Ursula Kessen von der medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf: Entweder sie hegen ein leidenschaftliches Interesse für die Wissenschaft oder sie sind der Meinung, den Titel zu benötigen, um von den Patienten als Arzt ernst genommen zu werden. Für alle, die in die Forschung gehen möchten, empfiehlt sich der Doktortitel natürlich immer noch. Alle anderen können sich selbst die Frage stellen, ob der Aufwand einer Doktorarbeit für ihre persönlichen Zukunftspläne wirklich wichtig ist. Schließlich haben die Anforderungen an Ärzte, was das technologische Know-how und die Menge an Arbeit pro Arzt betrifft, in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Und an Zeit mangelt es sowieso.

Ganz gleich, wie man sich letztlich entscheidet: Wer das Examen und womöglich einen Facharzttitel erworben hat, wird als Arzt in Zeiten des Fachkräftemangels immer gut zu tun haben. Mit Doktortitel oder ohne. 

Was muss man bei dem Verfassen einer Doktorarbeit beachten? Welche Hilfsmittel gibt es? Wie haushaltet man am besten mit seiner Zeit und seiner Energie? Ist eine Promotion in Zeiten des Ärztemangels überhaupt noch notwendig? Hier gibt es alle Artikel zur Promotion.