Wegweiser: Das Praktische Jahr (PJ)

Das Praktische Jahr steht am Ende des Medizinstudiums und hat zum Ziel, den Ärztenachwuchs auf die Arbeit im Klinikum vorzubereiten. Hierbei stehen ärztliches Denken und Handeln bei Anamnese, Diagnose und Therapie im Vordergrund.

Das Praktische Jahr

Das Praktische Jahr: ein Leitfaden | Foto: Robert Kneschke

Die PJler sollen den Verantwortungsbereich eines Arztes nicht nur theoretisch sondern auch praktisch kennen lernen. Das PJ dient somit der intensiven Berufsvorbereitung, wodurch Medizinstudierende in das später erforderliche, selbständige Arbeiten eingeführt werden.

Die Rahmenbedingungen des PJ werden durch die Approbationsordnung geregelt. Es beginnt entweder im Mai oder im November, und besteht aus drei Tertialen von je 16 Wochen in den Fachgebieten der Inneren Medizin (Pflichtfach), der Chirurgie (Pflichtfach) und einem Wahlfach (Allgemeinmedizin, Öffentliches Gesundheitswesen, Rechtsmedizin oder eines der übrigen klinisch-praktischen Fachgebiete). Die Tertiale sind zusammenhängend abzuleisten und Abweichungen hiervon benötigen einer Genehmigung. Eine Absolvierung in Teilzeit (50 oder 75 Prozent) ist möglich, bedingt jedoch die Verlängerung der Ausbildungszeit und sollte vorher abgesprochen werden. Für Genehmigungen ist das Landesprüfungsamt zuständig.

Standort des PJ frei wählbar

Wo das PJ absolviert wird, ist weitestgehend frei wählbar. Möglich sind z.B. Universitätskliniken, akademische Lehrkrankenhäuser und akademische Lehrpraxen bzw. weitere geeignete Einrichtungen für das Wahlfach Allgemeinmedizin. Studierende sind nicht verpflichtet, während des PJ an ihrer Heimatuniversität und deren Lehrkrankenhäusern zu bleiben. Voraussetzung ist jedoch, dass an dem „Wunsch-Universitätsklinikum“ bzw. „Wunsch-Lehrkrankenhaus“ genügend Plätze zur Verfügung stehen. Das PJ kann zudem entweder ganz oder in Teilen im Ausland absolviert werden.

In einem PJ-Logbuch, welches von der ausbildenden Universität herausgegeben wird, werden die Ausbildungsziele des jeweiligen Tertials festgehalten und der Ablauf dokumentiert. Die Krankenhäuser verpflichten sich, das Logbuch der Universität einzuhalten. Einen einheitlichen und verbindlichen Aufgabenkatalog, in dem geregelt wird, welche Aufgaben ein PJler übernehmen soll und darf, gibt es nicht. Die Approbationsordnung gibt grundsätzlich vor, dass „die Studierenden die während des vorhergehenden Studiums erworbenen ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vertiefen und erweitern. Sie sollen lernen, sie auf den einzelnen Krankheitsfall anzuwenden. Zu diesem Zweck sollen sie entsprechend ihrem Ausbildungsstand unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des ausbildenden Arztes ihnen zugewiesene ärztliche Verrichtungen durchführen.“ Weiter heißt es: „Die Studierenden dürfen nicht zu Tätigkeiten herangezogen werden, die ihre Ausbildung nicht fördern.“ [§ 3 Abs. 4 ÄApprO].

Keine einheitliche Vergütung

Auch bezüglich der Vergütung im PJ gibt es keine Einheitlichkeit. In der Approbationsordnung ist lediglich die Höchstgrenze festgelegt. Hiernach darf die Gewährung von Geld- oder Sachleistungen nicht den Bedarf für Auszubildende nach Bundesausbildungsförderungsgesetz übersteigen. Bei einer Ausbildung im Ausland wird die Höchstgrenze entsprechend den Vorgaben nach oben gesetzt.

Diese Informationen stellen nur einen Überblick über das Praktische Jahr dar. Vollständige Informationen werden durch die entsprechenden Universitäten herausgegeben.

Welche Möglichkeiten bietet das PJ? Wird ein Auslandsaufenthalt anerkannt? Wie ist die rechtliche Situation, welche Tätigkeiten dürfen ausgeübt werden, welche nicht? Gibt es einen Anspruch auf Vergütung und Urlaub? Erfahren Sie es hier.