Das war Operation Karriere 2016 in Berlin

Sich trotz einer gesundheitspolitischen Dauerkrise und einem zunehmenden „Fließbandprinzip“ in der Medizin aktiv um die eigene ärztliche Aus- und Weiterbildung zu kümmern, riet der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, zur Eröffnung des mittlerweile 10. Kongresses „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzteverlages den Teilnehmern. „Es lohnt sich trotzdem“, rief Jonitz den Studierenden und jungen Ärztinnen und Ärzten zu, die am 9. Juli zum Virchow-Campus der Charité nach Berlin gekommen waren.

Auf dem Kongress informierten sie sich während zahlreicher Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen über Karriereplanung, Weiterbildungs- und auch Niederlassungsmöglichkeiten und diskutierten diese eifrig.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann (Redakteurin Deutsches Ärzteblatt)

Sie finden hier die Nachberichterstattung in Wort und Bild rund um den Operation Karriere Kongress in Berlin, der am 9. Juli 2016 im Lehrgebäude der Charité, Campus Virchow-Klinikum stattfand.


10 Jahre Operation Karriere Berlin: Impressionen vom Kongress

Was vor zehn Jahren begann, feierte in diesem Sommer sein erstes großes Jubiläum: Der 10. Operation Karriere Kongress Berlin fand am 9. Juli 2016 statt. Auf dem Programm: Insgesamt acht Workshops, rund 20 Vorträge und eine Karrieremesse auf zwei Etagen am Campus Virchow-Klinikum der Charité.

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Ernst Fesseler

...und weiter entfernten, benachbarten Bundesländern wie Niedersachsen...

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Facharzt: Wer die Wahl hat ... sollte wissen, was er will

Zum Auftakt charakterisierte Dr. Marcel Eberl die Arbeit in der Inneren Medizin. „Wir sind der Nachwuchs mit Spürsinn“, beschrieb Eberl, selbst Arzt in Weiterbildung am Alexianer St. Hedwig Klinikum in Berlin, die Hauptaufgabe der Internisten.

Häufig seien die Internisten die „medizinisch letzte Instanz“: „Wir sehen uns als Königsdisziplin in der Medizin“, betonte Eberl nicht ohne ein Augenzwinkern. Und er führte gleich auch Argumente an, die gegen die Wahl der Inneren Medizin als Facharzt-Disziplin spreche: „Es sind harte Jahre, in denen an vielen Wochenenden Dienst ansteht. Und wir sind in einem ständigen Ringen um Anerkennung und Ausbildung im Rahmen der Regelarbeitszeit.“ 

Eberl mahnte zudem zur Weitsicht bei der Weiterbildungsplanung: „Sie brauchen einen Weiterbildungsbefugten. Und diese Befugnis wird meistens zeitlich befristet: Informieren Sie sich!“, riet Eberl. Eine sichere Informationsquelle für Mediziner in der Bundeshauptstadt sei dabei die Website der Berliner Ärztekammer (aerztekammer-berlin.de). Diese führe eine Liste mit Weiterbildungsbefugten. „Die Kammer berät auch im  Einzelfall. Nutzen Sie das.“

Das schneidende Fach

„Es braucht Entschlussfreude, handwerkliches Geschick und Kreativität, wenn Sie sich für die Chirurgie entscheiden“, gab Dr. Christina Huwer, Chirurgin am Unfallkrankenhaus Berlin, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie Warener Straße, den jungen Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg. Man sollte sich also fragen, wo die eigenen Stärken liegen. Wer sich generell für die operative Medizin entscheide, stehe vor der Wahl des Fachschwerpunkts. Zur Wahl stehen die Allgemeine Chirurgie, die Unfallchirurgie und Orthopädie, die Gefäß-, Herz- und die Thorax-Chirurgie, die Viszeralchirurgie, die Plastische ChiDr. Christina Huwerrurgie und die Kinderchirurgie.

In der Chirurgie sei die persönliche Verantwortung des Arztes für den Patienten stark ausgeprägt. Und das Fach erfordere „Wissen und innovatives Denken im High-Tech-Umfeld“, wie Huwer unterstrich. Neben der „klassischen“ Frage, wo man selbst in zehn Jahren arbeiten möchte, sei mit Blick auf die Chirurgie auch empfehlenswert, den Stellenwert des eigenen Berufslebens bezogen auf die eigenen Sozialinteressen abzuklopfen: „Die Chirurgie ist kein Fach mit ausgeprägter Work-Life-Balance“, räumte die junge Chirurgin unumwunden ein. Und: Es sei auch kein Fach für flache Hierarchien: „Hier herrscht viel Autorität. Und das muss auch so sein, weil oft rasch klare Entscheidungen getroffen werden müssen.“ Spannend aber sei die Berufswelt der Chirurgen in  jedem Fall: Nicht zuletzt sei hier der Teamgedanke extrem ausgeprägt und auch notwendig.

Dass die Chirurgie dringend Nachwuchs benötigt, erkläre sich schon aus der Tatsache, dass derzeit 12,5 Prozent der tätigen Chirurgen 60 Jahre und älter seien. Es brauche also fünf bis acht Prozent der Hochschulabsolventen für die Chirurgie.

Ein Fach mit Work-Life-Balance

Die Arbeit als niedergelassener Allgemeinmediziner beschrieb Dr. Branko Trebar, Leiter der Abteilung Versorgungsstruktur bei der KBV. Trebar, selbst Mediziner, nahm den jungDr. Branko Trebaren Zuhörern zuvorderst die Sorge um die finanziellen Risiken einer Niederlassung. Es sei ein durchaus erstrebenswertes Arbeiten, wenn man Patienten ein langes Stück des Weges begleiten könne, tagtäglich die Ergebnisse der eigenen Arbeit miterlebe und den Umfang des eigenen Tuns selbst steuern und  der aktuellen Lebenssituation anpassen könne.

Trebar betonte, dass die Niederlassung ein gutes Einkommen und finanzielle Sicherheit biete – dabei würden die Mediziner aktiv durch das KV-System unterstützt. Sorgen um Regresse müsse man sich nicht machen. Trebar: „Es gibt nur noch zwei KVen, in denen Regresse überhaupt möglich sind. Faktisch gibt es diese nicht mehr.“ Die Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sehe seit dem 1. Juli dieses Jahres 4800 Euro/Monat vor. „Mehr dazu finden Sie auf der Interseite www.lass-dich-nieder.de.“ Dort sei demnächst auch eine Praxisbörse zu finden.

Spezialgebiet Neurologische Rehabilitation

Aus einem Fachkrankenhaus für neurologische Rehabilitation berichtete Peter Peter KoßmehlKoßehl, Neurologe in den Berliner Kliniken Beelitz. Dieser Medizinbereich decke eine enorme Bandbreite an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen ab, wie Koßmehl unterstrich. Seine Klinik sei Teil des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg sowie Fachkrankenhaus für Bewegungsstörungen/Parkinson. Zum Einsatz kommen modernste Bildgebungsverfahren wie PET- und SPECT-Untersuchungen, man betreibe ein Neurophysiologisches Labor sowie eine Tremoranalyse. Neurovegetatives Screening sei ebenso möglich wie die komplette internistische, orthopädische und neuropsychologische Diagnostik.

In seinem Haus seien Weiterbildungen in der Neurologie, der Psychiatrie und der Inneren Medizin möglich. Und: Durch die Zusammenarbeit mit den Universitäten in Berlin, Magdeburg und Dresden gebe es eine Vielzahl an Forschungs- und Studienprojekten, die regelmäßig durchgeführt würden.

Quelle: Operation Karriere Kongress 2016 Berlin, Facharztpodium.

Wahl der Weiterbildung: "Hören Sie auf Ihren Bauch!"

Das System der Weiterbildung ist flexibler und damit auch attraktiver geworden für die jungen Mediziner. Waren  vorher nur große Blöcke möglich, werden nun auch dreimonatige WB-Zeiten offiziell anerkannt: „Glücklicherweise ist es uns gelungen, das auf dem jüngsten Ärztetag durchzusetzen. Davon profitieren Sie alle“, sagte Dr. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und Gast auf dem von Dr. Eva Richter-Kuhlmann moderierten Weiterbildungs-Podium des Berliner Kongresses.

Flexiblilität entscheidendes Kriterium

Gerade diese Flexibilität sei heute entscheidend, um dem Mediziner-Nachwuchs faire Chancen auf eine entsprechend kompetente Ausbildung zu geben und gleichzeitig Beruf und Familie miteinander verknüpfen zu können. Sie selbst habe damals die einmalige Chance gehabt, trotz  zweier Kinder nie den Kontakt zum Fach zu verlieren: „Ich konnte immer wieder zeitlich begrenzte Vertretungen machen.“ Heute hätten die Kliniken schon Angst im Umgang mit Schwangeren. Groß: „Ich kann nur empfehlen, individuell mit den Arbeitsmedizinern abzustimmen, was im Einzelfall möglich ist. Davon profitieren beide – die Klinik und die Kollegin.“

Das griff PD Christoph Reißfelder, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, gleich auf: „Wir in Dresden haben besonders gute Bedingungen: Wir bieten in unserer Klinik eine 24-Stunden-Notfall-Kinderbetreuung an.“ In den neuen Bundesländern gebe es keine Kinderbetreuungsprobleme. Also: „Suchen Sie nicht nur das richtige Fachgebiet, suchen sich auch das richtige Bundesland aus“, fügte Reißfelder augenzwinkernd hinzu.

Forschung - "oftmals in der Freizeit"

Wer vor der Frage stehe, ob er lieber an eine große, etwa eine Universitätsklinik, oder lieber an ein kleines Haus gehen möchte, sollte sich fragen, ob er gerne in der Forschung tätig sein wolle. „Sie sollten aber auch wissen, dass oftmals in der Freizeit geforscht wird“, fügte Reißfelder an. Neige jemand schon früh zur ambulanten Medizin, sei er sicher an kleinen Krankenhäusern besser aufgeboben: „Hier lernen Sie die Blinddarm-OP eher als an großen Häusern, an denen solche Eingriffe aus Kostengründen eine Katastrophe sind.“ Zu beachten sei zudem, dass große Kliniken inzwischen häufig auch Kooperationen mit kleinen Häusern haben.

Eileen Siewert

Wir fragten Ass. jur. Eileen Siewert vom Dezernat Ärztliche Weiterbildung der Bundesärztekammer, nach Tipps für junge Medizin-Absolventen, die sich noch nicht sicher sind, welche Facharztausbildung für sie die richtige ist.

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„Hören Sie auf Ihren Bauch“, riet Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Prodekanin für Studium und Lehre an der Charité, den jungen Medizinern. Sie verwies darauf, dass verstärkt im Studium der Bereich des „clinical teaching“ angeboten werde – was für viele sicher ein interessanter Weg sein könnte. So gebe es alleine in Berlin 500 allgemeinmedizinische Lehrpraxen, die mit der Charité zusammenhingen. 

Weiterbildungszeit - keine Anrechnung bei abgelaufener Befugnis

Zur Vorsicht bei der Wahl der Weiterbildungsstellen riet Eileen Siewert, Juristin und Referentin am Dezernat für Ärztliche Weiterbildung der Bundesärztekammer in Berlin. „Die einzelnen Kammern bieten solche Weiterbildungsstellen im Netz an. Weiterbildungen sind nur an zugelassenen Stellen – Kliniken und Praxen – möglich.“ Siewert verwies darauf, dass es auch Weiterbildungs-Teilbefugnisse gibt, die zeitlich begrenzt seien. „Darauf sollte man achten. Denn wenn Sie Ihre Weiterbildungszeit absolvieren, und die Befugnis des Ausbilders ist abgelaufen, wird Ihnen diese Zeit nicht angerechnet.“

Weiterbildungsstellen - Kammern helfen bei der Suche

Einen praktischen Tipp hatte zum Abschluss noch Dr. Branko Trebar, Leiter der Abteilung Versorgungstruktur  bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin, für den Nachwuchs parat. Wer etwa auf der Suche nach einer passenden Weiterbildungsstelle sei, kann sich an die jeweiligen Kammern wenden, die auf Weiterbildungs-Verbunde verweisen können. Mit solchen Angeboten habe man in der Allgemeinmedizin begonnen; nun werde dies zur Organisation einer Weiterbildungszeit sinnvolle Angebot auch für andere Fächer angeboten. Trebar: „Koordinierungsstellen in jeder Kammer organisieren das für Sie.“

Quelle: Operation Karriere Kongress 2016 Berlin, Podiumsdiskussion - Welche Weiterbildung passt zu mir? Moderatorin Dr. E. Richter-Kuhlmann; Podiumsteilnehmer: Eileen Siewert, Juristin und Referentin am Dezernat für Ärztliche Weiterbildung, Prof. Adelheid Kuhlmey, Prodekanin für Studium und Lehre an der Charité, Dr. Branko Trebar, Leiter der Abteilung Versorgungstruktur bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Berlin, PD Christoph Reißfelder, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, Dr. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes.

Dr. Christiane Groß: So werden junge Ärztinnen unterstützt

BÄK- Weiterbildungsexpertin: Tipps für Medizin-Absolventen

Leitender Oberarzt UKD: Junge Ärzte - Tipps für den Berufseinstieg

Perspektiven im Arztberuf: Werben und warnen

Die Begrüßung der jungen Kolleginnen und Kollegen durch Moderatorin Dr. Eva Richter Kuhlmann machte gleich mal Mut: Rund 6.000 unbesetzte Stellen in Kliniken, dringend gesuchte Hausärzte und ein großer erwarteter Bedarf an Frauen-, Augen- und Hautärzten in den kommenden Jahren seien eine verlockende Perspektive: „Sie sind gefragt – Sie haben die Wahl“, betonte die Redakteurin des Deutschen Ärzteblatts. Richter-Kuhlmann, selbst Ärztin, sprach die aktuellen Neuerungen – statt in Tertiale soll das praktische Jahr nun in Quartale geteilt werden und zwingend ein ambulantes Quartal enthalten –  an und lobte die Anwesenden dafür, dass sie ihre Karrieren selbst in die Hand nähmen: „Sie bekommen dafür auch den Respekt von etablierten Ärzten.“

"Glückwunsch, sie haben es bald geschafft"

Einer dieser etablierten Ärzte ist Dr. Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer. Er sprach über die „Berufsperspektiven für junge Ärzte im Wandel der vergangenen zehn Jahre“. Mit den Worten „Glückwunsch, sie haben es bald geschafft“ startete Jonitz seinen Vortrag. Der Kammerpräsident zeichnete ein realistisches Bild der aktuellen Berufsperspektiven für die jungen Ärzte. Dieses setzt sich zusammen einerseits aus einer großen Nachfrage (Jonitz: „Sie werden gebraucht!") und andererseits aus einer „gesundheitspolitischen Dauerkrise“, wie Jonitz offen betonte. Diese Krise sei geprägt durch die Logik des „Fließbandprinzips“, „fehlende Zusammenarbeit und Kommunikation der Akteure“, „fehlende werteorientierte Führung“ sowie durch eine Systemsteuerung über „Input“ statt über „Outcome“.

Mutmacher für den Nachwuchs

Gleichzeitig machte Jonitz den jungen Kolleginnen und Kollegen Mut: Das Arzt-Sein lohne sich aus vielen Gründen. Und der erfahrene Mediziner gab dem Fach-Nachwuchs einen Tipp mit auf den Weg: „Planen Sie Ihre Karriere, und freuen Sie sich auf alles, was Sie nicht geplant haben. Nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen auch überraschend bieten und bleiben Sie neugierig!" Beispielhaft und augenzwinkernd führte Jonitz an, welche unvorhersehbaren Weggabelungen auch seinen Werdegang prägten.

Jonitz machte den jungen Mediziner bewusst, dass sie als Arzt und Ärztin „die wichtigste Person im Leben eines Kranken und im Gesundheitssystem generell“ sind. Daher sollte sich jeder Arzt in jeder Situation fragen: „Was hat mein Patient davon?“ und stets nach der Maxime vorgehen „Primum nil nocere“ – also „erst einmal keinen Schaden anrichten“.

Erfahrung ist das A und O

Zum Abschluss gab Jonitz den jungen Zuhörern zwei Tipps. Zum einen sollten sie darauf achten, ausreichend und nach Möglichkeit vielfältige Erfahrungen zu sammeln. Denn diese subjektive Expertise machen die „Evidenzklasse 5“ aus: „Skills, Knowledge und Attitude“ seien das, was ärztliches Handeln auszeichnet. Sein Tipp Nummer zwei lautete: „Dokumentieren Sie Ihre Überstunden.“ Jonitz: „Den Arzt gibt es nicht umsonst! Und eine Fürsorge für sich selbst gehört auch zum Arztsein dazu.“

Außerdem empfahl der Kammerpräsident den jungen Medizinern, sich in der Fortbildung, bei den Fachgesellschaften, Berufsverbände und Kammern zu engagieren. Jonitz: „Fragen Sie, diskutieren Sie, seien Sie aktiv!“

Quelle: Dr. med. Günter Jonitz: "Berufsperspektiven für junge Ärzte im Wandel der letzten 10 Jahre", Impulsvortrag, Operation Karriere Kongress Berlin, 09.07.2016.

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Worauf müssen Sie jetzt als Erstsemester achten? Worum müssen Sie sich direkt bei Semesterbeginn kümmern? Welche Hürden gibt es zu umschiffen? Wo findet man zum Studienbeginn die richtigen Ansprechpartner?

Operation Karriere Berlin 2016: Grußworte von Dr. Günther Jonitz

Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,

herzlich willkommen zum Kongress „Operation Karriere“ des Deutschen Ärzteverlages.

Ich freue mich sehr, dass Sie den Weg nach Berlin auf den Campus des Virchow-Klinikums gefunden haben, um sich mit den Chancen und Möglichkeiten, aber auch mit den besonderen Herausforderungen des ärztlichen Berufs- und Lebenswegs auseinanderzusetzen.

Vor Ihnen liegt ein anspruchsvoller und prägender Abschnitt Ihrer Berufstätigkeit. Die Ausbildung haben Sie erfolgreich überstanden, die Weiterbildung ist die Grundvoraussetzung für eine langfristige selbstbestimmte und freie Tätigkeit in unserem Beruf. Die Auswahl an Berufstätigkeiten ist größer geworden. Insbesondere Krankenhäuser ringen um ärztlichen Nachwuchs. Das ist ihre Chance! Sie können sich meines Erachtens Ihren künftigen Arbeitgeber und damit ihren Weiterbildungsplatz aussuchen. Zahlreiche Krankenhausträger sind deshalb mit ihren Ständen auf dem Kongress vertreten. Machen Sie sich ein eigenes Bild.

Auch diejenigen, die ihren beruflichen Lebensweg außerhalb der klinischen Tätigkeit ausüben wollen, finden hochkarätige Ansprechpartner, um Chancen und Möglichkeiten dieser alternativen Berufswege auszuloten.

Persönlich möchte ich Ihnen Mut machen zur klinischen Tätigkeit. In keinem anderen Beruf sind Sie Menschen näher als in unserem. Sie überschreiten Grenzen, vor denen andere Berufsgruppen andächtig verharren, Sie treffen Entscheidungen und übernehmen Verantwortung zum Wohl und Weh kranker und in der Regel schutzbedürftiger Menschen. Dieser Beruf ist außerordentlich sinnerfüllend und damit auch für uns heilsam.

Einen Königsweg zum Facharzt bzw. Fachärztin gibt es nicht. Je genauer Sie Ihr Leben planen umso unerbittlicher trifft Sie der Irrtum. Folgen Sie Ihrer inneren Stimme und Ihrem Bauchgefühl. Unter Berücksichtigung Ihrer grundsätzlichen strategischen Pläne, begegnet Ihnen gelegentlich der Zufall. Zufälle können sehr positiv sein.

Dieser Kongress und alle, die daran aktiv teilnehmen, sollen Ihnen eine Orientierung und Hilfe geben, sich von Beginn an in Ihrem eigenen Sinne richtig zu entscheiden. Bitte nutzen Sie die Gelegenheit des Gesprächs. Die Referentinnen und Referenten stehen Ihnen in überwiegendem Maße auch gerne bilateral zur Verfügung.

Wenn Ihnen der Kongress gefallen hat, so sagen Sie es bitte weiter, denn auch künftig wollen wir diesen Kongress mit großem Erfolg für alle Teilnehmer durchführen. Wenn es Ihnen nicht gefallen hat, sagen Sie es bitte uns, denn auch wir wollen – ganz in ärztlicher Tugend – jeden Tag besser werden.  

Mit herzlichen kollegialen Grüßen

Ihr

Günther Jonitz