Wie unterschiedlich Musik auf Herz und Kreislauf wirkt

Ergebnisse

Es wurden 139 Probanden gescreent, von denen 19 wegen kardialer Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme oder zu hoher Blutdruckwerte ausgeschlossen werden mussten. Insgesamt wurden 60 Probanden der Intervention mit Musik zugeführt, 60 fungierten als Kontrollgruppe. Die Studie begann am 1. Mai 2012 und endete am 25. März 2013. Sie wurde bei allen Probanden ohne Probleme durchgeführt und musste in keinem Fall unterbrochen oder vorzeitig beendet werden. Bezüglich Alter, Größe, Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) gab es zwischen Interventions- und Kontrollgruppe keine wesentlichen Unterschiede.

Musik von Mozart und Strauss führte zu Senkungen des systolischen Blutdrucks. Unter Mozart sank der systolische Blutdruck im Mittel um 4,7 ± 8,6 mm Hg, bei Strauss um 3,7 ± 9,2 mm Hg (p < 0,001 beziehungsweise p = 0,003). Bei ABBA waren bezüglich des systolischen Blutdrucks keine wesentlichen Senkungen zu beobachten; der Blutdruck fiel lediglich um 1,7 ± 8,8 mm Hg ab. Unter Ruhebedingungen (Kontrollgruppe) fiel der Blutdruck ebenfalls ab, im Mittel um 2,1 ± 7,5 mm Hg (p = 0,038), aber wesentlich geringer als bei Mozart oder Strauss.

Im Vergleich der verschiedenen Musikstile untereinander wird deutlich, dass sich die Effekte von Mozart und Strauss ähneln, wohingegen die Musik von ABBA eine deutlich schwächere Blutdrucksenkung verursachte.

Wesentliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen beziehungsweise zwischen jüngeren und älteren Probanden wurden nicht beobachtet, weder für systolische noch für diastolische Blutdruckwerte, Herzfrequenz oder Cortisolspiegel. Die Werte für den systolischen Blutdruck fielen in der Ruhegruppe um 2,1 ± 7,5 mm Hg ab (p = 0,038).

Der diastolische Ausgangsblutdruckwert, bezogen auf alle Probanden, betrug im Mittel 77,5 ± 8,9 mm Hg. Die Musik von Strauss und die Sinfonie von Mozart senkten den diastolischen Blutdruck um 2,1 ± 6,5 mm Hg beziehungsweise 2,9 ± 7,8 mm Hg (p = 0,004). Unter einer Musikbeschallung mit der Musik von ABBA wurden keine wesentlichen Effekte gesehen. Es kam lediglich zu einem Abfall des diastolischen Blutdrucks um 0,1 ± 7,3 mm Hg (p = 0,888). Die Werte für den diastolischen Blutdruck fielen unter Ruhe um 2,6 ± 7,7 mm Hg ab (p = 0,013).

Musik senkt die Herzfrequenz

In der vorliegenden Studie war ein positiver Einfluss der Musik auf die Herzfrequenz nachzuweisen. Die Probanden wiesen vor der Musikbeschallung (Ausgangswert) im Mittel eine Herzfrequenz von 70,9 ± 12,3 Schlägen pro Minute auf. Unter allen drei Musikszenarien sank die Herzfrequenz im Vergleich zum Ausgangswert deutlich ab (Ausgangswert versus Mozart p < 0,001, Ausgangswert versus Strauss < 0,001, Ausgangswert versus ABBA p = 0,003). Am stärksten war der Effekt einer Herzfrequenzsenkung bei der Musik von Mozart zu sehen: Hier fiel die Herzfrequenz im Mittel um 5,6 ± 9,8 Schläge/Minute. Die Beschallung mit Strauss’ Tänzen bewirkte eine Senkung der Frequenz um durchschnittlich 4,7 ± 9,3 Schläge pro Minute, während auch die Lieder von ABBA, aber deutlich weniger ausgeprägt, zu einer Herzfrequenzsenkung um 3,0 ± 7,4 Schläge/Minute führten (lle). Die Herzfrequenzwerte fielen unter Ruhe um 5,4 ± 8,1 Schläge pro Minute (p < 0,001).

Im Vergleich von Mozart zu ABBA sank die Herzfrequenz bei Mozart stärker (−2,62 ± 10,87 Schläge/min [−5,42; 0,19], p = 0,18), bei Strauss ebenfalls mehr als bei ABBA (−1,67 ± 11,18 Schläge/ min [−4,55; 1,22], p = 0,61). Bei Musik von Mozart verglichen mit Strauss waren die Herzfrequenzen fast gleich.

Als Ausgangswert für die Berechnungen unter Musikeinfluss galt der am ersten Tag vor der Beschallung bestimmte Serumwert, der beim Studienkollektiv in Mittel und Median bei 15,3 ± 5,8 μg/dL beziehungsweise 15,0 ± 6,0 μg/dL lag. Der Ausgangswert für die Kontrollgruppe wurde zur exakt gleichen Uhrzeit abgenommen. Hier lag der Mittelwert bei 14,68 ± 5,35 μg/dL, der Median bei 14,1 μg/dL. Die Cortisolausgangswerte der Probanden beider Gruppen unterschieden sich nicht voneinander (p = 0,243).

Es zeigte sich, dass bei allen Musikstilen ein deutlicher Abfall des Cortisolwertes erreicht wurde (p < 0,001). Die größte Differenz wurde durch die Beschallung mit Strauss (Senkung im Mittel um 4,76 ± 4,52 μg/dL) und Mozart (Senkung im Mittel um 4,56 ± 4,51 μg/dL) erzielt, die geringste bei Musik der Gruppe ABBA (3,99 ± 5,02 μg/dL). Die beobachteten Werte unterschieden sich nicht wesentlich.

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