Vom Arztdasein in Amerika: Die Drittimpfung doch erhalten

Dr. Peter Niemann lebt und arbeitet schon lange in den USA. Dort gibt es inzwischen Drittimpfungen gegen SARS-CoV2 - allerdings nicht für alle. Wie die Ärztinnen und Ärzte damit umgehen, schildert Niemann im Beitrag.

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In den USA ist am 17. September die Dritt- bzw. Auffrischimpfung gegen SARS-CoV2 zwar für Senioren ab 65 Jahren und solchen Menschen, mit einem geschwächten Immunsystem oder einer Organtransplantation, empfohlen worden, eine solche Impfung aber für Bürger zwischen 16 und 64 Jahren ohne besonders das Immunsystem einschränkende Vorerkrankungen abgelehnt worden.

In meinem Ärztekreis hat diese Empfehlung weitestgehend Beifall gefunden, denn die meisten Kollegen sind der Ansicht, dass nur besonders gefährdete Menschen von einer Drittimpfung profitieren könnten. Dass sich die Datenlage durchaus ändern kann, liegt in der Natur der Wissenschaft im allgemeinen und den Entwicklungen während der COVID-19-Pandemie im speziellen. Außerdem gab es während der Präsentation und der Diskussion bei der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA durchaus auch impfkritische Töne. Nichtsdestotrotz weiß ich, daß der aktuelle Impfempfehlungsstand sich jederzeit und schnell ändern kann.

Einige meiner Kollegen haben aber weiterhin eine größere Angst vor COVID-19 und waren nicht nur enttäuscht, sondern regelrecht erbost über diese Entscheidung. Sie wollten unbedingt eine Drittimpfung erhalten, fühlten sich nicht sicher genug mit Isolierungsanzug, Maske, Hygienemaßnahmen und ihrer Erst- und Zweitimpfung gegen Covid-19. Einer dieser Kollegen hatte daher eine kreative Idee: Er ist zu einem der örtlichen Impfanbieter gegangen und gab an, noch nie eine Impfung gegen SARS-CoV2 erhalten zu haben. So erhielt er den ersehnten Auffrischungspieks, wird aber natürlich nicht zum Zweittermin erscheinen. Da es in den USA ausreichend Impfstoff gibt, er diesen also niemanden wegnimmt, findet seine Tat Bewunderung und erste Nachahmer unter uns Ärzten.

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