SARS-CoV-2: Wie lange das Virus in der Luft und auf Oberflächen nachweisbar bleibt

Das neue SARS-CoV-2 ist ähnlich lange in der Luft und auf Oberflächen nachweisbar wie das SARS-CoV-1 von 2002/3. Dies zeigen US-Laborexperimente in medRxiv.

Die Halbwertszeit in der Luft von Coronaviren liegen bei 2,74 Stunden. | Fotoliaxrender/Stock.Adobe.com

Forscher der US-National Institutes of Health haben die Stabilität der beiden SARS-Coronaviren in einem Hochsicherheitslabor in Hamilton/Montana unter kontrollierten Bedingungen untersucht. Sie verwendeten dazu einen Collison-Nebulizer, mit dem sie die Viren in eine Goldberg-Trommel sprühten. Unmittelbar danach sowie 30, 60, 120 und 180 Minuten später wurde ein Gelatine-Filter in die Trommel gehalten und darauf später die Viruskonzentration bestimmt. In einem weiteren Experiment wurden Oberflächen aus Kunststoff (Polypropylen), Edelstahl (AISI 304), Kupfer (99,9 Prozent) und handelsübliche Pappe besprüht und die Viruskonzentration nach 1, 4 und 8 Stunden sowie nach 1, 2, 3 und 4 Tagen bestimmt.

Wie Neeltje van Doremalen und Mitarbeiter berichten, waren die Viren sowohl in der Luft (der engen Goldberg-Trommel) als auch auf den Oberflächen bis zum Ende der Experimente nachweisbar. Ihre Konzentration nahm jedoch exponentiell ab. Die Halbwertzeiten für SARS-CoV-2 und SARS-CoV-1 in der Luft betrugen jeweils 2,74 Stunden. Auf Kupfer sank die Konzentration von SARS-CoV-2 und SARS-CoV-1 nach 3,4 und 3,76 Stunden auf die Hälfte. Auf Pappe vergingen 8,45 und 1,74 Stunden, auf Stahl 13,1 und 9,77 Stunden und auf Plastik 15,9 und 17,7 Stunden, bis die Hälfte der Viren verschwunden war.

Viren überleben am längsten auf Plastik

Die Ergebnisse bestätigen damit die Vermutung, wonach die Viren durch die Berührung von kontaminierten Oberflächen und durch einen engen Kontakt („face to face“) übertragen werden. Das genaue Übertragungsrisiko lässt sich aus Laboruntersuchungen nicht ableiten, da die Experimente unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt wurden. Außerdem ist die Konzentration der Viren, die zu einer Infektion führt, nicht bekannt. Hier dürfte es Unterschiede zwischen einzelnen Menschen geben.

Die Forscher wollen in weiteren Untersuchungen klären, welchen Einfluss Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben. Daraus könnten eventuell Rückschlüsse über den weiteren Verlauf der Pandemie gezogen werden. Es besteht die Hoffnung, dass die Epidemie nach Einsetzen des Frühlings abflauen wird.

Das Bundesgesundheitsministerium hat gestern (30.3.2020) die Änderungen an der ärztlichen Approbationsordnung veröffentlicht, die während der COVID-19-Pandemie gelten. Sie sollen schon zum 1. April in Kraft treten. Was sich genau ändert, erfährst Du hier.

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Für Ärzte ist interessant, welche Ausscheidungen der Patienten Viren enthalten. Wenjie Tan vom Nationalen Institut für die Kontrolle und Prävention von Viruserkrankungen in Peking und Mitarbeiter berichten im amerikanischen Ärzteblatt über die Analyse von 1.070 Proben, die bei 205 Patienten mit COVID-19 entnommen wurden. Die Tests fielen in der Flüssigkeit der Bronchiallavage zu 93 Prozent positiv aus. Es folgten in der Häufigkeit Sputum (72 Prozent), Nasenabstrich (63 Prozent), bronchoskopische Bürstenbiopsie (46 Prozent), Rachenabstrich (32 Prozent), Stuhlproben (29 Prozent) und Blutproben (1 Prozent). Dagegen fiel keine von 72 Urinproben positiv aus. 

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