LUNGENKREBS - Smoking kills

Was aber nun tun? Abgeklärt werden muss der auffällige Schatten in der Lunge unbedingt. Um besser zwischen einem bösartigen Leiden und harmloseren Gründen für die ganze Aufregung unterscheiden zu können, wird der Arzt den Patienten nun »in die Röhre« schicken, das heißt: Es wird eine Computertomographie durchgeführt. Bei dieser Untersuchung werden ganz viele Röntgenaufnahmen gleichzeitig gemacht und dann durch den Computer zu einem dreidimensionalen Modell zusammengefügt, auf dem das geübte Auge schon ganz gut zwischen den verschiedenen Ursachen eines Schattens im Röntgenbild unterscheiden kann.

Um ganz sicherzugehen, worum es sich handelt, nimmt der Arzt in den allermeisten Fällen noch eine Biopsie vor. Dabei wird eine kleine Nadel in den Tumor eingeführt, die einen winzigen Gewebeblock entfernt. Um ganz sicher den Tumor zu treffen, führen die Ärzte die ganze Prozedur meist unter CT-Kontrolle durch. Das bedeutet, dass man im CT-Bild genau sehen kann, wie und wo sich die Nadel in den Tumor vorschiebt. Diese Methode ist hochmodern und führt zu einer maximalen Sicherheit für den Patienten. Klar, passieren kann immer etwas, der Vorteil für den Patienten liegt aber auf der Hand. Denn wenn es uns nicht möglich wäre, ganz genau zu sagen, was da in der Lunge des Kranken wächst, müsste man ihn aufschneiden und hätte erst dann absolute Sicherheit.

Der entnommene Tumorblock wird nun so schnell wie möglich in die Pathologie gebracht. Während der Patient nur einen winzigen Einstich erdulden muss – eine Prozedur, die so gut wie keine Schmerzen verursacht –, kann der Pathologe nun ganz genau sagen, um was für eine Art Gewebe es sich handelt. Erst friert er den sogenannten Biopsiezylinder bei unglaublich niedrigen Temperaturen ein, um ihn später in winzig kleine Scheiben schneiden zu können. Die werden einer speziellen Färbemethode unterzogen und dann unter dem Mikroskop untersucht. Hier kann der Arzt nun genau sehen, um was es sich eigentlich handelt – was aber manchmal gar nicht so einfach ist. Damit auch ganz sicher kein Fehler passiert, können noch zusätzliche Methoden eingesetzt werden, sodass der Pathologe am Ende genau weiß, womit er es zu tun hat.

Und das ist, wie Sie sich vermutlich denken können, von ganz enormer Bedeutung. Denn bisher wissen wir immer noch nicht, ob der Tumor nun gut- oder bösartig oder gar kein Tumor ist. Auch Narbengewebe oder Infektionen können schließlich manchmal wie Krebs aussehen. Erst nach der feingeweblichen Untersuchung kann dem Patienten nun eine genaue Diagnose mitgeteilt werden. Das gilt im Übrigen nicht nur für Lungenkrebs. Wie Sie später noch sehen werden, ist eine Sicherung der Diagnose durch eine Biopsie so gut wie immer notwendig.

In unserem Fall bekommt der Arzt nun ein Schreiben vom Pathologen (in der Regel dauert die Untersuchung ein paar Tage – Zeit, in der die Patienten oft die Hölle durchleben), in dem sinngemäß zu lesen ist: Es handelt sich um einen bösartigen Tumor in der Lunge. In aller Regel werden diese Tumore als Karzinome bezeichnet. So gibt es zwar noch eine Vielzahl anderer bösartiger Krebsgeschwüre, die Karzinome  machen aber die größte Gruppe der bösartigen Tumore aus.

Der Arzt muss dem Patienten, der sich eigentlich nur über ein bisschen Husten beschwert hat, nun mitteilen, dass der an Lungenkrebs leidet – eine Katastrophe. Ich denke, diese Worte gehören wohl zu den gefürchtetsten Dingen überhaupt, die man vom Arzt hören kann: »Sie haben Krebs.« Die absolut naheliegende Frage lautet also nun: Wie weit fortgeschritten ist die Krankheit? Kann man den Krebs heilen, oder haben sich schon Tochtergeschwülste gebildet? Sind Chemotherapie oder OP nötig? Und natürlich: Wie lange habe ich noch zu leben?

All diese Fragen schießen Patienten durch den Kopf, die soeben mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden. Und dabei reagiert jeder anders. Einige Patienten brechen in Tränen aus, während andere ganz ruhig und fast schon distanziert bleiben.

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