KBV-Versichertenbefragung: Vertrauen in Ärzte bleibt groß

Das Vertrauen von Patienten in ihre Ärzte ist nach wie vor groß. Das geht aus der aktuellen Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor. Eine Betreuung per Video-Sprechstunde kommt für die meisten nicht in Frage.

Ärzte gehören nach wie vor zu den Berufsgruppen, denen die meisten Menschen vertrauen. 91 Prozent geben an, sich bei ihrem Arzt gut oder sehr gut aufgehoben zu fühlen. | Monkey Business - stock.adobe.com

Für die Umfrage wurden im Auftrag der KBV zwischen Mitte März und Ende April mehr als 6.100 Versicherte telefonisch befragt. „Die Versichertenbefragung zeigt es immer wieder: Ganz gleich, welches Bild die Politik von der ambulanten Versorgung in Deutschland zeichnet, das Vertrauen der Versicherten in ihre Ärzte kann das nicht erschüttern. 91 Prozent der Patienten geben an, ein gutes oder sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin zu haben“, kommentierte KBV-Vorsitzender Dr. Andreas Gassen das Ergebnis.

Auch die Wartezeiten auf einen Arzttermin waren Teil der Befragung. Das Ergebnis: Bei gesetzlich und privat Versicherten gleicht sich die Wartezeit allmählich an: 29 Prozent der gesetzlich und 30 Prozent der privat Versicherten mussten bei ihrem letzten Arztbesuch überhaupt keine Wartezeit in Kauf nehmen. Jeder vierte gesetzlich Versicherte bekam innerhalb von einem Tag bis zu einer Woche einen Termin, bei den privat Versicherten war es jeder dritte. Der Hintergrund: Vor allem die privat Versicherten müssen im Vergleich zu früher länger auf einen Termin warten. Das liege daran, dass Arztzeit immer knapper werde, sagte der KBV-Vorsitzende.

Zwei Drittel aller Termine werden als "dringend" empfunden

Dabei sei es wichtig, bei der Dringlichkeit von Terminen zu unterscheiden, betonte Gassen: „Auf eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung muss ich als Patient im Zweifel tatsächlich länger warten als wenn ich eine Grippe habe.“ Interessant in diesem Zusammenhang: Erstmals wurden die Versicherten auch danach gefragt, wie dringend sie selbst ihren Arztbesuch einschätzten. Zwei Drittel gaben an, ihr Termin sei dringend oder sehr dringend gewesen – unabhängig davon, aus welchem Grund er erfolgte. Auch Anlässe wie eine Vorsorgeuntersuchung oder Impfungen empfanden 36 Prozent der Befragten noch als eilig oder sehr eilig. „Die ‚gefühlte‘ Dringlichkeit ist in vielen Fällen höher als die tatsächliche – auch wenn das aus medizinischer Sicht nicht angebracht ist“, ordnete Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, die Ergebnisse ein.

Auch der Ärztemangel war Thema der Befragung – und er wird auch bei den Patienten immer präsenter: In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil derjenigen, die angaben, nicht genügend Hausärzte in Wohnortnähe zu haben, von 22 Prozent auf 27 Prozent gestiegen. Bei den Fachärzten liegen die Werte sogar noch höher: Knapp die Hälfte der Befragten (44 Prozent) vermissen Fachärzte in der Nähe ihres Wohnortes, 2017 waren es noch 43 Prozent.

Persönlicher Kontakt: Nicht durch Telemedizin zu ersetzen

Und trotz aller Digitalisierung in allen Lebensbereichen: Wenn es um den Arzt geht, schätzt ein Großteil der Patienten den persönlichen Kontakt. 62 Prozent der Befragten lehnten eine Video-Sprechstunde für sich selbst ab – davon 72 Prozent mit der Begründung, auf das direkte Gespräch mit dem Arzt nicht verzichten zu wollen. „Die meisten Menschen stehen einer Fernbehandlung oder auch nur -beratung skeptisch gegenüber“, kommentierte Dr. Thomas Kriedel, Mitglied des KBV-Vorstands.

Quelle: www.kbv.de (16.8.2019)