Die Pandemie der Fake News

Parallel zur ersten großen Pandemie im digitalen Zeitalter ziehen Fake News über COVID-19 große Kreise in den Sozialen Medien. Die Falschmeldungen erzielen schnell horrende Klickzahlen. Dabei sind verlässliche Informationen grade in angespannten Zeiten essenziell. Eine Auswahl aktueller Fake-Meldungen.

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„Uniklinik Wien“ dementiert Ibuprofen Gefahr

In einer Sprachnachricht, die sich am Wochenende als WhatsApp Kettenbrief verbreitete, berichtete eine Mutter von einer angeblichen Gefahr durch Ibuprofen. Es gäbe Hinweise darauf, dass das Medikament die Vermehrung von COVID-19 beschleunige, sagte die Unbekannte. Die „Uniklinik Wien“ hätte ihre Ärzte inoffiziell angewiesen, Ibuprofen zu meiden und Alternativen zu nutzen. Die Wiener Universität dementierte dies und nannte die Sprachnachricht „Fake News“.

Nach neuesten Erkenntnissen könnten die Viren über ACE-2-Rezeptoren in die Wirts­zellen gelangen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universitätsklinik Basel vermutet nun, bestimmte Medikamente könnten einen negativen Einfluss auf die Erkrankung haben. In ihrer Hypothese, die sie in der Fachzeitschrift The Lancet diskutieren, schreiben sie von ACE-Hemmern und AT-2-Rezeptorblockern.

Gütersloh hofft auf Zurückhaltung

Auch das Klinikum Gütersloh meldete am Montag eine gefälschte Text- und Sprachnachricht. Darin soll auf einen ihrer Chefärzte Bezug genommen worden sein. Den genauen Inhalt gab die Klinik nicht wieder. „Wir appellieren an alle, mitzuhelfen, die Verbreitung dieser Nachrichten zu stoppen“, hieß es in dem Dementi auf deren Webseite.

Bei der Spanischen Grippe im Herbst 1918 starben weltweit 40 Millionen Menschen. Die damalige Krisenintervention in den USA zeigte: In der sehr früh abgeriegelten New York City war die Sterberate am niedrigsten.

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Fischmarkt oder Biowaffenlabor?

Laut Medienberichten brach SARS-CoV-2 erstmals auf einem chinesischen Fischmarkt aus. Im Internet kursiert jedoch auch eine andere Theorie: Der Virus sei eine Biowaffe, entwickelt in chinesischen Geheimlaboren.

Manche dieser Spekulationen basieren auf dem Buch „The Eyes of Darkness“, das 1981 erschienen ist. Autor Dean Koontz beschreibt darin eine biologische Waffe namens Wuhan-400, die in Laboren vor der chinesischen Stadt Wuhan entwickelt werde. Diese Version der Geschichte gehört wohl in die Bibliotheksecke der Fiktion.

Keine Gefahr für Haustiere?

Einige Internetseiten, die sich hauptsächlich an Tierfreunde richten, behaupten, China würde Haustiere schlachten, weil diese infiziert seien. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hält das für Unsinn.

„Aktuell gibt es keine Belege dafür, dass Haustiere wie Hunde und Katzen sich mit dem Coronavirus anstecken können“, meldete die Organisation bis vergangenen Freitag. Am Wochenende verschwand die Information von der WHO „Myth Buster“-Seite.

Ein aktueller Report der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) berichtet von einem einzelnen infizierten Hund in der Region Wuhan. Auch unter Quarantänebedingungen konnte in mehrfachen Abstrichen das Virus nachgewiesen werden, heißt es. Das Tier zeige keine Symptome und es sei unklar, ob sich wiederum Menschen anstecken könnten.

In China gelten Hunde und Katzen aus kontrollierter Zucht weiterhin als Delikatesse. Die Nachrichten, China würde nun massenhaft infizierte Haustiere schlachten, ist wohl aber dennoch falsch.

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