Uni Regensburg: Trainingssystem für minimalinvasive Handchirurgie

Im Zuge des Projektes "HaptiVisT" wird ein haptisch-visuelles Trainingssystem für chirurgische Eingriffe an komplexen Knochenstrukturen unter Nutzung klinischer Volumendaten (Computertomographie, Magnetresonanztomographie) realisiert.

Arzt im OP

Bei dem Projekt "HaptiVisT" wird ein haptisch-visuelles Trainingssystem für chirurgische Eingriffe entwickelt. | Westend61 / Manfred Weis

Die Durchführung solcher komplexer Operationen an knöchernem Gewebe unter Vermeidung von Verletzungen von Risikostrukturen wie Nerven oder Gefäßen gehört zu den wichtigsten Tätigkeiten von Chirurgen. Um solche Eingriffe sicher und fehlerfrei durchzuführen, ist eine umfangreiche theoretische und praktische - teilweise berufsbegleitende - Aus- und Fortbildung sowie langjährige Erfahrung notwendig.

„HaptiVisT“ füllt die Lücke zwischen „Üben an Patienten“ und realitätsnaher virtueller Interaktion durch ein haptisches und visuelles Lernerlebnis. Es wird als sogenanntes „Serious Game“ mit immersiver Didaktik gestaltet. Mit einem Trainingssystem wie „HaptiVisT“ bliebe die stetige Fortbildung des ärztlichen Personals im Bereich der minimalinvasiven Chirurgie nicht mehr auf wenige spezialisierte Zentren beschränkt, sondern lässt sich auch auf kleinere Kliniken im ländlichen Raum ausdehnen. Eine derartige Verbreiterung der praxisnahen Aus- und Fortbildung in chirurgischen Spezialdisziplinen kann einen wichtigen Beitrag leisten, um dem Facharztmangel in der Fläche zu begegnen.

Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH) erhält von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für ihr Teilprojekt am Forschungsprojekt "HaptiVisT – Entwicklung und Evaluierung eines haptisch-visuellen Lernsystems für chirurgische Eingriffe" rund 375 000 Euro. Das Projekt besitzt ein Gesamtvolumen von 1,25 Millionen Euro und ist auf drei Jahre ausgelegt. Das Teilprojekt der OTH Regensburg zur Realisierung der minimalinvasiven Handchirurgie enthält Aspekte der Medizinischen Bildverarbeitung, den 3D Druck eines Handphantoms und die Software zur Interaktion zwischen Bohrer und Gewebe.

Quelle: Uniklinikum Regensburg, www.uniklinikum-regensburg.de

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