Medizinische Tattoo-Entfernung nimmt stark zu

Vor vielen Jahren galten sie als Erkennungszeichen für Rockstars und einen alternativen Lebensstil, mittlerweile sind sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Tattoos. Viele Menschen lassen sich jedoch scheinbar stechen, ohne genau darüber nachzudenken. Denn "für immer" gilt nicht mehr: die medizinische Tattoo-Entfernung nimmt stark zu.

Tätowierte Hände

Verwässerte Bedeutung: Tattoos sind in vielen Fällen nur noch modische Accessoires. | Pixabay

In Deutschland ist etwa jeder vierte Jugendliche tätowiert, die Tendenz ist weiterhin steigend. Auf der anderen Seite steigt aber auch die Anzahl derjenigen, die diese Körperkunst, die unter die Haut geht, später wieder bereuen: sei es aus gesundheitlichen oder aus ästhetischen Gründen. Hochmoderne Laser sind heutzutage das Mittel der Wahl, um Tattoos weitgehend rückstandsfrei und mit nur minimaler Verletzung der Haut zu entfernen. „Ein Tattoo ist schnell gestochen, aber mit den Konsequenzen kämpfen die Betroffenen oft sehr lange“, sagt der Dermatologe Dr. Hans Bayer, Oberarzt an der Klinik für Dermatologie und Venerologie des Universitätsklinikums Freiburg.  Bayer ist Experte für die Behandlung und Laserentfernung von Tattoos.

Viele der Tätowierten möchten das Gestochene später aus persönlichen oder beruflichen Gründen wieder loswerden. Bei der Frage, ob die Entfernung vollständig gelingt, spielen viele Faktoren eine Rolle. Vor allem farbige und von Profis gestochene Tattoos lassen sich schlechter entfernen. „Grundsätzlich kann man sagen: je dunkler die Farben, desto besser der Lasererfolg“, sagt Bayer. In der Regel ist die Laserbehandlung relativ sicher und einfach, mehrere Sitzungen sind jedoch notwendig – und diese sind sehr schmerzhaft.

Behandlung beim Arzt empfohlen

„Ich rate jedem, die Behandlung von einem Experten durchführen zu lassen und nicht bei einer Kosmetikerin oder im Tattoo-Studio. Denn wenn es zu Komplikationen wie Blasen- oder Narbenbildung kommt, braucht man einen Arzt, der damit umzugehen weiß“, sagt Bayer.

Prof. Dr. med. Kilian Eyerich, Leitender Oberarzt Forschung, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein an der Technischen Universität München, zeigte auf, warum die Dermatologie vielseitig, innovativ und einfach "ein super Fach“ ist.

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Ganz abgesehen von persönlichen Vorlieben, die sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern, kann das Tattoo selbst auch gesundheitlich problematisch werden. Mangelnde Hygiene in der Nachsorge kann beispielsweise zu einer Entzündung der Hautstelle führen, zudem können einzelne Bestandteile der verwendeten Farben Allergien auslösen. „Besonders bei der Farbe Rot kommt es immer wieder zu chronischen allergischen Entzündungsreaktionen. Im Extremfall muss ein solches Tattoo sogar operativ entfernt werden und der entstehende Hautdefekt durch eine Hautverpflanzung gedeckt werden“, erklärt Bayer.

Aufwand und Kosten hängen vom Tattoo ab

Wie lange die Laserbehandlung dauert und wie viel sie kostet, hängt stark vom Tattoo ab und bewegt sich im Bereich weniger hundert bis mehrerer tausend Euro. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel weder Kosten bei der Behandlung von Komplikationen noch bei der Entfernung eines Tattoos.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg