So zufrieden sind niedergelassene Ärzte mit ihrem Verdienst

Wie beurteilen niedergelassene Hausärzte, Fachärzte und psychologische Psychotherapeuten ihre finanzielle Situation und was denken Sie über die Zukunft? Der Medizinklimaindex für das Frühjahr 2017 gibt Aufschluss.

Psychologische Psychotherapeuten

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Am unzufriedensten mit ihrer finanziellen Situation sind psychologische Psychotherapeuten. Nur jeder zehnte dieser niedergelassenen und approbierten Psychotherapeuten bezeichnete seine wirtschaftliche Lage als gut (13,5 Prozent). 62,2 Prozent bewertete die Situation als "befriedigend" und 24,3 Prozent der Befragten stuften die Lage gar als "schlecht" ein. 

Auch beim Blick in die Zukunft sind niedergelassene Psychotherapeuten pessimistisch gestimmt. Jeder dritte denkt, dass sich die wirtschaftliche Situation in den kommenden sechs Monaten verschlechtern wird (29,7 Prozent), 67,6 Prozent glauben, dass die Lage so bleibt, wie sie ist und lediglich 2,7 Prozent der Befragten gehen von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation ihrer Praxis aus. 

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Im Medizinklimaindex wird halbjährig ermittelt, wie zufrieden Mediziner mit ihrer wirtschaftlichen Lage sind und welche Erwartungen sie für die kommenden sechs Monate haben. Der Index wird im Auftrag der Stiftung Gesundheit von der Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse mbH (GGMA) erhoben. 

Als niedergelassener Facharzt: Wie hoch ist der Verdienst?

Niedergelassene Kinderärzte  verdienen mit einem durchschnittlichen monatlichen Reinertrag von 14.250 Euro am wenigsten. Dennoch ist die Popularität der Kinder- und Jugendmedizin bei Medizinstudenten ungebrochen. 

Angestiegen  ist das Einkommen der niedergelassenen Allgemeinmediziner, die oft als Hausärzte tätig sind. Waren sie bei der letzten Befragung im Vergleich zu den anderen niedergelassenen Fachärzten noch auf dem letzten Platz, konnten sie sich mit einem monatlichen Reinertrag von 14.333 Euro nun vor die Kinderärzte schieben.

Gynäkologen  erreichen einen Reinverdienst von 14.917 Euro. Teil der Ausbildung zum Gynäkologen ist die Geburtshilfe, der vollständige Titel ist daher Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Fachärzte  für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde erreichen mit 15.000 Euro in etwa den gleichen Reinertrag wie Gynäkologinnen und Gynäkologen. Dabei ist man als niedergelassener HNO-Arzt langjähriger Ansprechpartner des Patienten und kennt im Idealfall die Krankengeschichte, während man sich als Klinikarzt vorrangig um komplexere und oftmals nur chirurgisch zu heilende HNO-Erkrankungen kümmert. 

Niedergelasse  Orthopäden erwirtschaften monatlich ca. 17.000 Euro. 2005 ist die orthpädische Weiterbildung mit der Unfallchirurgie zusammengelegt worden. Der Facharzttitel lautet seitdem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Die innere  Medizin ist ein weites Feld. Deswegen gibt es diverse Facharztbezeichungen für Internisten, die verschiedene Spezialisierungen abbilden. Insgesamt gibt es neun Facharztbezeichnungen in der Inneren Medizin. Internisten kommen auf einen monatlichen Reinertrag von 17.400 Euro.

Chirurginnen und Chirurgen  erreichen mit ihrer Einzelpraxis im Schnitt einen Reinertrag von 17.750 Euro. Die Chirurgie kennt zahlreiche Fachrichtungen, darunter acht, die Teil der Musterweiterbildungsordnung sind. So können niedergelassene Ärzte Allgemein-, Gefäß-, Herz-, Kinder-, Unfall-, Thorax-, Viszeral- oder Plastische Chirurgie betreiben. Je nach Land gibt es weitere operative Fächer.

Deutlich  angestiegen ist das Einkommen von niedergelassenen Urologen. Lag es bei der letzten Strukturerhebung des Statistischen Bundesamtes noch bei 14.250 Euro, verdienen niedergelassene Urologen jetzt 18.900 Euro im Durchschnitt. Der hohe Reinertrag hängt auch mit den vergleichsweise niedrigen Ausgaben zusammen, die in dieser Fachrichtung für das Personal und Materialien aufgewendet werden müssen.

Hautärzte  erreichen mit 18.900 Euro im Monat einen Reinertrag, der mit jenem der Urologen identisch ist. Die Versorgungslage mit Hautärzten ist bundesweit gut, eine Unterversorgung gibt es nur in einigen Landstrichen, wie etwa im bayerischen Landkreis Haßberge oder im rheinland-pfälzischen Birkenfeld.

Es gibt  nur 2.499 Inhaber einer Praxis der Augenheilkunde. Sie haben im Vergleich zu ihren Kollegen durchschnittlich den höchsten Verdienst, der bei 20.750 Euro liegt. Macht Geld glücklich? Zumindest gehören Augenärzten neben den Urologen zu den glücklichsten Ärzten.

Dies ergab der Medscape Lifestyle Report, mit dem die Zufriedenheit der verschiedenen Fachärzte in den USA untersucht wurde.

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