Sabbatjahr als Arzt oder Ärztin – Tipps und Modelle

Auch Ärztinnen und Ärzte brauchen mal eine Auszeit. Bisher beantragen nur wenige ein Sabbatjahr, doch es hat durchaus seine Vorteile. Welche Modelle es dabei gibt und was du sonst beachten musst, erfährst du im Beitrag.

© Davide Angelini / Adobe Stock

Den Arbeitgeber überzeugen

Einen rechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical haben nur Verbeamtete und Angestellte im Öffentlichen Dienst. Für viele Ärztinnen und Ärzte gilt das nicht, darum ist es wichtig, die Auszeit gegenüber dem Arbeitgeber gut zu begründen. So könnte dieser beispielsweise durch einen Hinweis durch die Kostenersparnis für die Klinik überzeugt werden. Vielleicht kannst du auch anbieten, dich während des Sabbaticals fortzubilden, was wiederum dem Krankenhaus zugutekäme.

Ausgeruhte Mitarbeitende arbeiten besser und sind motivierter. Ein Sabbatical kann vor Burnout schützen. Letztlich kosten erkrankte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die Klinik wieder Geld, muss sie für diese doch weiterzahlen, auch wenn sie nicht arbeiten. Solchen Argumenten können die Vorgesetzten vielleicht etwas abgewinnen.

Wer vom Arbeitgeber die Zustimmung bekommen hat, sollte einen speziellen Sabbatical-Vertrag abschließen. So lässt sich sicherstellen, dass du nach der Auszeit problemlos in den Beruf zurückkehren kannst.

Dieser Vertrag sollte solche Punkte enthalten wie:

  • Beginn und Ende des Sabbaticals
  • eventuelle Vergütungen
  • Regelungen zu Versicherungsleistungen
  • Kündigungsschutz während der Auszeit
  • Umgang mit Krankentagen während des Sabbatjahres
  • Erreichbarkeit während der Freistellung
  • Übergabe und Dokumentation der bisherigen Aufgaben
  • Angaben über die Aufgaben und die berufliche Position nach der Rückkehr in den Job

Sabbatical: Diese verschiedenen Modelle gibt es

Dabei gibt es verschiedene Modelle, nach denen das Sabbatjahr gestaltet werden kann:

Sabbatical durch unbezahlte Freistellung

Das ist das einfachste Modell. Die Dauer ist dabei zumindest theoretisch unbegrenzt. Allerdings ruht in diesem Fall das Arbeitsverhältnis, was bedeutet, dass der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin keine Bezahlung bekommt und sich auch selbst um Kranken- und Pflegeversicherung sowie Renten- und Arbeitslosenversicherung kümmern muss. Für das Krankenhaus ist diese Variante die günstigste, denn sie ist nicht mit Kosten verbunden.

Sabbatical durch Lohnverzicht

Wer sein Sabbatical lieber finanzieren will, kann das durch Lohnverzicht tun. Dabei lässt man sich beispielsweise mehrere Jahre nicht das volle Gehalt auszahlen und spart den Rest für die Auszeit auf, um sich dann im der Auszeit damit entlohnen zu lassen. Der Vorteil: Das Arbeitsverhältnis und somit auch der Versicherungsschutz bleiben erhalten.

Teilzeitmodell

Ein ähnliches Modell ist das Teilzeitmodell. Hier vereinbaren Ärztinnen oder Ärzte vor Anfang des Sabbaticals eine Teilzeitbeschäftigung, arbeiten aber die volle Stundenzahl. Der gesparte Lohn wird im Laufe des Sabbatjahrs ausgezahlt. Auch hier bleibt der Versicherungsschutz erhalten.

Sabbatical dank Arbeitszeitguthaben

Das am weitesten verbreitete Modell ist die Freistellung durch Arbeitszeitguthaben. Wer auf seinem Arbeitszeitkonto seit Jahren Überstunden (diese müssen offiziell erfasst und auf einem Konto festgehalten sein) angehäuft hat, nimmt diese alle auf einmal und macht entsprechend der angehäuften Stunden ein Sabbatical. Der Vorteil: Bei diesem Modell bleibt während der Auszeit der komplette Sozialversicherungsschutz bei voller Lohnfortzahlung bestehen.

Sabbatical per Zeitwertguthaben

Diese Variante ähnelt dem Modell „Sabbatical dank Arbeitszeitguthaben“. Hier werden nicht nur die angehäuften Überstunden genutzt, sondern auch Weihnachtsgeld, Bonusauszahlen sowie ungenutzte Urlaubstage auf dem sogenannten „Langzeitkonto“ oder „Lebensarbeitszeitkonto“ eingezahlt und später für das Sabbatjahr verwendet. Auch hier bleibt der Sozialversicherungsschutz erhalten.

Sabbatical per Sonderurlaub

Für eine kurze Auszeit, die nicht länger als vier Wochen (eine längere Zeit gilt als Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses) dauert, kann mit Zustimmung des bzw. der Vorgesetzten ein „Sonderurlaub“ genommen werden. Während der Beurlaubung muss die Klinik zwar die Sozialversicherungsbeiträge weiterzahlen, doch es gibt keine Lohnfortzahlung. Der Nachteil: Ein echtes Sabbatjahr ist mit diesem Modell nicht möglich.

Sabbatical durch Kündigung

Natürlich bleibt einem Arzt oder einer Ärztin immer noch die Kündigung, um sich ein Sabbatjahr zu nehmen. Oft bietet sich dadurch die Gelegenheit, sich beruflich neu zu orientieren. Wer sich für dieses Modell entscheidet, sollte allerdings bedenken, dass das eine Lücke im Lebenslauf entsteht, die bei der nächsten Bewerbung eventuell begründet werden muss.

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