Organspende: Quote bleibt in 2015 stabil

Nach den Transplatationsskandalen in den Jahren 2010 und 2011 war die Quote der Organspenden teilweise stark rückläufig. Mittlerweile ebbt dieser Trend aber wieder ab: Im Vergleich 2014 zu 2015 ist die Anzahl der Organspenden sogar leicht gestiegen.

Organspendeausweis

Die Zahl der Organspenden ist im Jahr 2015 wieder leicht gestiegen. | Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Organspender in ganz Deutschland um 1,5 Prozent gestiegen – von 864 im Jahr 2014 auf 877 in 2015. Insgesamt kamen in Deutschland 10,8 Spender auf eine Million Einwohner. In 2014 waren es 10,7. Damit zeigt sich die Zahl der Organspender erstmals wieder stabil, nach der negativen Entwicklung der Jahre zuvor.

Die Zahl der tatsächlich gespendeten Organe fiel im Jahr 2015 mit 2.900 etwas niedriger als im Vorjahr aus (2.989), obwohl die Anzahl der potenziellen Spender gestiegen ist. Eine mögliche Erklärung: Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) steige das Durchschnittsalter der Spender. Es gebe zwar keine Altersgrenze, allerdings erhöhe sich mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit von Begleiterkrankungen, somit seien Organe von älteren Spendern häufig nicht für eine Transplantation geeignet.

Internationaler Organaustausch

Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 3.083 Organe transplantiert. Der Wert liegt über der Zahl der in Deutschland entnommenen Organe, da im Rahmen des internationalen Organaustausches (Eurotransplant) 183 Organe mehr nach Deutschland vermittelt wurden, als aus Deutschland in benachbarte Länder abgegeben.

Die DSO ist in verschiedenen Regionen innerhalb Deutschlands organisiert. In diesen sieben Bereichen entwickelten sich die Organspenden unterschiedlich. Die höchste Spenderrate erreichte die DSO-Region Ost (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen). Hier kamen 16,2 Spender auf eine Million Einwohner. Diese Zahl ließe laut DSO darauf schließen, dass auch im restlichen Bundesgebiet deutlich mehr Spenden möglich wären.

Personal in Krankenhäusern entlasten

„Wir sehen es als die zentrale Aufgabe der DSO, das Personal in den Entnahmekrankenhäusern zu allen Fragen der Organspende zu informieren und im Spendeprozess – auch angesichts der Arbeitsverdichtung in den Krankenhäusern – zu entlasten“, erklärt Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. „Denn die Realisierung möglicher Organspenden ist im Interesse der vielen Patienten auf der Warteliste, entspricht aber ebenso dem Willen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen, die sich entschieden haben, über den Tod hinaus anderen Menschen zu helfen.“

Die DSO hebt positiv hervor, dass im Jahr 2015 die Anzahl der organspendebezogenen Kontakte der Krankenhäuser zur Koordinierungsstelle um 3,4 Prozent auf 2.244 gestiegen ist (2.170 in 2014). Dieser Trend sei vor allem dem zunehmenden Engagement der Kliniken ohne Neurochirurgie zu verdanken. In diesen Krankenhäusern kämen Organspenden verhältnismäßig selten vor. Da es allerdings viele dieser Häuser gebe, sei es aus Sicht der DSO besonders bedeutend, dass vorhandene Möglichkeiten dort erkannt würden.

Stetige Optimierung der Zusammenarbeit

Im November 2015 wurden die Verfahrensanweisungen gemäß §11 Transplantationsgesetz eingeführt. Dies sei ein wichtiger Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen den rund 1.300 Entnahmekrankenhäusern und der DSO. Die Anweisungen erläutern die Kernprozesse der Organspende und die vielfältigen Unterstützungsangebote der DSO. „Die Verfahrensanweisungen zeigen deutlich, dass wir auch weiterhin alles dafür tun werden, jedes Krankenhaus in seinem Engagement für die Organspende bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen“, betont Rahmel.

Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation, www.dso.de