Unfallprävention und Geschundheitsschutz – so arbeitet ein Arbeitsmediziner

Wer als Arbeitsmediziner tätig ist, hat meist zuvor verschiedene ärztliche Tätigkeiten ausgeübt und ein Erfahrungswissen gesammelt, das ihm in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge nützlich ist. Er sorgt dafür, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens sicher und gesund arbeiten.

Dr. Jens Bauer | © Elfers

Arbeitsmediziner wird man auf Umwegen. "Wer es direkt werden will, ist mir sehr suspekt", sagt Dr. Jens Bauer, der als Arbeitsmediziner bei der  B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik tätig ist. "Es ist wichtig, dass man etwas anderes in seinem beruflichen Leben gemacht hat. Sie können alles in der Arbeitsmedizin wieder gebrauchen." Auch sein beruflicher Weg führte über verschiedene Stationen schließlich durch Zufall in die Arbeitsmedizin.

Die Arbeitsmedizin erfüllt einen präventiven Auftrag im medizinischen Versorgungssystem. Ihre Aufgabe ist es, "die Gesundheit zu erhalten und zu fördern, aus dem Arbeitsleben resultierende schädliche Einflüsse zu verhindern, Krankheiten und Gesundheitsschäden früh zu erkennen sowie eine berufliche Wiedereingliederung nach länger dauernden krankheitsbedingtem Ausfall zu begleiten", so heißt es auf der Website des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte. "Wir sehen die Menschen, bevor sie krank sind, das gibt uns die Möglichkeit, die Gesundheitsgefahr einzudämmen."

Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz

Ziel ist also eine wirksame Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz. Daher ist es wichtig, "nicht nur die Krankheiten, sondern auch die Arbeitplätze zu kennen", so Dr. Jens Bauer. Seine Aufgabe ist es, für Sicherheitsschutz und Unfallverhütung zu sorgen. Es geht um Vorsorgen z. B. bei Arbeiten mit Lärmbelästigung und Gefahrenstoffen. Er prüft die Fahr- und Flugtauglichkeit der Mitarbeiter und führt Impfungen durch, z. B. bei geplanten Auslandsreisen. Seine Aufgabe ist es auch, Mitarbeiter nach einer Langzeiterkrankung wieder in den Betrieb einzugliedern und chronisch Kranke zu beraten. "Der Wert eines Arbeitsmediziners ist der, den der Betrieb ihm gibt."

Welche besonderen Fähigkeiten muss man als Arbeitsmediziner mitbringen? "Sie müssen kooperationsfähig sein, sonst werden Sie in den Betrieben nicht zurechtkommen. Sie sind das Bindeglied zwischen den Mitarbeitern, der Geschäftsführung und dem Betriebsrat. Dabei es ist wichtig, nicht in eine 'Sandwich-Position' zu geraten."

Quelle: Operation Karriere-Kongress am 7. Dezember 2018 in München. Vortrag: Arbeitsmedizin – Eckpfeiler der Prävention. Dr. Jens Bauer, Arbeitsmediziner, B.A.D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik, Bonn.