COVID-19: Visite mit dem Charité-Roboter

Die Charité unterstützt andere Berliner Kliniken dabei, COVID-19-Patienten intensivmedizinisch zu betreuen. Das Besondere: Um täglich Visiten an verschiedenen Kliniken durchführen zu können, werden die Fachärzte per Roboter zugeschaltet.

In ganz Berlin sind aktuell 25 Visitenroboter im Einsatz: So können die Experten der Charité auch an anderen Kliniken Patienten betreuen und Kollegen unterstützen, ohne persönlich vor Ort zu sein. Mit diesem Modell können täglich 60 telemedizinische Visiten durchgeführt werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Charité – und das Netzwerk der teilnehmenden Kliniken soll stetig ausgebaut werden.

Die Roboter sind Teil des "Save"-Konzepts, das die Klinik zu Beginn der Corona-Krise entwickelt hat: Danach steuert die Charité als Level-1-Klinik berlinweit die Belegung der Intensivbetten und versorgt die schwersten COVID-19-Fälle. Außerdem werden intensivpflichtige COVID-19-Patienten in weiteren 16 Level-2-Kliniken der Region mitbetreut – zum Beispiel über die Visitenroboter. Die übrigen 60 Notfallkrankenhäuser in Berlin übernehmen zunächst die Betreuung von Intensiv-Patienten, die nicht an COVID-19 erkrankt sind.

Jan Falkenberg hat vor einigen Wochen den Sprung in die Telemedizin gewagt. Er profitiert nicht nur von einer gestiegenen Akzeptanz der Bundesbürger für eine Online-Sprechstunde, sondern auch von kostenlosen Angeboten der IT-Anbieter.

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„Wir stellen die intensivmedizinische Erfahrung der Charité und den evidenzbasierten Wissensstandard breit zur Verfügung und unterstützen die Versorgung intensivpflichtiger Patienten auf anderen Intensivstationen in der Region – dieser kollegiale Austausch ist im Ernstfall bei Beatmungspatienten enorm wichtig“, betont Prof. Dr. Claudia Spies, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin.

Die sogenannte telemedizinische Intensivstation basiert auf dem Innovationsfondsprojekt ERIC. Zu der Kommunikationsplattform gehört auch der Visitenroboter Vita für die Stationen vor Ort. Per Audio- und Video-Übertragung schalten sich die Charité-Experten zur gemeinsamen Visite dazu. „Die Vita kann mit der Kamera nahe an den Patienten heranfahren. Wir erarbeiten gemeinsam mit dem Behandlungsteam vor Ort Strategien und können im Bedarfsfall beraten und unterstützen“, erklärt Dr. Björn Weiß Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin und Koordinator des ERIC-Projekts. Dazu zählen beispielsweise die Anwendung der Bauchlage, die Einstellung des Beatmungsgerätes oder die Dosierung der Medikamente.

Das Projekt ERIC (Enhanced Recovery after Intensive Care)

Das Projekt ERIC soll dafür sorgen, dass evidenzbasiertes Wissen zur Intensivmedizinischen Betreuung von Beatmungspatienten in möglichst vielen Kliniken zu verbreiten. So sollen Langzeitfolgen wie beispielsweise Organfunktionsstörungen (z.B. Langzeitbeatmung), kognitive Störungen und der Verlust von Mobilität bei beatmungspflichtigen Intensivpatienten vermieden werden.


Quelle und Video:
Charité - Universitätsmedizin Berlin (7. Mai 2020)

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