Corona-Warn-App: So funktioniert sie

Die Corona-Warn-App der Bundesregierung ist nun online. Aber was kann die App, wie funktioniert sie und wie steht es mit dem Datenschutz? Wir haben die wichtigsten Infos für euch zusammengefasst.

Kzenon - stock.adobe.com / Logo: Bundesregierung

Die Bundesregierung und das Robert-Koch-Institut (RKI) haben die App gemeinsam mit der Deutschen Telekom und SAP entwickelt, um Infektionswege von COVID-19 möglichst gut nachvollziehen zu können. Das soll helfen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Wenn Du die App auf Deinem Smartphone installiert hast, erfasst sie, welche anderen Smartphones mit dieser App in der Nähe waren. Dabei werden per Bluetooth verschlüsselte Codes zwischen den Handys übertragen. Die Codes bleiben vollkommen anonym und werden nach zwei Wochen automatisch gelöscht. Werden Personen, die die App nutzen, positiv auf das Coronavirus getestet, können sie freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Dazu werden die Zufallscodes genutzt, die in der App gespeichert sind. Für Dich bedeutet das: Die App überprüft für Dich, ob Du infizierte Personen getroffen hast. Falls ja, bekommst Du eine Warnung und kannst Dich selbst testen lassen.

Tausende Medizinstudierende haben in den letzten Monaten in Kliniken geholfen, die Corona-Krise zu bewältigen. Aber was, wenn man sich im Dienst infiziert? Für wen COVID-19 als Berufskrankheit gilt und was das bedeutet, erklären wir im Beitrag.

weiterlesen

Wenn es darum geht, wie hoch das Infektionsrisiko bei einer Begegnung war, spielen für die App zwei verschiedene Faktoren eine Rolle: Die Dauer der Begegnung und der Abstand zwischen den beiden Smartphones. Dabei werden in der App Schwellenwerte hinterlegt, die sich auch ändern können. Wenn Du einer Corona-positiven Person begegnet bist, wird anhand dieser Werte das konkrete Risiko errechnet und in Deiner App angezeigt. Dabei gibt es drei verschiedene Stufen:

  • Niedriges Risiko: Du wirst darüber informiert, dass die Risiko-Überprüfung ihrer Begegnungs-Aufzeichnung keine Begegnung mit nachweislich Corona-positiv getesteten Personen ergeben hat oder dass etwaige Begegnungen nicht über dem definierten Schwellenwert lagen. In diesem Fall informiert Dich die App einfach über Hygiene- und Abstandsregelungen
  • Erhöhtes Risiko: Du wirst darüber informiert, dass die Risiko-Überprüfung Deiner Begegnungs-Aufzeichnung ein erhöhtes Infektionsrisiko ergeben hat. Das kann der Fall sein, wenn Du innerhalb der vergangenen 14 Tage mindestens einer Corona-positiv getesteten Person begegnet bist. In diesem Fall empfiehlt Dir die App, wenn möglich zu Hause zu bleiben und einen Arzt oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren. Dann kannst Du das weitere Vorgehen mit dem Arzt abstimmen und Dich eventuell testen lassen.
  • Unbekanntes Risiko: Wenn die App auf Deinem Handy nicht lange genug aktiviert war, bekommst Du den Hinweis "unbekanntes Risiko". Das bedeutet, dass die App das Risiko nicht genau berechnen konnte.

Und was ist mit dem Datenschutz?

Der Chaos Computer Club bewertet den bislang veröffentlichten Programmcode als vorbildlich und lobte, dass der Quellcode offenliegt und Datenschützer und IT-Sicherheitsforscher kontinuierlich überprüfen können, ob es Sicherheitslücken gibt. Das Verfahren erlaube zu keinem Zeitpunkt Rückschlüsse auf den Standort oder die Identität eines Users, heißt es von der Bundesregierung. Deshalb gibt es auch keine Echtzeit-Warnung, sobald Du Dich einer infizierten Person näherst – das wäre aus Datenschutz-Sicht problematisch. Das Smartphone weiß auch nie, wer positiv getestet wurde. Erfasst wird nur, ob Du Dich in der Nähe einer Person aufgehalten hast, auf deren Smartphone ein verifiziertes positives Testergebnis hinterlegt ist. Um sich selbst als "Corona-positiv" freizuschalten, ist aktuell noch der Anruf bei einer Hotline nötig. So wird auch verhindert, dass jemand sich als "positiv" kennzeichnet, ohne dass überhaupt ein entsprechendes Testergebnis vorliegt. Künftig soll diese Information aber direkt von den Testlaboren auf das Smartphone übertragen werden. Wichtig ist dabei: Jeder entscheidet selbst, ob er ein positives Ergebnis in der App teilen möchte oder nicht. Diese Information kannst Du selbst mit einem Schiebeschalter in der App freigeben oder nicht. 

Sobald die App deinstalliert wird, werden auch die gespeicherten Daten gelöscht. Auch eine Verpflichtung, die App zu installieren, gibt es nicht. Allerdings funktioniert das Prinzip natürlich nur, wenn möglichst viele Menschen sich daran beteiligen.

Die App gibt es kostenlos zum Download für Android im Google Play Store und für iPhones im App Store.

Quelle: Bundesregierung

Hier findest Du alles zur COVID-19-Pandemie: Wie kannst Du helfen? Was wird aus den Staatsexamens-Prüfungen? Und wie erleben andere junge Mediziner die aktuelle Situation?