Berufliche Alternativen für Ärzte

Berufe für technikaffine Ärzte und Ärztinnen

Als medizinischer Informatiker wird man als Arzt für alle großen Unternehmen der Branche interessant. Dabei kommt es meist nicht darauf an selbst zu programmieren, grundlegende IT-Kenntnisse, um die Realisierbarkeit von Projekten einschätzen zu können, reichen in der Regel aus. Eine Karriere ist ohne Zusatzausbildung allerdings auch in diesem Bereich nur sehr schwer möglich. Mit der Zusatzqualifikation "medizinische Informatik" lernt man Grundlagen der Informatik kennen und beschäftigt sich mit gängigen Informationssystemen, der Biometrie und wissensbasierten Systemen. „Medizinische Informatik“ kann man inzwischen auf Bachelor in verschiedenen Städten studieren, so etwa an der Universität Heidelberg oder an der Fachhochschule Dortmund. Die Zugangsvoraussetzung ist hier lediglich ein Zeugnis der Fach- bzw. Hochschulreife. Für fertige Mediziner bietet sich ein Blick auf die Website der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. an. Hier finden sich Informationen zu Studiengängen und Weiterbildungsadressen. In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich der verschiedenen Angebote, weil die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr unterschiedlich ist. 

Ebenso eine Möglichkeit: Neue Geräte und medizinische Verfahren entwickeln. Für eine Karriere in der Medizintechnik sind ingenieurwissenschaftliche Kenntnisse dringend Voraussetzung. Denn bei der Entwicklung von Krankenhausequipment, medizinischen Geräten und bildgebenden Verfahren ist technisches Know-How notwendig. Wichtig ist aber auch das Wissen darüber, zu welchen Komplikationen es bei dem Einsatz medizinischer Geräte kommen kann, daher wird eine praktische Erfahrung als Arzt in diesem Bereich gerne gesehen.  

Journalismus und Projektmanagement

Wer an den großen Stellschrauben des Systems drehen will, kann über eine Tätigkeit als Projektentwickler im internationalen Gesundheitswesen nachdenken. Als Arzt arbeitet man hier für nationale oder internationale Gesundheitsorganisationen (wie z.B. GIZ) oder die Regierung (z.B. für das Gesundheitsministerium), auch eine wissenschaftliche Laufbahn ist möglich, vorausgesetzt die medizinischen Forschungsfragen haben einen gesellschaftlichen und/oder politischen Aspekt. Professionalisieren kann man sich in diesem Bereich, indem man den  Masterstudiengang "International Health" absolviert, der nicht nur von Medizinern, sondern auch von anderen Gesundheitswissenschaftlern, wie Biologen der Pflegewissenschaftlern besucht wird. Studieren lässt sich "International Health" u.a. in Berlin, Amsterdam, London, Kopenhagen, Edinburgh und Bordeaux. Ein Teil des Studiums muss im Ausland absolviert werden, um den internationalen Bezug des Fachs gerecht zu werden. Auf tropED werden Universitäten vorgestellt, die eine Ausbildung in "International Health" anbieten. Auch auf der Website der Berliner Charité kann man sich informieren. 

Für alle oben genannten Alternativen ist die Bezahlung vergleichsweise gut. Sie reicht zwar nicht an das Gehalt eines Chefarztes heran, aber wer mit Fleiß und Ehrgeiz in seinem neuen Beschäftigungsfeld tätig ist, kann bald ein sehr gutes Einkommen erzielen. Wie bei den meisten Beschäftigten der Kreativbranche, sieht es auch bei Medizinjournalisten oft anders aus. Sie können sich zwar über mehr Freiheiten bei der Arbeit und eine zumeist freiere Zeiteinteilung freuen, verdienen dafür aber auch vergleichsweise wenig. Sie schreiben medizinisch-wissenschaftliche Artikel für Print- oder Internetmedien, erstellen Beiträge für Funk- oder Fernsehen, seltener sind sie als Buchautoren tätig. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium, eine gute Allgemeinbildung und Fremdsprachenkenntnisse. Der Zugang in diesen Beruf kann über ein viersemestriges Aufbaustudium im Fachbereich Journalismus/Medienwissenschaften oder über Volontariate/Praktika in Verlagen, Redaktionen oder Presseagenturen erfolgen.