Wie lerne ich am besten für das Physikum?

„Dieses verdammte Physikum macht mich noch wahnsinnig!“ Der Satz geht wohl jedem irgendwannn durch den Kopf, der sich auf diese erste große Prüfung im Medizinstudium vorbereitet. Hier kommen ein paar Lerntipps.

Pauken, Pauken, Pauken – heißt es vor dem Physikum. | CC0/Pexels

Das Wichtigste zu Beginn: Man kann nicht alles wissen. Es geht darum, notwendige Inhalte auszuwählen und unwichtige auszuklammern. Man sollte beim Lernen deshalb immer den Überblick behalten und sich nicht zu sehr auf Details versteifen. Auch die Prüfer wissen, dass es im Arbeitsalltag weniger darauf ankommt, eine Vokabel zu beherrschen, als ein Krankheitsbild korrekt einordnen zu können. 

Nach der Anatomie-Prüfung können die meisten ganz gut einschätzen, wie sie sich Inhalte am besten merken können. Manch einer lernt besser, wenn er sich zuhause einschließt. Andere brauchen Lesende um sich und gehen in die Bibliothek, dritte lieben die Lerngruppe. Auch wenn das Pendel bei jedem etwas anders ausschlägt, gilt hier: Die Mischung macht's. Es ist immer sinnvoll, Erlerntes mit anderen zu besprechen. Denn nur so kann man überprüfen, ob die Inhalte auch wirklich sitzen. Zwischendurch benötigt man aber auch mehr oder weniger lange Phasen, in denen man sich den Stoff alleine aneignet. 

Es ist gut, sich vor Augen zu führen, dass schon viele Medizinstudenten durch diese Physikum-Hölle gegangen sind (und noch viele folgen werden). Ja, es ist eine harte Zeit, und irgendwann weiß man vor lauter Kreuzen nicht mehr, wo oben und unten ist. Aber dafür kann man nach den Prüfungen wirklich stolz auf sich sein! 

Sieben Lerntipps für das Physikum

Für einen erfolgreichen Lerntag sollten neben dem „Büffeln“ auch Entspannungsphasen eingeplant und genommen werden. Anschließend lässt es sich wieder besser lernen.

Die Nächte nicht zu kurz werden lassen! Im Tiefschlaf werden durch das Lernen angelegte Gedächtnisspuren vom Hippocampus in den Kortex übertragen. Ausreichend Schlaf ist also wichtig, um das Gelernte zu verinnerlichen und am nächsten Tag wieder voll konzentrationsfähig zu sein. 

Um nicht den Überblick zu verlieren, ist es hilfreich, To-Do-Listen mit den Lernzielen anzulegen. Als erstes To-Do an jedem Tag könnte das kurze Wiederholen des Erlernten vom Vortag stehen.

Damit die Lernziele in der geplanten Zeit erreicht werden können, sollte man Zeitdiebe verbannen. Das Smartphone kann auf stumm geschaltet werden oder ganz in einer Schublade verschwinden. Als Belohnung ist in den Lernpausen der Blick aufs Handy dann wieder erlaubt.

Wer Probleme hat, sich bestimmte Zusammenhänge und Begrifflichkeiten zu merken, dem hilft es vielleicht, Kernaussagen oder Vokabeln mit ihrer Erläuterung auf Post-its zu schreiben und an Alltagsgegenstände in der Wohnung zu kleben. Wenn man auf das Post-it guckt, liest man sich die Stichwörter laut vor und wiederholt sie ein zweites Mal, ohne abzulesen.

Man muss in der Prüfungszeit nicht zum Eremiten werden. Eine Sporteinheit dient als Ausgleich und hilft, den Kopf wieder frei zu bekommen. Je nach Sportart kann dies auch gleichzeitig mit sozialen Aktivitäten verbunden werden. Mit dem besten Freund eine Runde joggen, schwimmen oder radfahren tut gleich doppelt gut.

Wem vom Lernmarathon völlig der Kopf dröhnt, der darf auch mal einen Tag Blau machen. Dann heißt es ausspannen und viel Energie tanken, damit es am nächsten Tag mit neuem Elan weitergehen kann.