Universitätsklinikum Augsburg geht zum Jahreswechsel an den Start

Vom 1. Januar 2019 an hat Bayern ein sechstes Universitätsklinikum. Zu diesem Zeitpunkt geht das bislang kommunale Augsburger Krankenhaus in die Trägerschaft des Freistaats über und wird ein Universitätsklinikum.

Der Festakt zur Einweihung ist am 9. Januar geplant. | Richard Reinhardt/CC0

Bayern baut derzeit die sechste Medizinfakultät des Landes auf. Dort sollen einmal rund 100 Medizinprofessoren etwa 1.500 Studenten ausbilden. Bislang hatte der Freistaat Medizinfakultäten an den beiden Münchner Unis, in Regensburg, Erlangen und Würzburg.

In Augsburg soll in den nächsten Jahren neben dem Klinikum ein neuer Campus mit einer Größe von fast 14 Hektar entstehen. Die gesamten Investitionskosten für das Projekt dürften in den Milliardenbereich gehen. Nachdem vor wenigen Wochen in Augsburg der Studiengang Medizinische Informatik gestartet ist, werden die ersten Humanmedizin-Studierenden zum Wintersemester 2019/2020 erwartet. Umwelt­medizin und Medizininformatik werden die beiden Forschungsschwerpunkte der neuen Fakultät sein.

Das Klinikum hat nach Angaben der Stadt mehr als 5.000 Mitarbeiter und rund 1.730 Betten, pro Jahr würden etwa eine Viertelmillion Patienten behandelt. Die bisherigen Träger – Stadt und Landkreis – hatten jahrzehntelang versucht, die Landesregierung von einer Universitätsklinik in Augsburg zu überzeugen. Erst der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) versprach dann 2009 die Umwandlung.

Seehofer soll deswegen demnächst die Ehrenbürgerwürde der Stadt entgegennehmen, der Landkreis hatte ihm bereits einen Ehrenring mit Brillant verliehen. Nach einer Studie der IHK Schwaben könnte die neue Universitätsklinik in der Region rund 6.500 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Kommunen sparen durch die Umwandlung beim laufenden Betrieb des Großkrankenhauses, müssen aber noch Altschulden abbezahlen.

Streit hatte es immer wieder wegen der Belastung der Mitarbeiter des Klinikums gegeben. Vor einem Monat schloss die Gewerkschaft Verdi mit der Krankenhausleitung dann einen Vertrag, durch den die Pfleger entlastet werden sollen. Unter anderem ist vorgesehen, innerhalb von zwei Jahren 100 neue Pflegestellen zu schaffen. 

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