BAföG und Co.: Möglichkeiten der Studienfinanzierung

Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)

Wer hat Anspruch auf Leistungen?

Persönliche Voraussetzungen für den Anspruch auf Ausbildungsförderung sind grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit. Neben Deutschen sind auch viele Ausländer/innen BAföG-berechtigt. Informationen zu dem für Sie zuständigen Amt für Ausbildungsförderung finden sich unter "Wo und wie werden Leistungen nach dem BAföG beantragt?" auf der BAföG-Website.

Gibt es eine Altersgrenze?

Studierende können grundsätzlich nur dann BAföG-Leistungen erhalten, wenn sie die Ausbildung, für die sie Förderung beantragen, vor Vollendung des 30. Lebensjahres – bzw. bei Masterstudiengängen vor Vollendung des 35. Lebensjahres – beginnen. 

Wo und wie werden Leistungen nach dem BAföG beantragt?

BAföG-Leistungen gibt es auf Grundlage eines schriftlichen Antrags. Die Leistungen nach dem BAföG müssen schriftlich auf den dafür vorgesehenen Formblättern beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung beantragt werden. Die Formblätter sind bei allen Ämtern für Ausbildungsförderung erhältlich, die auch die BAföG-Anträge bearbeiten und entscheiden, ob man Leistungen nach dem BAföG erhält. Die Formblätter können außerdem unter dem Menüpunkt Antragstellung eingesehen, ausgefüllt und ausgedruckt werden.

Beantragt werden können die Leistungen nach dem BAföG bei dem jeweiligen zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. In der Regel ist für Studierende das Studentenwerk der Hochschule, an der man immatrikuliert sind, zuständig.

Welche Bedarfssätze sieht das BAföG vor?

Maßgebend dafür sind laut Angaben der BAföG-Website nicht die bei den Auszubildenden tatsächlich und individuell anfallenden Kosten (konkreter Bedarf), die aufgrund der großen Anzahl der Antragsteller/innen nicht individuell ermittelt werden können, sondern der (abstrakte) Bedarf. Unter Bedarf versteht das BAföG danach die Geldsumme, die Auszubildende nach der Vorstellung des Gesetzgebers typischerweise für ihren Lebensunterhalt (Ernährung, Unterkunft, Bekleidung etc.) und ihre Ausbildung (Lehrbücher, Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte etc.) benötigen.

  • Die aufgeführten Beträge setzen sich zusammen aus dem Grund- und dem Wohnbedarf. So beinhaltet z.B. der monatliche Bedarfssatz für auswärts wohnende Studierende von insgesamt 597 Euro den Grundbedarf von 373 Euro und die Wohnpauschale von 224 Euro.
  • Für Auszubildende, die beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder einer privaten Krankenversicherung versichert sind, erhöht sich der Bedarfssatz um weitere 62 Euro monatlich. In den Fällen einer privaten Teilversicherung erhöht sich der Bedarfssatz um die nachgewiesenen Kosten, bzw. um 9/10 davon, wenn die nachgewiesenen Kosten auch Wahlleistungen umfassen, höchstens aber ebenfalls um 62 Euro. Zur Abgeltung der Kosten für die Pflegeversicherung wird für beitragspflichtige Auszubildende ein Pflegeversicherungszuschlag von 11 Euro geleistet.
  • Wie zuvor genannt, erhalten Auszubildende, die mit mindestens einem Kind, das das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem Haushalt leben, einen Kinderbetreuungszuschlag. Dieser beträgt 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind.
  • Unter Berücksichtigung aller Zuschläge beträgt damit der Förderungshöchstsatz für auswärts wohnende Studierende ohne Kinder 670 Euro und für auswärts wohnende Studierende mit einem Kind unter 10 Jahren, das im eigenen Haushalt lebt, 783 Euro.

Wie wird die individuelle Förderungshöhe berechnet?

Die Förderung nach BAföG geht vom Bedarfssatz aus, von dem Einkommen und Vermögen abzuziehen sind. Ausgangspunkt für die Höhe der BAföG-Förderung ist der jeweils maßgebliche Bedarfssatz nach dem BAföG.

Hiervon wird das anzurechnende eigene Einkommen und Vermögen der Auszubildenden sowie das anzurechnende Einkommen ihrer etwaigen Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und ihrer Eltern – in dieser Reihenfolge – in Abzug gebracht (familienabhängige Förderung).

Reichen also z.B. bei verheirateten Auszubildenden eigenes Einkommen und Vermögen sowie das Einkommen ihrer Ehegatten zur Deckung des Bedarfs nicht aus, wird auch das Einkommen der Eltern herangezogen. Nur bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen bleibt das Einkommen der Eltern außen vor.

In einem ersten Schritt ist also stets das jeweilige Einkommen festzustellen. Dann sind die einschlägigen Freibeträge zu ermitteln und vom zuvor festgestellten Einkommen abzuziehen. Der verbleibende Betrag ist das anzurechnende Einkommen.

 
Welches Einkommen wird angerechnet?

Grundlage sind § 21 BAföG, § 22 BAföG, § 24 BAföG. Ausgangspunkt für die Einkommensberechnung ist grundsätzlich die Summe der positiven Einkünfte im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes.

Davon abgezogen werden die Einkommen- und Kirchensteuer, pauschal festgesetzte Beträge für die soziale Sicherung (also insbesondere Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) sowie der Altersentlastungsbetrag. Abzüge erfolgen auch für geförderte Altersvorsorgebeiträge nach § 82 EStG ("Riester-Renten"), soweit sie dem Mindesteigenbeitrag nach § 86 EStG nicht überschreiten.

Hinzugerechnet werden die in § 21 Abs. 2a und 3 BAföG aufgeführten weiteren Einnahmen, die zwar nicht bzw. nicht in Deutschland zu versteuern sind, aber die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Einkommensbezieher erhöhen.

Der sich daraus ergebende Betrag ist das Einkommen im Sinne des BAföG.

Wann bleibt das Einkommen der Eltern unberücksichtigt?

Das Einkommen der Eltern wird nur in Ausnahmefällen nicht angerechnet.

Eine elternunabhängige Förderung erfolgt,

  • wenn der Aufenthaltsort der Eltern nicht bekannt ist oder sie im Ausland leben und dort rechtlich oder tatsächlich gehindert sind, Unterhalt im Inland zu leisten,
  • wenn die Ausbildungsförderung für den Besuch eines Abendgymnasiums oder Kollegs geleistet wird,
  • wenn die Auszubildenden bei Beginn des Ausbildungsabschnitts bereits das 30. Lebensjahr vollendet haben (und ausnahmsweise trotz dieses Umstands gefördert werden),
  • wenn die Auszubildenden bei Beginn des Ausbildungsabschnitts schon fünf Jahre erwerbstätig gewesen sind, nachdem sie das 18. Lebensjahr vollendet haben,
  • wenn die Auszubildenden vor Beginn des Ausbildungsabschnitts eine zumindest dreijährige berufsqualifizierende Ausbildung absolviert haben und anschließend mindestens drei Jahre erwerbstätig waren (eine kürzere Ausbildung kann durch eine entsprechend längere Erwerbstätigkeit kompensiert werden, wenn insgesamt mindestens sechs Jahre erreicht werden; umgekehrt gilt dies nicht: auch bei einer Ausbildung von mehr als drei Jahren muss anschließend noch eine Erwerbstätigkeit von mindestens drei Jahren nachgewiesen werden).

Auf Seite 3: Der Bildungskredit =>

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