Medis4ÖGD: Freiwilligenbörse vermittelt Studierende an Gesundheitsämter

Bei den aktuellen COVID-19-Infektionszahlen stoßen viele Gesundheitsämter an ihre Grenzen. Über die digitale Freiwilligenbörse Medis4ÖGD können sich Studierende daher für Info-Hotlines, Kontaktverfolgung oder zur Organisation von Tests freiwillig melden.

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Initiatoren der Börse sind der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD) und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd).

Beide Organisationen loben die Plattform: „Medis4ÖGD ermöglicht eine schnelle, flexible und unbürokratische Hilfe. Die Studierenden unterstützen das Personal vor Ort an der vordersten Front der Pandemiebekämpfung. Sie erhalten einen Arbeitsvertrag, eine angemessene Vergütung und werden im Vorfeld online geschult“, erklärt Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD. „Wir begrüßen es, dass Studierende auf fairem, transparentem und unkompliziertem Weg die Arbeit in den Gesundheitsämtern unterstützen können und gleichzeitig einen Einblick in den Öffentlichen Gesundheitsdienst erhalten“, meint Theresa Krüger, Bundeskoordinatorin für Public Health der bvmd.

Bei der Freiwilligenbörse können sich Studierende über ein Kontaktformular registrieren und angeben, wo sie gern eingesetzt werden möchten. Die Gesundheitsämter können sich dann direkt bei den Freiwilligen melden. Die Ämter stimmen die konkreten Einsatzbedingungen individuell mit den Studierenden ab und legen die Vereinbarungen in einem Arbeitsvertrag fest.

Auf der Online-Plattform „match4healtchcare“ können sich ab sofort Medizinstudierende und Auszubildende von Gesundheitsfachberufen, die sich im Rahmen der COVID-19-Pandemie engagieren wollen, melden.

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Schon im Frühjahr haben viele Studierende in den Gesundheitsämtern ausgeholfen und damit gute Erfahrungen gemacht: Im März wurden 90 Studierende über die Plattform vermittelt, im April waren es 306, im Mai 150, im Juni 110, im Juli 78 und im August 62. Damit folgt die Zahl der Ehrenamtlichen dem Verlauf der Pandemie in den vergangenen Monaten. Zahlen für September und Oktober liegen noch nicht vor.

Die flexiblen Arbeitszeiten kamen bei den freiwilligen Helferinnen und Helfern gut an. „Vor allem die Gesundheitsämter außerhalb größerer Städte sind aufgrund der Personalengpässe von der zweiten Welle erheblich betroffen. Durch Distanzlehre können Studierende möglicherweise auch vorübergehend in ihren Heimatorten unterstützen“, regt Krüger an.

Teichert fordert Gesundheitsämter und Studierende auf, die Möglichkeiten der Börse zu nutzen. „Das ist bei minimalem bürokratischem Aufwand ein Gewinn für beide Seiten“, ist die BVÖGD-Vorsitzende überzeugt.

Seit dem Frühjahr wurde die Börse übrigens auch auf andere Berufsgruppen des Medizinischen Sektors erweitert. Nun können sich dort nicht nur Medizinstudierende, sondern auch Studierende der Gesundheitswissenschaften, Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte registrieren lassen.

Quelle: bvmd (18.11.2020

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