Kind & Kittel: Blog zum Leben zwischen Familie und Klinik

Wie könnte man das vermeiden?

Vielleicht sollte es Kurse für Eltern geben, in denen medizinische Basics vermittelt werden. Erste-Hilfe-Kurse gibt es schon, aber hier geht es doch wieder um Notfälle. Sie sollten also um Themen wie: “Wann zur Notaufnahme?“ und “Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es krank ist?“ erweitert werden. So könnte man Eltern etwas an die Hand geben, damit sie sich nicht so hilflos fühlen und “unnötige” Fahrten in die Notaufnahme würden seltener werden.

Wenn Eltern die Sorgen dennoch nicht mehr aushalten und in die Notaufnahme fahren wollen, sollten sie Geduld mitbringen, und Verständnis für die Ärzte, die so unter Zeitdruck stehen. 

Ärzte wiederum sollten die Eltern ernst nehmen, auch wenn sie keinen Notfall mitbringen, ihnen zuhören und sie vor allem aufklären! Erklären, dass es sich zu hoher Wahrscheinlichkeit um einen viralen Infekt handelt, dass man nun Geduld haben und den Zustand des Kindes beobachten muss. Dass selbst die gründlichste Untersuchung nur eine Momentaufnahme ist und insbesondere sollten sie die Symptome betonen, bei denen eine Wiedervorstellung nötig wird. Anstelle eines Rezeptes können sie den Eltern also Beruhigung und Wissen mitgeben. So würden die meisten Eltern die Notaufnahme zufrieden verlassen und was wünscht man sich mehr als einen zufriedenen Patienten?

Eingangs erwähnte Ärztin gab mir einen Zettel, auf dem sie ihre tablettenlose Methode zum Fiebersenken beschrieben hatte. Sie bat mich, das allen, die ich kenne, zu zeigen - als Alternative zu Ibuprofen und Paracetamol. “Kind in eine Wanne mit 36 Grad warmen Wasser legen. Das Wasser zum Beispiel mit einer Handbrause von den Füßen her auf 31-32 Grad abkühlen lassen. Kind herausnehmen und abtrocknen.”

Im Gegenzug bitte ich die Ärzte und Schwestern in der Notaufnahme: Nehmt alle Eltern ernst. Sie kommen, weil sie sich Sorgen um ihr Kind machen. Nehmt euch eine Minute mehr Zeit, hört ihnen zu und klärt sie auf.

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