Hartmannbund drängt auf faire Vergütung im Praktischen Jahr

Im deutschen Bundestag wurde der Mindestlohn für Azubis entschieden. Anlässlich dieser Entscheidung hat Christian Wolfram, Vorsitzender der Medizinstudierenden im Hartmannbund, noch einmal auf die schwierigen Bedingungen für Medizinstudenten im PJ hingewiesen.

Medizinstudenten im PJ

Viele Medizinstudenten im PJ müssen nebenher jobben. | Wavebreakmedia/iStockphoto

Die Medizinstudierenden im Hartmannbund (HB) haben anlässlich der Entscheidung des Deutschen Bundestages für einen Mindestlohn in der Ausbildung ihre Forderung nach einer fairen Bezahlung ihrer Leistungen im Praktischen Jahr (PJ) erneuert. „Es ist zu begrüßen, wenn der Gesetzgeber sich darum kümmert, dass Auszubildende sich in der Lehre nicht unter Wert verkaufen müssen“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses der Medizinstudierenden im HB, Christian Wolfram.

„Noch schöner wäre es allerdings“, wenn sich der Bundestag in gleicher Weise der Tatsache annähme, dass die ganz überwiegende Zahl der Medizinstudierenden im PJ auf eine solch angemessene Vergütung weiter verzichten müsste, weil viele Kliniken „schlicht nicht entsprechend zahlen“, so Wolfram.

Die Medizinstudierenden in Deutschland rufen seit Jahren nach einer angemessenen Aufwandsent­­schädi­gung für das PJ. Vertreter der Bundesvertretung der Medizinstu­die­renden in Deutschland (bvmd) haben unter anderem dafür im Juli dieses Jahres dem Bundesministerium für Gesundheit eine Petition mit 108.654 Unterstützern übergeben.


„Wir fordern faire Bedingungen im PJ. Wir sind keine kostenlosen Stationshilfen. Blut­ab­nahmen und körperliche Untersuchungen allein genügen nicht als Vorbereitung auf die ärztliche Tätigkeit”, sagte Eric Twomey, Initiator der Petition und Leiter der PJ-Kampagne.

Bundesweite Umfragen der bvmd zeigten, dass bis zu 40 Prozent der Medizin­studie­renden im PJ auf ihr Erspartes zurückgreifen müssten. Rund 28 Prozent seien neben der emotional und körperlich belastenden Vollzeittätigkeit am Krankenbett zudem auf Nebenjobs ange­wiesen.

Auch der Marburger Bund (MB) hat sich hinter diese For­derung gestellt und eine Änderung der Approbationsordnung angeregt. „Wir brauchen eine bundesweit einheitliche PJ-Auf­wands­entschädigung“, sagte Victor Ba­nas, Vorsitzender des Sprecherrats der Medizin­studierenden im MB, Mitte dieses Jahres.

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