Tipps für die Doktorarbeit in der Medizin

Kapitel Ergebnisse: So geht man vor

Dieses Kapitel soll zwei Dinge zeigen: Erstens wie aufwendig, umfassend und exakt ausgeführt die beschriebenen Recherchen, Experimente, etc. waren. Zweitens soll daraus erkennbar sein, dass die eingesetzten Methoden beherrscht und so beschrieben wurden, dass sie von einem anderen Vertreter desselben Fachgebietes allein anhand der Beschreibung auch ausgeführt werden können. Kurz: Es muss aus der Beschreibung klar hervorgehen, welche Methoden in welcher Reihenfolge zum Einsatz kamen. 

Manchmal fällt es Doktoranden auch schwer, zu entscheiden, was in welches Kapitel gehört. In der Einleitung oder dem Methodik-Teil sollte niemand schon verraten, was er herausgefunden hat. In den Methodik-Teil gehören aber alle statistischen Tests. „Im Ergebnis-Teil darf der Promovend dann endlich berichten, was er herausgefunden hat. Aber gerade hier machen viele einen entscheidenden Fehler: Sie unterschätzen die Zeit, die für eine gute Darstellung nötig ist. Hierbei gilt: Tabellen, Grafiken und Abbildungen müssen selbsterklärend sein, alleinstehend verständlich. Über eine Tabelle gehört eine Überschrift, unter eine Grafik gehört eine Erklärung. Und: Immer sollten die Einheiten dabeistehen.

Kapitel Diskussion: Aufbau und Ausgestaltung

Noch weniger klar als der Aufbau des Ergebnis-Teils scheint der Aufbau einer Diskussion zu sein. Die Diskussion soll die Ergebnisse bewerten und dabei die in der Einleitung gestellte Frage wieder aufgreifen und beantworten. Für die Struktur hilft es, sich auf den Webseiten der Promotionsbüros anzuschauen, nach welchen Leitfragen die Gutachter vorgehen. Sie beurteilen etwa, wie gut der Promovend die Ergebnisse mit der Literatur vergleicht, wie klar die gezogenen Schlüsse sind und wie gut er diese Schlüsse mit den Ergebnissen begründet.

Dieses Kapitel soll den Gutachtern zeigen, dass man das Thema erfolgreich bearbeitet hat. Das bedeutet, dass man tatsächlich Ergebnisse erzielt hat und diese möglichst neu, umfangreich und unwiderlegbar sind. Insbesondere gilt dies für die Kernaussage der Ergebnisse, die besonders ausführlich dargestellt werden muss und als „krönender Abschluss“ ans Ende des Kapitels gehört.

Allgemein: Text auf Verständlichkeit prüfen

Zum Schluss lohnt es sich, am sprachlichen Niveau zu feilen – ein holpriger Ausdruck bringt Punktabzüge. Hierzu gehört es, Endlossätze zu vermeiden:

"Forschungen ergaben, dass das Hormon neben einer ausgeprägten lipophilen Eigenschaft und damit einer leichten Zugänglichkeit zu intrazellulären Molekülen durchaus auch die Rolle eines Radikalfängers einnimmt und insbesondere sehr spezifisch wirksam ist in Bezug auf das HydroxylRadikal." 

Dieser Satz lässt sich durch das Weglassen einiger Wörter und die Aufteilung in zwei Sätze vereinfachen: „Das Hormon hat ausgeprägte lipophile Eigenschaften. Darüber hinaus ist es als Radikalfänger insbesondere für Hydroxylradikale wirksam.“

Die eigene Arbeit mit "fremden Augen" lesen

Es ist wichtig, ein fertiggestelltes Kapitel ein paar Tage ruhen zu lassen. Beim erneuten Lesen versucht man dann, sich "dumm zu stellen" und in sich die Lage eines Unbeteiligten hineinzuversetzen, der verstehen will, woran man geforscht hat. Ein Tipp: Die wichtigsten Passagen einfach laut vorlesen. Das zwingt einen, mitzudenken und verhindert, dass man nur sporadisch einen Text überfliegt. 

Gegen Ende der Fertigstellung ist es wichtig, andere Personen – Kommilitonen, aber auch Fachfremde, die Arbeit lesen und beurteilen zu lassen. Ist die Argumentation schlüssig? Ist die Arbeit allgemein verständlich. Besteht an bestimmten Stellen die Gefahr einer Fehlinterpretation? Dies gilt es auszuloten.

Was muss man bei dem Verfassen einer Doktorarbeit beachten? Welche Hilfsmittel gibt es? Wie haushaltet man am besten mit seiner Zeit und seiner Energie? Ist eine Promotion in Zeiten des Ärztemangels überhaupt noch notwendig? Hier gibt es alle Artikel zur Promotion.

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