Tipps für die Doktorarbeit in der Medizin

Aufbau einer Dissertation

Prinzipiell hat jede Dissertation grob denselben Aufbau: Zuerst die Einleitung, die den Stand der Wissenschaft zum Promotionsthema darlegt und aus der sich die Fragestellung der Arbeit ableitet. Darauf folgen der Methoden-Teil, in den alle Mess- und Prüfverfahren gehören, und danach die Ergebnisse, die etwa ein Drittel der Arbeit ausmachen sollten. Daran schließt eine Diskussion an. In ihr vergleicht der Autor seine Ergebnisse mit anderen Untersuchungen. Die abschließende Zusammenfassung greift noch einmal die wichtigsten Punkte der Arbeit auf wenigen Seiten auf – ähnlich einem Abstract der Arbeit. Schließlich folgt das Literaturverzeichnis.

Struktur und Gliederung für Medizin-Doktorarbeiten entsprechen weitestgehend den Vorgaben für naturwissenschaftliche Examensarbeiten. Bevor man mit dem Schreiben beginnt, sollte man sich auf jeden Fall zunächst darüber informieren, ob es vonseiten der Fakultät einen verbindlichen Leitfaden für das Erstellen von Doktorarbeiten mit Hinweisen für Aufbau und Formatierung gibt.

Allgemein übliche Struktur und Kapitelreihenfolge einer Doktorarbeit:

  • Titelblatt – Terminblatt – Widmung (falls erwünscht)
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungs-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse
  • Kapitel 1: Einleitung
  • Kapitel 2: Material & Methoden
  • Kapitel 3: Ergebnisse
  • Kapitel 4: Diskussion
  • Kapitel 5: Zusammenfassung
  • Kapitel 6: Literaturverzeichnis
  • Anhang (optional und themenabhängig)
  • Danksagung
  • Lebenslauf

Vorbetrachtung: Was ist die Zielsetzung meiner Dissertation?

Bevor man mit dem eigentlichen Schreiben beginnt, eine wichtige Maßnahme: Man sollte auf nur einer einzigen DIN-A4-Seite handschriftlich die Kernbotschaft der Arbeit zusammenfassen. Warum ist das bearbeitete Thema relevant? Was war das Problem und die exakte Fragestellung? Was war die Zielsetzung? Mit welchen Methoden wurde gearbeitet? Was waren die wichtigsten Ergebnisse? Wurde die Hypothese dadurch widerlegt oder bestätigt? Konnte die Zielsetzung ganz, teilweise oder gar nicht erreicht werden?

Die Gliederung: Gute Vorbereitung spart Zeit

Als nächstes stellt man eine Gliederung mit Unterpunkten auf. Veranschlagen Sie dabei für die Einleitung ca. 5 Prozent bis max. 10 Prozent des Textumfanges (ohne Literaturverzeichnis) und etwa 40 bis 60 Prozent für die Darstellung der Ergebnisse (Grafiken und Tabellen miteingerechnet). Die Gliederung sollte weder zu grob noch zu kleinteilig angelegt werden. Wichtig! – Auf Formales achten: Wenn es einen Gliederungspunkt 1.1 gibt, dann muss es folgerichtig auch einen Punkt 1.2 geben.

Die Überschriften müssen einen konkreten Bezug zum Inhalt des Abschnittes herstellen können. Die Fähigkeit, Überschriften exakt und verständlich zu formulieren, zeugt gleichzeitig davon, dass man verstanden hat, worüber man schreibt und was man dem geneigten Leser mitteilen möchte. Je besser vorbereitet und strukturiert eine Gliederung im Vorfeld angelegt wird, desto leichter fällt es später, diese abzuarbeiten. Dies kann im späteren Verlauf des Schreibprozesses viel Zeit, Nerven und Ärger ersparen, die durch Änderungen oder Streichungen hervorgerufen werden. 

Direkt im richtigen Format beginnen

Es empfiehlt sich dringend, bereits von Beginn an eine Art „Rohfassung“ der Dissertation anzulegen, in der man damit beginnt, Fußnoten mit den entsprechenden Quellenangaben anzulegen und die formalen Anforderungen wie Schriftart und –größe, Zeilenabstand und Seitenränder direkt einzuhalten. Ansonsten verbringt man hinterher sehr viel Zeit mit Suchen nach korrekter Werksangabe, Autor, Seitenzahl, etc. oder gerät schlimmstenfalls in die Verlegenheit, die Quelle überhaupt nicht mehr ausfindig machen zu können. Außerdem behält man dadurch stets den Überblick, wie umfangreich die Arbeit in ihrer finalen Version haben wird.

Wichtig: Die Fragestellung im Auge behalten

Auch die Fragestellung sollte lange vor dem eigentlichen Schreiben genau ausformuliert sein: Was soll die Arbeit untersuchen? Nicht bei allen Doktorarbeiten ist dies immer sofort klar. Auch sollte das Thema eng genug gefasst sein, um es im Rahmen einer medizinischen Dissertation abhandeln zu können. In der Regel umfasst eine Doktorarbeit in der Humanmedizin – anders als in anderen Studienfächern – rund 100 Seiten.

Die Einleitung dient nur dazu, auf die Fragestellung hinzuführen. Als Faustregel gilt: Die Einleitung inklusive Fragestellung sollte nicht mehr als 20 Prozent der Arbeit ausmachen.

Der Einstieg in das eigentliche Schreiben gelingt erfahrungsgemäß am leichtesten mit dem Kapitel "Material und Methoden", weil es eine Beschreibung dessen ist, wie man zum Erlangen der Ergebnisse seiner Arbeit vorgehen möchte bzw. vorgegangen ist. 

Auf Seite 3 geht es weiter mit den Kapiteln "Ergebnisse" und "Diskussion" =>

Was muss man bei dem Verfassen einer Doktorarbeit beachten? Welche Hilfsmittel gibt es? Wie haushaltet man am besten mit seiner Zeit und seiner Energie? Ist eine Promotion in Zeiten des Ärztemangels überhaupt noch notwendig? Hier gibt es alle Artikel zur Promotion.

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