Uni-Klinik Dresden: Studenten üben Arzt-Patienten-Situationen mit Schauspielern

Aufregung im Kreißsaal, die Information des Patienten über eine schwere Krankheit oder die panische Angst vor einem Eingriff: Stresssituationen kommen im ärztlichen Alltag immer wieder vor. An der TU Dresden können die Studenten solche Situationen mit Hilfe von Schauspielern trainieren.

Einfühlsam mit Patienten kommunizieren – auch wenn es um schwierige Diagnosen geht: Auch das gehört zum Berufsbild des Arztes. | Adam Gregor - Fotolia

Schon seit zehn Jahren gibt es an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden das Medizinische interprofessionelle Trainingszentrum (MITZ). Hier können die Studierenden lernen, wie sie mit Patienten am besten umgehen und kommunizieren.

65 Schauspieler als Patienten, Angehörige und Pflegekräfte

„Durch die Schauspieler wird das Training einer real wirkenden Arzt-Patienten-Situation möglich“, beschreibt Dr. Henryk Pich, Leiter MITZ, den Mehrwert des Angebots. Die insgesamt 65 Schauspieler, die je nach Bedarf gebucht werden können, stellen Patienten in verschiedenen Situationen, aber auch Angehörige oder Pflegekräfte dar, die im Klinikalltag eng mit den Ärzten zusammenarbeiten. Bisher haben mehr als 17.000 Studierende an den Angeboten des MITZ teilgenommen – jedes Semester kommen 1.500 dazu.

Dabei lernen die Medizinstudenten das Angebot des MITZ schon im 2. Fachsemester im Rahmen des Kurses „Einführung in die klinische Medizin“ kennen. Zwischen dem 6. und dem 9. Fachsemester kommen weiteren Trainingseinheiten hinzu. Im Wahlpflichtfach "Fehler in der Medizin" trainieren die Studenten zum Beispiel, wie sie medizinische Fehler gegenüber Patienten und Angehörigen kommunizieren können. „Besonders wichtig ist uns, dass die Studierenden kommunikative Fertigkeiten im Umgang mit den Patienten erwerben“, erklärt Pich.

„Wer heute ein guter Arzt sein möchte, der beendet seine Ausbildung nie. Die jungen Menschen werden keinen Abschluss mehr in der Tasche haben, wie das Generationen vor ihnen hatten. Sie müssen sich die Fähigkeit antrainieren, ein Leben lang Wissen zu erwerben“, erklärt Prof. Heinz Reichmann, Dekan der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus Dresden. "Das MITZ ist unsere Plattform, um neue Lehrinhalte zu entwickeln und Studierende auf ihr Berufsleben optimal vorzubereiten. Ob es darum geht eine Geburt zu bewältigen, Fehler zu analysieren oder lebensbedrohliche Diagnosen empathisch zu erklären, es sind die ganz praktischen Fertigkeiten, die wir den Studierenden an die Hand geben können. Während des Studiums oder der Facharztausbildung."

Training für das interprofessionelle Team

Von dem Angebot des MITZ profitieren auch angehende Pflegekräfte. So lobt Jana Lutz, Pflegedirektorin des Uni-Klinikums, die Möglichkeit, auch die Arbeit im interprofessionellen Team zu trainieren: „Interprofessionalität und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe werden immer wichtiger bei der modernen Patientenversorgung. Bereits während der Ausbildung der angehenden Mediziner und Pflegekräfte sollen diese das neue Verständnis der Pflege und ein partnerschaftliches Miteinander der Berufsgruppen lernen. Dazu trägt das Training im MITZ entscheidend bei.“ So sieht das auch Prof. Maria Eberlein-Gonska, Leiterin des Zentralbereichs Qualitäts- und Medizinisches Risikomanagement: "„Eine gute und verständliche Kommunikation ist die Basis für eine hochwertige Krankenversorgung. Die Fähigkeit gut zu kommunizieren, ist nicht angeboren, sondern muss gelernt und immer wieder trainiert werden. Hier stehen alle Fächer und Professionen des Gesundheitswesens in der Pflicht.“

Quelle: Uniklinikum Carl Gustav Carus Dresden