Kassel School of Medicine: Erste Absolventen nehmen die Arbeit auf

In Kassel haben 13 junge Frauen und ein Mann jetzt als erster Jahrgang der Kassel School of Medicine (KSM) ihr bilinguales Medizinstudium abgeschlossen. Insgesamt haben sie zwei Jahre in Southampton (GB) und drei Jahre in Nordhessen studiert.

Freude über den Abschluss des Medizinstudiums an der KSM: ein Teil des ersten Jahrgangs mit Dekanin Prof. Dr. Irina Berger (4. v.l.). | Gesundheit Nordhessen

Die 14 Absolventen haben nun den englischen Abschluss Bachelor of Medicine, Bachelor of Surgery in der Tasche – den klassischen englischen Abschluss für Mediziner. Derzeit absolvieren sie ihr sogenanntes „Foundation Year", in dem sie schon weitgehend selbständig arbeiten dürfen. Dieses Foundation Year ermöglicht den Absolventen die Vollapprobation in Deutschland und die uneingeschränkte Erlaubnis für die ärztliche Tätigkeit in Großbritannien.

Pioniere im neuen Studiengang

Der Pionierjahrgang hat im September 2013 sein Studium aufgenommen. In den ersten beiden Studienjahren in Southampton wurde die wissenschaftlich-fachliche Basis gelegt – hier standen unter anderem Fächer wie Biochemie, Anatomie, Physiologie und die Grundlagenwissenschaften auf dem Lehrplan. In Großbritannien werden diese Fächer allerdings nicht separat, sondern Organ-bezogen unterrichtet. Außerdem hatten die Studenten von Anfang an Kontakt zu Patienten.

Im dritten Studienjahr sind die KSM-Studierenden für die klinische Ausbildung nach Nordhessen gewechselt. Die einzelnen Lernblöcke, beispielsweise in den Fachgebieten wie Gynäkologie, Pädiatrie, Chirurgie und Psychiatrie, begannen jeweils mit Basisvorlesungen und -kursen und gingen dann – unter Anleitung – mit der praktischen Arbeit am Krankenbett sowie Seminaren weiter. Den deutschen Mediziner-Alltag lernten sie sowohl beim Maximalversorger Klinikum Kassel als auch an den kleineren Krankenhäusern der GNH und bei niedergelassenen Allgemeinmedizinern in der Region kennen.

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Außerdem hat die wissenschaftliche Arbeit einen hohen Stellenwert, erläutert KSM-Dekanin Prof. Dr. Irina Berger, Direktorin des Instituts für Pathologie im Klinikum Kassel: „Die wissenschaftliche Ausbildung ist wichtiger Bestandteil der Mediziner-Ausbildung in unserer Medical School und im englischen Curriculum fest verankert. Hier bietet der Ausbildungsansatz einer Medical School neben dem ausgeprägten Praxisbezug deutliche Vorteile zur deutschen Medizinerausbildung.“

Zwei Graduiertenfeiern für die Absolventen

Schon im Juli haben die Absolventen in Southampton ihre Abschlussurkunden überreicht bekommen, Anfang August gab es noch eine Graduiertenfeier in Kassel. Dabei lobte der GNH-Vorstandsvorsitzende und KSM-Geschäftsführer Karsten Honsel die 14 Studierenden nicht nur für ihre hervorragenden Ergebnisse, sondern auch für den großen Mut, den sie vor fünf Jahren bewiesen hätten: Sie hätten das Wagnis eines komplett neuen Studiengangs auf sich genommen und konnten sich daher nicht bei früheren Absolventen Rat holen.

Die KSM ist eine Tochtergesellschaft der Gesundheit Nordhessen (GNH). Seit 2013 bietet sie in Kooperation mit der University of Southampton ein bilinguales Studium an. Die Inhalte und der Ablauf entsprechen den Vorgaben für ein Medizinstudium in Großbritannien. Jedes Jahr werden an der KSM bis zu 30 Nachwuchsärzte ausgebildet. Aktuell studieren um die 130 junge Menschen in fünf Jahrgängen an der KSM.

Quelle: Gesundheit Nordhessen