Hartmannbund-Blitzumfrage: Medizinstudierende gegen PJ-Pflichtquartal in ambulanter Versorgung

Eine breite Mehrheit der Teilnehmer an einer Blitzumfrage des Hartmannbundes lehnt ein PJ-Pflichtquartal in der ambulanten Versorgung, wie es im Rahmen des "Masterplans Medizinstudium 2020" eingeführt werden soll, ab.

Ablehnung

Laut einer Blitzumfrage des Hartmannbundes lehnt die Mehrzahl der Teilnehmer Kernpunkte für den "Masterplan Medizinstudium 2020" ab. | Pixabay

Demnach sprechen sich knapp 80 Prozent der insgesamt 8.314 Umfrageteilnehmer gegen die Einführung eines PJ-Pflichtquartals in der ambulanten Versorgung aus. Auch zur verpflichtenden M3-Prüfung in der Allgemeinmedizin habe es ein deutliches „Nein“ gegeben, so Moritz Völker, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund. „Diese phänomenale Teilnehmerzahl innerhalb nur einer Woche und die eindeutigen Voten kann man nicht einfach vom Tisch wischen, das kann die Politik nicht ignorieren“, ist sich Völker sicher. 

Erneuter Appell an Ministerien

Vor diesem Hintergrund ruft Völker noch einmal die für die endgültige Entscheidung zuständigen Ministerien dazu auf, die bereits mehrfach vorgebrachten konstruktiven Alternativvorschläge der Ärzte von morgen zu berücksichtigen. Bis zur angekündigten Veröffentlichung des „Masterplan Medizinstudium 2020“ im Herbst gebe es noch ausreichend Zeit, die Verabschiedung möglicherweise übereilt zustande gekommener Kompromissvorschläge zu überdenken. „Dies haben wir im Übrigen auch noch einmal in entsprechenden Briefen an die beteiligten Bundesministerien sowie an die Gesundheits- und Kultusminister der Länder deutlich gemacht“, so Völker. 

In den Briefen sei ebenfalls darauf hingewiesen worden, dass die Einführung einer optionalen Landarztquote keine Lösung für strukturelle Probleme sein kann. Rund 70 Prozent der Umfrageteilnehmer lehnten laut Umfrage auch diese geplante Maßnahme ab.

Quelle: Hartmannbund