Ein Krankenhaus für Nepal: Es geht voran!

Der Frankfurter Medizinstudent Pradip Kumar Yadav will in seinem Heimatort Sapahi in Nepal ein Krankenhaus nach europäischem Standard bauen. Jetzt war er mit einigen Mitstreitern vor Ort, um den Bauplatz zu besichtigen und für sein Projekt zu werben. Ein Reisebericht.

Prof. Johannes Schulze und andere Mitglieder der deutschen Delegation wurden in Sapahi mit traditionellen Blumenketten begrüßt. | Yadav

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„Diese Reise war für das Projekt sehr wertvoll“, freut sich Yadav, der inzwischen wieder in Deutschland ist, „das Team und ich haben für das Projekt viele wichtige Informationen gesammelt und großartige Arbeit geleistet“. Insgesamt 23 Teilnehmer waren bei der zweiwöchigen Reise dabei: Neben Yadav selbst Prof. Johannes Schulze von der Uniklinik Frankfurt, der Architekturprofessor Heinrich Lessing von der Frankfurt University of Applied Sciences, Dr. Hans-Jürgen Rapp vom Bürgerhospital Frankfurt sowie mehrere Architektur- und Medizinstudenten.

Hier kann gebaut werden!

Ein Ziel der Reise war das für den Krankenhausbau vorgesehene Grundstück in Sapahi. Mit etwa 70.000 Quadratmetern ist es für das Krankenhaus groß genug – außerdem ist es von der Hauptstraße des Ortes gut erreichbar und kann leicht mit Strom und Wasser versorgt werden. Auf dem Grundstück stehen viele verschiedene Bäume, die in den geplanten Entwurf als Teil des Krankenhausgartens einbezogen werden sollen.

Außerdem nutzte die Delegation des Nepalese-German Hospital Projects die Gelegenheit, Kontakt zu einflussreichen Politikern zu knüpfen: So gab es unter anderem Meetings mit dem amtierenden Gesundheitsminister, einem früheren Präsidenten von Nepal und verschiedenen Lokalpolitikern – außerdem mit Vertretern der Deutschen Botschaft, der KfW-Entwicklungsbank, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und dem College of Medical Sciences Chitwan (CMS) in Bharatpur, einer einheimischen medizinischen Fakultät. „Alle freuen sich, unser Projekt unterstützen zu können“, lobt Yadav die Gespräche. Es wurde sogar ein Kooperationsvertrag zwischen dem Nepalese-German Hospital Project, dem CMS und der Uniklinik Frankfurt unterschrieben.

Große Zustimmung in der Kommune

Ein Höhepunkt der Reise war die Vorstellung des Projektes direkt vor Ort in Sapahi. Neben offiziellen Vertretern der Kommune und dem Sohn eines ehemaligen Präsidenten waren auch die Einwohner von Sapahi eingeladen. Etwa 1.000 Bürger folgten der rund dreistündigen Projektpräsentation aufmerksam und informierten sich über die Krankenhauspläne. 

Pradip Kumar Yadav hat einen ganz großen Traum: Der Medizinstudent, der derzeit am Klinikum Frankfurt Höchst sein PJ absolviert, will in seinem nepalesischen Heimatort ein Krankenhaus nach deutschem Standard bauen – 2025 sollen die ersten Patienten behandelt werden.

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Um sich über ähnliche Krankenhausprojekte zu informieren, besuchten Yadav und seine Mitstreiter auch eine etwa 70 Kilometer entfernte Augenklinik, die schon 1983 von dem deutschen Augenarzt Dr. Albrecht Hennig gegründet wurde – damals nur mit zwölf Betten. Heute ist das Lahan Eye Hospital die zweitgrößte Augenklinik der Welt – jeden Tag werden hier bis zu 400 Patienten behandelt. „Das Lahan Eye Hospital ist eine der besten Fachkliniken in ganz Asien und inzwischen sehr erfolgreich“, erklärt Yadav, „Patienten aus ganz Nepal, Indien, Bangladesch und Pakistan lassen sich hier behandeln. Wir haben dieses Krankenhaus besucht, weil es ein gutes Vorbild für uns ist. An diesem Beispiel sieht man auch, dass Investitionen in Nepal sicher sind“.

Die Delegation besichtigte auch noch andere Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen, um die Rahmenbedingungen für die Organisation und den Betrieb der Kliniken kennenzulernen. „Die Bedingungen sind in Nepal schon sehr anders als in Europa“, erklärt Yadav, „aber es war gut, dass wir vor Ort waren. So können wir die Erkenntnisse unserer Reise in die Konzepte für das Krankenhaus in Sapahi einbeziehen“.

Der nächste große Schritt für das Nepalese-German Hospital Project ist jetzt die Gründung einer Stiftung, um die Organisation und die Gewinnung von Spenden einfacher zu machen. Hier laufen inzwischen die Vorbereitungen – wir werden berichten.

Nepalese-German Hospital Project

Kontakt:

Pradip K. Yadav

Telefon: 0176-56 98 28 83
E-Mail: pradip.tsph@gmail.com

Ein Link zur Website und die Daten des Spendenkontos werden hier nach der Stiftungsgründung bekannt gegeben.

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