Blog zum Medizinstudium: Das zweite vorklinische Semester

Bewerbung, richtiges Lernen, Physikum und Pflegepraktikum: Andrej Weissenberger gibt Tipps zu allen Themen, die Medizinstudenten bewegen. Selbst an der Universität Bonn eingeschrieben, sorgt er in seinem Blog regelmäßig für Einblicke in seine eigenen Erfahrungen. Teil 7: Das zweite vorklinische Semester.

Operation Karriere-Blogger Andrej Weissenberger

Hier bloggt Andrej Weissenberger über alles, was Medizinstudenten interessiert.

Nachdem das erste Semester geschafft und der Chemieschein in der Tasche ist, kann man sich auf das zweite Semester freuen, das mindestens genauso anstrengend und spannend ist wie das erste.

Gelehrt wird im zweiten Semester in den Fächern Physik, Biochemie, Biologie (Teil 2) und der mikroskopischen Anatomie. Außerdem besteht die Möglichkeit – und die bietet sich vor allem deswegen an, weil man im zweiten Semester relativ viel Zeit hat – ein Pflichtwahlfach zu belegen sowie das Praktikum der Berufsfelderkundung zu absolvieren.

Achtung: Physik

Wie bereits im vorherigen Blogeintrag angesprochen, war Physik meiner Ansicht nach das schwierigste und zeitintensivste Fach in diesem Semester. Die meisten Studierenden hatten Schwierigkeiten mit Physik, da sie im Laufe ihrer Schullaufbahn eher Verständnis für die Biologie als die Physik entwickelt haben. Es mangelte nicht immer am Verständnis, oft forderten die Tutoren sehr viel von uns, sodass teilweise die Motivation und die Stimmung während der Versuchsdurchführungen etwas im Keller waren.

Anschließend an das Seminar und die begleitende Vorlesung aus dem ersten Semester soll beim Physik-Praktikum das theoretische Wissen angewendet werden. So müssen zehn Versuche in Zweiergruppen à drei Stunden absolviert und ein umfangreiches Protokoll abgegeben werden. Die aktive Teilnahme an den Versuchen (dazu gehören auch kleine Prüfungen bei der Versuchsbesprechung) sowie das Protokoll werden bewertet. Am Ende des Praktikums muss man mindestens 50 Punkte gesammelt haben, um zur Klausur zugelassen zu werden. Besonders anstrengend fand ich das Praktikum, weil ich absolut keine Ahnung von Physik hatte und die Vorlesung aus zeitlichen Gründen im ersten Semester nicht besucht habe. Zu Hause bereitete ich mich mit Büchern so gut wie möglich vor und hoffte jede Woche auf einen guten Tutor, der nicht unbedingt die schwierigsten Fragen stellt, sondern mehr auf die Physik eingeht und diese erklärt. Meiner Meinung nach absolviert man ein Praktikum, weil man ein Neuling auf einem Gebiet ist und etwas lernen soll, während man die Versuche macht.

Taschenrechner nicht erlaubt

Die Klausur besteht aus 20 offenen Fragen zu den einzelnen Versuchen. Taschenrechner sind nicht erlaubt, also muss zum ersten Mal im Studium im Kopf gerechnet werden. Nichtsdestotrotz ist die Klausur machbar, wenn man sich mit Altfragen vorbereitet, bereits etwas schriftlich gerechnet und im Praktikum gut aufgepasst hat.

Die Biochemiker bieten im zweiten Semester eine Vorlesung, ein Praktikum und ein begleitendes Seminar an. Dort werden Themen wie Enzymologie, Aminosäuren, Proteine und verschiedene Stoffwechsel theoretisch besprochen und praktisch durchgeführt. In einer entspannten Atmosphäre bespricht man z. B. das Thema Enzymologie, daraufhin kann man selbst im Praktikum sehen, wie ein Enzym arbeitet und seine Aktivität mit verschiedenen Verfahren und Geräten messen, die tatsächlich in der Praxis angewendet werden.

Das Praktikum war im Vergleich zum Physikpraktikum entspannt und hat sehr viel Spaß gemacht, weil man nicht dauerhaft unter Prüfungsstress stand. Man hatte keine Angst, vom Praktikum ausgeschlossen zu werden, wenn man mal nicht gut auf das Thema vorbereitet war. Selbstverständlich hat man sich so gut wie möglich vorbereitet, aber die Biochemiker waren bei weitem nicht so anspruchsvoll und streng wie die Physiker.

Das biochemische Sommersemester schließt man ab, indem man eine MC-Klausur mit 30 Fragen besteht. Teil 2 folgt im dritten Semester.

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