Blog zum Medizinstudium: Das Pflegepraktikum

Was darf man erwarten?

Und was durfte ich alles machen? Ich habe die (kleinen) PatientInnen mit ihren Eltern auf der Station begrüßt und aufgenommen, Vitalzeichen der Kinder gemessen, beobachtet und dokumentiert, Papierkram erledigt, viele Windeln gewechselt, Babys gefüttert, Arztvisiten begleitet, ja selbst Eltern getröstet, wenn sie am Ende des Tages völlig erschöpft waren und eine Pause brauchten. Was man auf der Station machen darf, ist von Station zu Station unterschiedlich. Infusionen anhängen oder sogar Zugänge legen ist eigentlich überall ein No-Go, wenn man nicht zum geschulten Personal gehört.

Nach gut drei Wochen war ich komplett in das Team eingegliedert, mit dem pflegerischen und ärztlichen Personal war ich per Du. Und so schwang ich mich, mit Babyflaschen und Windeln ausgerüstet, durch die Station.

Offene Kommunikation

Immer wieder fanden Gespräche mit PflegerInnen, die für Auszubildende und PraktikantInnen ein besonders einfühlsames Händchen hatten, statt, um meinen Wissensstand, meinen Fortschritt zu erfahren und zu dokumentieren und um mir Verbesserungsvorschläge zu geben. Besonders wichtig fand ich, dass sie auch auf meine Wünsche eingegangen sind und wissen wollten, wie ich mich auf der Station und bei der Arbeit fühle. Und das kann ich auch nur weiterempfehlen: Sucht das Gespräch und sagt es in einer freundlichen Art und Weise, wenn euch etwas stört, ihr euch mehr Unterstützung wünscht oder überfordert fühlt! Es wird euch niemand zu etwas zwingen, was ihr euch nicht zutraut. Ein nettes Wort zum Dienstende wird euch auch niemand verübeln.

Was man genau auf der Station sieht, hängt von der Station ab. Während manche Menschen denken, dass Kinderärzte nur Husten und Schnupfen behandeln, hatten wir auf der Station, neben kleinen Wehwehchen wie dicken Wangen nach einem Mückenstich, größere Sachen wie Vergiftungen, Lungenentzündungen, tropische Krankheiten wie Malaria und große Sturzflieger zu Besuch. Und alle sind heil und munter nach Hause gegangen.

Positives Fazit

Heute, fast zwei Jahre nach dem Pflegepraktikum, blicke ich gerne auf diese Zeit zurück, in der ich dank der PflegerInnen und des ärztlichen Personals viel gelernt habe und bereits selbstständig im medizinischen Bereich arbeiten durfte.

Was bringt ein Auslandsaufenthalt für Medizinstudierende? Für welches Land entscheidet man sich und wie organisiert man den Aufenthalt? Und: Welche Bedeutung hat diese Erfahrung für die eigene Karriere? Medizinstudierende geben Antworten.

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Und was habe ich noch so gelernt? Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus: Die Pflege ist eine Teamarbeit, genauso wie eure ärztliche Tätigkeit in der Zukunft. Man muss sich aufeinander verlassen, Hand in Hand agieren können. Ohne jegliche Motivation eurerseits, aber auch seitens des Personals, wird das Pflegepraktikum kein Vergnügen. Sorgt schon von Anfang an für einen guten und freundlichen Eindruck!

Daher der Appell: Macht etwas aus dem Pflegepraktikum! Nutzt diese Zeit, um Erfahrungen zu sammeln, das Personal mit Fragen zu löchern und vor allem die ersten Kontakte zu knüpfen. Seid freundlich, hilfsbereit und schenkt dem Personal und den kleinen oder großen PatientInnen ein Lächeln. Es lohnt sich!

Weitere Informationen zum Pflegepraktikum und anderen wichtigen Themen des Ersten Abschnitts der ärztlichen Prüfung findet man übrigens auf der Website des Landesprüfungsamtes für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie (hier stellvertretend für das Land NRW).

Andrej Weissenberger (21) studiert Medizin in Bonn und wohnt in Köln. Derzeit befindet er sich im dritten vorklinischen Semester und bereitet sich auf sein Physikum im August vor.

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