Blog zum Medizinstudium: Das zweite vorklinische Semester

Biologie: Mirkobiologie und Genetik im Fokus

In der Biologie geht es im zweiten Semester mit den Themen Mikrobiologie und Genetik weiter. Neben der Vorlesung muss das Praktikum absolviert werden, das einem die Welt der Bakterien und der Genetik näherbringen soll. Im Praktikum haben wir Bakterienkulturen hergestellt, gefärbt und gezählt, außerdem haben wir sie mutieren lassen, sodass sie plötzlich neue Eigenschaften (z. B. Resistenzen) hatten. Im Themenblock Genetik haben wir Stammbäume für verschiedene Krankheiten erstellt und geschaut, warum sich eine Krankheit auf genetischer Ebene so auswirkt wie sie es tatsächlich tut. Sehr spannend und sehr entspannt. Studierende, die Biologie in der Oberstufe hatten, konnten sich etwas zurücklehnen und etwas mehr Zeit ins Lernen für Physik oder Biochemie investieren.

Den Bio-Schein erlangt man mit dem Bestehen einer MC-Klausur, die aus 30 Fragen besteht. Auch hier gilt: Hat man im Praktikum nicht geschlafen, war das Bestehen keine große Schwierigkeit.

Und damit man im dritten Semester keine Schwierigkeiten hat, ein Organ von außen zu erkennen, muss man erstmal seinen mikroskopischen Aufbau kennen. Wöchentlich findet im zweiten Semester der Kurs der mikroskopischen Anatomie statt, in dem tierische und menschliche Präparate unter dem Mikroskop angeschaut werden. Und ich weiß nicht, was wir da nicht alles unter dem Mikroskop hatten… Von der Milz eines Hasens bis hin zum Oberkiefer eines Embryos, alles war dabei. Interessant, wenn man schon einen Einblick in die Tiefe des Menschen bekommt. Alles in allem sehr spannend und lehrreich.

Zwischendurch gibt es kleine Prüfungen, die schriftlich sind. Man bekommt Präparate vorgelegt und muss bestimmte Strukturen erkennen und benennen können. Wenn man die Testate bestanden hat, ist auch der Kurs der mikroskopischen Anatomie bestanden.

Erfahrungen sammeln bei der Berufsfelderkundung

Im Praktikum der Berufsfelderkundung geht es darum, erste Erfahrungen in einer Arztpraxis zu sammeln. Man begleitet drei Tage lang einen Arzt und schaut ihm bei der Arbeit zu. Manche Ärzte bieten sogar Praktisches an und zeigen einem, wie man Blut abnimmt. Mit etwas Glück darf man es dann auch selbst machen, auch wenn das eigentlich nicht unbedingt in diesem Praktikum vorgesehen ist. Wichtig ist dieser Schein, der ja nicht benotet oder durch eine Klausur bestanden wird, da man sich irgendwann für das Physikum anmelden möchte. Dieses Praktikum ist einfach Teil des Scheinkatalogs, ohne diesen Schein kann man sich nämlich nicht zum Physikum anmelden.

Ähnliches gilt für das Wahlfach. Ich habe mich für Medizingeschichte entschieden, ebenso hätte ich aber auch Spanisch auf A1-Niveau wählen können, denn, wie der Name schon sagt, es ist ein Wahlfach. Es geht darum, seinen Horizont zu erweitern. Manche belegen komplexe Fächer wie molekulare Stammzellforschung, andere vergnügen sich in der Homöopathie-Vorlesung. Jedenfalls muss das Wahlfach in irgendeinem Sinne mit dem eigenen Weg begründet werden, den man später als Ärztin/Arzt gehen möchte. Wenn jemand seine ärztliche Zukunft in Spanien sieht, so kann er durchaus einen Spanischkurs besuchen, um seine sprachlichen Fähigkeiten zu erweitern. Wichtig ist nur, egal für welches Fach man sich entscheidet, dass am Ende eine Prüfung abgelegt wird. Wie diese Prüfung aussieht, kann sich die lehrende Person selbst aussuchen. Bei mir war es so, dass wir uns wöchentlich einmal getroffen haben, um die vielseitige, nicht immer tolle Geschichte der Medizin kennenzulernen. Die verschiedenen Themen haben wir uns durch eigene Vorträge nähergebracht, so stand auch die Prüfungsleistung fest. Das Besondere am Wahlfach ist, dass es die erste Note ist, die man in seinem Medizinstudium bekommt (zumindest ist das in Bonn so). Die Note steht auf dem Physikumszeugnis, hat aber an sich keine große Relevanz.

Und dann geht es schon bald in das dritte Semester.

Andrej Weissenberger (21) studiert Medizin in Bonn und wohnt in Köln. Derzeit befindet er sich im dritten vorklinischen Semester und bereitet sich auf sein Physikum im kommenden Jahr vor.

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