Die Wahl der "richtigen" Facharztrichtung

Es ist eine Entscheidung, die einen das gesamte Leben lang begleitet: In welchem medizinischen Fachgebiet möchte ich arbeiten? Hier einige Fragen, die Du Dir im Entscheidungsprozess stellen kannst.

Studentin

Für die Wahl der Facharztrichtung lässt man sich am besten viel Zeit. | vetkit/Fotolia

Es gibt in Deutschland 34 Gebiete, in denen Du eine Facharzt-Weiterbildung absolvieren kannst. Jede Spezialisierung hat ihre besonderen Vorzüge und natürlich auch Nachteile. Dabei gibt es einige Gebiete, in denen weitere Spezialisierungen möglich sind, wie beispielsweise die Chirurgie oder die Innere Medizin. Wie stellt man fest, welche Weiterbildung die "richtige" ist? Es empfiehlt sich immer, mit Experten und Kommilitonen zu sprechen, zum Beispiel auf den Operation Karriere-Kongressen. Natürlich hast Du auch die Möglichkeit, eine begonnene Weiterbildung zu unterbrechen und eine andere zu beginnen, die besser zu Dir passt. Das passiert öfter als man denkt: Es ist sicherlich besser, einige wenige Jahre zu „verlieren“, als Dein gesamtes Berufsleben lang mit dem Fachbereich unzufrieden zu sein. Neben solchen, grundsätzlichen Erwägungen kannst Du Dir noch eine Reihe konkreterer Fragen stellen. 

Allgemeine Fragen

Zunächst solltest Du Dich fragen, ob Du tatsächlich kurativ arbeiten möchtest. Ausgebildete Ärzte sind in vielen Berufsfeldern gefragt, möglich wäre zum Beispiel auch eine Anstellung in einem alternativen Berufsfeld

Bist Du Dir sicher, dass Du praktizierender Arzt oder Ärztin werden möchtest, solltest Du Dir die Frage stellen, ob Du ein patientennahes Fach (direkte Patientenversorgung) oder ein eher patientenfernes Fach (z.B. Radiologie, Arbeitsmedizin etc.) wählen willst. Bei den patientennahen Fächern kannst Du Dir dann die Frage stellen, ob Du konservativ (z.B. Allgemeinmedizin) oder chirurgisch (z.B. Thoraxchirurgie oder Augenheilkunde) arbeiten möchtest. 

Konkrete Fragen

Hast Du diese allgemeinen Fragen für Dich beantwortet, ist die Auswahl der Fächer schon einmal eingegrenzt. Dann kannst Du Dich eingehender mit den Weiterbildungsordnungen der jeweiligen Lieblingsfächer beschäftigen: Welche Inhalte werden verlangt? Wo kann die Weiterbildung absolviert werden? Passt das Fach zu Deiner eigenen Art zu arbeiten? Auf welche Vorlieben mussst Du jeweils verzichten?

Und dann gibt es natürlich auch noch die Aspekte Verdienst und Karriere. Natürlich ist es wichtig zu wissen, wie die Verdienstmöglichkeiten sind und ob es beispielsweise die Möglichkeit der Promotion gibt. Aber viel wichtiger ist, dass Dich das Fach interessiert und Du wirklich Lust darauf hast. 

Mittelfristig können natürlich auch Faktoren der Work-Life-Balance eine Rolle bei der Facharztwahl spielen. Wenn Du zum Beispiel eine Familie gründen willst bzw. schon Kinder hast oder einem zeitintensiven Hobby nachgehst, dann sind moderate Arbeitszeiten und verständnisvolle Kollegen mit Sicherheit auch ein Kriterium, das es zu berücksichtigen gilt.