Fünf Abschnitte: So verläuft ein Vorstellungsgespräch

Abschnitt 3: Der Arbeitgeber stellt sich vor

Ein Bewerbungsgespräch ist kein Verhör, sondern ein Dialog zwischen zwei Parteien. Daher ist es eine Selbstverständlichkeit wenn sich Ihnen jetzt auch das Unternehmen vorstellt – insbesondere die Stelle, auf die Sie sich beworben haben.

Vorsicht: Schalten Sie jetzt bloß nicht ab, bleiben Sie am Ball. Personalern entgeht nicht, wenn ein Kandidat voll konzentriert und engagiert bei der Sache ist, anstatt in den „Stand-by-Modus“ zu schalten. Die Arbeitgeberseite erforscht Sie natürlich auch während dieser für Sie eher passiveren Phase: Hört der Kandidat aufmerksam zu, sind ihm die Key Facts bekannt?

Tatsächlich erkennt man anhand des Gesprächsverlaufs und der Art der Gesprächsführung sehr schnell, ob sich jemand im Vorfeld gründlich mit der jeweiligen Klinik, ihrer Struktur und Traditionen auseinandergesetzt hat. Kandidaten, die hierbei gelangweilt dreinschauen oder lustlos Fragen "erbrechen", sind jedem Personaler ein Graus und könnten ebenso gut daheim bleiben.

Haken sich nach: Wer sitzt mir gegenüber? Was erwartet mich in der vakanten Position? Wie sieht die Aus- und Weiterbildung hier aus? Gute Fragen öffnen die Stellentüren.

Abschnitt 4: Haben Sie Rückfragen?

Nachdem Sie sich nun gegenseitig kennengelernt und einander vorgestellt haben, stellen Ihnen die Personalverantwortlichen nun die Frage, ob Sie noch etwas wissen möchten oder noch Fragen haben. Ihre Antwort: Ja. Sie haben Fragen! Unbedingt!

Zu dieser Frage sollten Sie auf keinen Fall schweigen oder gar den Kopf schütteln. Schon aus zwei Gründen: Das ist Ihre Chance, noch mehr über das Unternehmen und Ihren künftigen Job, die Anforderungen und die Kollegen zu erfahren.

Es ist auch gleichermaßen ein Test, der Ihr wahres Interesse an dem Job abklopfen soll, aber auch ob und wie intensiv Sie sich auf das Vorstellungsgespräch und das Unternehmen vorbereitet haben. An der Art und Weise Ihrer Rückfragen kann ein Personaler schnell erkennen, wie stark Ihr Interesse an der Stelle ist und wie ausführlich Sie sich tatsächlich mit dem potenziellen künftigen Arbeitgeber beschäftigt haben.

Denn natürlich gibt es dabei auch dumme Rückfragen. Unklug wäre es etwa, Fragen zu stellen, die der Interviewer sowieso nur auf eine Weise beantworten kann: Wie ist das Betriebsklima? Ist der Chefarzt nett zu Neuen? Wie sind meine Chancen hier nach der Zeit als Assistenzarzt? Wer solche Fragen stellt, wirkt blauäugig und unvorbereitet. Und bugsiert sich damit ins Aus.

Auch von Fragen zu Arbeits- oder Urlaubszeiten, Zusatzleistungen, oder Regelungen zur Gehaltserhöhungen sollten Sie Abstand nehmen. Denn dadurch stellen Sie Ihre Motivation infrage. Außerdem: Die Frage danach, ob Sie einen guten Eindruck hinterlassen haben oder wie Ihre Chancen auf den Job sind, lässt Sie unsicher erscheinen und ist an dieser Stelle unangebracht.

Deutlich professioneller hingegen ist es, wenn man sich während des Vorstellungsgesprächs Notizen macht und anschließend Detailfragen zum Job stellen kann. Sie können Ihre Bewerberfragen aber auch dafür nutzen, um noch einmal ein Resümee Ihres eigenen Profils abzugeben: "Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie von dem neuen Assistenzarzt erwarten, dass er..? Der  für Sie ideale Bewerber verfügt also über ..?  – Zu meinen künftigen Aufgaben gehört also ...? Das würde ich sehr gerne übernehmen!" 

Abschnitt 5: Abschluss – Fristen klären!

Das Bewerbungsgespräch nähert sich seinem Ende. Nun gilt es, möglichst alle wichtigen Fristen zu klären. Falls im zurückliegenden Gespräch bisher noch nicht erörtert, sollten Sie jetzt noch fragen, wie es weitergeht, wie lange der Auswahlprozess dauert und wann Sie mit einer Antwort rechnen können. In jedem Fall gilt: Nicht vorschnell ungeduldig werden! Frühestens zwei Wochen nach dem Gespräch ist es vertretbar, sich telefonisch zu erkundigen, ob bereits eine Entscheidung gefällt wurde.

Tipps zum Vorstellungsgespräch

Sie haben sich auf eine Famulaturstelle an Ihrer Wunschklinik beworben und eine Absage kassiert? Lassen Sie den Kopf nicht allzu lange hängen und halten Sie sich an die 24-Stunden-Regel. Diese besagt, dass Sie exakt 24 Stunden der Stelle nachtrauern dürfen.

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Es gibt Auswahlprozesse, die sich hinziehen können. Ein Grund dafür kann bei größeren Einrichtungen die interne Bürokratie sein. Es kann aber auch daran liegen, dass ein wichtiger Entscheidungsträger im Urlaub oder krank ist. Sollte es daher länger dauern: Bitte nicht zu energisch auftreten oder unnötig Druck aufbauen. Mit Rücksicht und einer freundlichen Grundhaltung kommt man hier besser zum Ziel und vermeidet es gleichzeitig, sich noch auf der Zielgeraden selbst aus dem Rennen zu werfen.

Wichtig: Auch wenn das Bewerbungsgespräch bei Ihrem absoluten Favoriten stattfand: Schauen Sie sich weiter um. Sich jetzt vorschnell auszuruhen, könnte fatal enden. Auch nach einem (aus Ihrer Sicht) erfolgreichen Vorstellungsgespräch, sollten Sie weiterhin Einladungen zu weiteren Vorstellungsgesprächen wahrnehmen und sich auch weiter auf neue Stellenangebote bewerben. So sind Sie für alle Fälle gewappnet.