Vorsicht vor doppelter Rentenbeitragszahlung als Arzt

Als junge Ärztin oder junger Arzt ist man Pflichtmitglied bei der Rentenversicherung und bei der Ärzteversorgung. Damit man nicht doppelt in die Rentenkasse einzahlt, muss man sich von der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV) befreien lassen.

Rentenbeitrag

Vergisst man bei der DRV zu kündigen, zahlt man doppelt ein. | psdesign1/Fotolia

Um im Alter ausreichend abgesichert zu sein, zahlt man in Deutschland während der Berufszeit in eine Altersvorsorge ein. Anders als andere Berufstätige ist man als Arzt bei Berufsstart jedoch nicht nur Mitglied in der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung (DRV), sondern wird auch über das berufsständische Versorgungswerk absichert. Aber Vorsicht: Damit man nicht doppelt einzahlt, muss man sich von der DRV innerhalb einer Kündigungsfrist von 3 Monaten nach Arbeitsaufnahme abmelden. Kündigt man zu spät, können zuvor abgeführte Beiträge nicht mehr zurückgezahlt werden. 

DRV vs. Versorgungswerk

Das ärztliche Versorgungswerk, auch die „Ärzteversorgung“ genannt, ist das berufsständische Versorgungswerk der Ärzte. Es wird also von Ärzten selbst verwaltet und aufgrund dieser Selbstverwaltung ist man als Mitglied über ein anderes Verfahren abgesichert als bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Ist man Mitglied bei der Ärzteversorgung, wird die eigene Beitragszahlung so gewinnbringend wie möglich angelegt. Der Vorteil: Anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist man nicht darauf angewiesen, dass spätere Generationen die eigenen Rentenbeiträge zahlen. Während bei der gesetzlichen Rentenversicherung das Umlageverfahren greift, das heißt die Mitglieder von heute zahlen die Rente der jetzt Berenteten, bestimmt bei der Ärzteversorgung die Rendite am Aktienmarkt die Höhe der Rente. Schwierig wird es hier, wenn ein Crash der Finanzmärkte zu hohen Aktienverlusten führt. Dann können sich die Vorsorgebeiträge unter Umständen stark reduzieren. 

Junge Menschen beraten sich

Es ist ein leidiges, aber notwendiges Thema: Die Wahl der richtigen Versicherungen. In diesem Artikel wird dargestellt, welche Versicherungen man als angestellter Assistenzarzt benötigt.

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Welche Form der Altersabsicherung die bessere ist, lässt sich nicht sicher sagen, weil hierfür ein sicheres Wissen über zukünftige Entwicklungen notwendig wäre. Als Arzt hat man ohnehin nicht die Wahl, sich entweder für die eine oder die andere Versicherung zu entscheiden, denn die Mitgliedschaft in einer berufsständigen Versorgungseinrichtung ist verpflichtend. Dies bedeutet: Man kann sich nur entscheiden, ob man sich doppelt versichern möchte (Ärzteversorgung + gesetzliche Rentenversicherung) oder ob man es bei der Versicherung über die Ärzteversorgung belässt. In der Regel entscheiden sich junge Ärzte aber für eine alleinige Versicherung über die Ärzteversorgung, weil sie, durch Kollegen entwickelt, als ausreichend betrachtet wird. So beinhaltet die Ärzteversorgung auch eine Hinterbliebenenrente und eine Berufsunfähigkeitsrente, außerdem stellt sie höhere Erträge und eine höhere Altersrente in Aussicht als die GKV. 

Abmeldung – so geht’s

Bei Arbeitsantritt ist man, wie bereits erwähnt, automatisch bei der gesetzlichen Rentenversicherung und bei der Ärzteversorgung angemeldet. Will man sich von der GKV abmelden, muss man eigentlich nichts tun außer abzuwarten, denn das zuständige Versorgungswerk schickt einem die Mitgliedsbescheinigung und die Befreiungsbescheinigung für die GKV ungefragt zu. Diesen füllt man aus und schickt ihn zurück. So wird eine doppelte Beitragszahlung in die Rentenkasse verhindert. 

Wie hoch ist das Gehalt eines Arztes? Was verdient ein Assistenzarzt während der Weiterbildung? Lohnt sich als Facharzt die Gründung einer Praxis? In dieser Rubrik gehts ums Geld.