Tipps für die situationsbedingte ärztliche Kommunikation

Junge Ärzte können noch nicht auf einen über Jahre lang aufgebauten Erfahrungsschatz in der ärztlichen Kommunikation zurückgreifen. Werden jedoch ein paar wichtige Aspekte berücksichtigt, lassen sich Stolperfallen vermeiden.

Arzt-Patienten-Gespräch

Aktives Zuhören und ein vertrauensvolles, empathisches Arzt-Patienten-Verhältnis bilden die Gesprächsbasis. | Syda Productions/Fotolia

Die ärztliche Kommunikation ist eine wichtige Grundlage in der täglichen Arbeit. Nicht selten kommt es zu Missverständnissen und Mängeln im Arzt-Patienten-Gespräch. Gerade in schwierigen Gesprächssituationen legt der Patient jedes Wort auf die Goldwaage. In unterschiedlichen Situationen gibt es bestimmte Aspekte zu berücksichtigen. Das „Kursbuch ärztliche Kommunikation“ von Dr. Phil. Dipl.-Psych Axel Schweickhardt und Prof. Dr. med. Kurt Fritzsche vermittelt die Grundlagen der ärztlichen Kommunikation und es werden Fallbeispiele aus Klinik und Praxis Schritt für Schritt durchgespielt. Die Gesprächssituationen werden von den Autoren analysiert und kommentiert, was eine eingehende Beschäftigung mit den verschiedenen Themen ermöglicht.

Einige wichtige Hilfestellungen zu typischen Gesprächssituationen, die einen als junger Arzt erwarten, lassen sich entweder schnell umsetzen oder können im nächsten Gespräch zumindest berücksichtigt werden:

Anamnesegespräch

  • Von Beginn an eine vertrauensvolle und empathische Arzt-Patienten-Beziehung aufbauen.
  • Balance finden aus strukturierter Gesprächsführung und der Möglichkeit, dass sich das Gespräch frei entfalten kann.
  • Anamnesegespräch mit einer Zusammenfassung, Klärung von offenen Fragen und weiteren Vereinbarungen abschließen.

Aufklärungsgespräch vor diagnostischen und therapeutischen Eingriffen

  • Wichtige und notwendige Informationen für den Patienten verständlich und transparent machen.
  • Die emotionale Verarbeitung des Patienten beachten und darauf eingehen.
  • Aufklärungsgespräch mit einer gemeinsamen Entscheidungsfindung abschließen.

Stationsvisite

  • Auch hier gilt es zu versuchen, eine vertrauensvolle und empathische Arzt-Patienten-Beziehung aufzubauen und das subjektive Krankheitsverständnis des Patienten nicht außen vor zu lassen.
  • Patienten am diagnostischen und therapeutischen Entscheidungsprozess beteiligen.

Überbringen schlechter Nachrichten

  • Nach der Mitteilung der Sachinformationen die Reaktion des Patienten berücksichtigen und gegebenenfalls emotional begleiten.
  • Auf die Informationsdichte achten – zu viele Informationen in einem kurzen Zeitabstand überfordern den Patienten.
  • Nicht weiter reden, wenn der Patient nicht mehr aufnahmefähig ist.


Quelle: Schweickhardt A, Fritzsche K (2009) Kursbuch ärztliche Kommunikation. Grundlagen und Fallbeispiele aus Klinik und Praxis. 2. Auflage. Deutscher Ärzteverlag, Köln.

Das Buch kann über den e-Shop des Deutschen Ärzteverlags bestellt werden.