Do´s und Dont´s - Bewerbertipps für junge Mediziner

Auf einen Blick: Mechthild Rottkember, A.S.I. Wirtschaftsberatung AG, fasst in 3 Fragen - 3 Antworten zusammen, was man bei Bewerbungen auf jeden Fall beachten muss, und welche Anfängerfehler man unbedingt vermeiden sollte.

Bewerbungsschreiben

Do's und Dont's bei der Bewerbung | Foto: B. Wylezich/Fotolia.com

Bevor die Operation Karriere so richtig in Angriff genommen werden kann, muss die passende Stelle her. Dabei unumgänglich - Bewerbungen schreiben! Wie so oft gilt auch hier: aller Anfang ist schwer. Mechthild Rottkemper von der >> A.S.I. Wirtschaftsberatung AG gibt wertvolle Tipps, die jedem Bewerber dabei helfen, seiner Traumstelle einen Schritt näher zu kommen.

1. Was sind die Dont´s bei einer Bewerbung?

Bei dieser Frage sind Fehler auf zwei Ebenen zu unterscheiden. Einmal Fehler auf der formalen Ebene. Das Anschreiben beispielsweise sollte nicht länger als eine Seite sein, der aussagekräftige Lebenslauf nicht länger als zwei Seiten. Das Foto muss vom Profi sein. Rechtschreibfehler dürfen nicht passieren. Und das Papier darf keine Eselsohren haben, usw.

Die zweite Ebene, in unseren Augen die wichtigere, ist die inhaltliche. Sie ist ungleich schwieriger in den Griff zu kriegen. Hier geht es um solche Fragen wie: Hat der Bewerber ein eigenes Profil herausarbeiten können? Verfolgt er ein erkennbares Ziel auf dem Arbeitsmarkt? Sind seine Soft Skills dargestellt, die ihn möglicherweise von den anderen Bewerbern unterscheiden? Hat er sich mit den Gegebenheiten des Krankenhauses beschäftigt und damit sein ernsthaftes Interesse dokumentiert? Kennt der Bewerber die beruflichen Spielregeln?

Besonders gravierend ist die offensichtliche Orientierungslosigkeit - beruflich und privat im Vorstellungsgespräch. Das macht den Bewerber uninteressant, auch wenn er noch so gute Noten hat. Ebenso fällt ein Unvorbereitetsein auf den/die Gesprächspartner negativ auf. Wer sitzt mir gegenüber?  Wo bewerbe ich mich? Wie sieht die Aus- und Weiterbildung hier aus? Gute Fragen öffnen die Stellentüren.

2. Kommen Initiativ-Bewerbungen gut an?

Die spezielle Arbeitsmarktsituation für Ärzte bestimmt hier die Antwort. Grundsätzlich sind Initiativbewerbungen für Personalverwaltungen schwer zu handhaben. Ist keine freie Stelle zu besetzen, wird kaum eine für den Initiativbewerber geschaffen. Ein leergefegter Arbeitsmarkt ändert die Perspektive. Es kann durchaus eine Vakanz geben und eine Initiativbewerbung ist willkommen. Der Bewerber hat heute das Heft in der Hand. Er bestimmt, wohin er will - beruflich und privat. Für die Initiativbewerbung gilt aber ganz besonders: Nur ein gut vorbereitetes Anschreiben mit einem klar ersichtlichen Interesse an dem betreffenden Krankenhaus/ der Zielposition und der passenden Qualifikation führen zum Ziel.

 3. Läuft am Ende doch alles über Beziehungen?

Nein. Es gibt eine Fülle von Bewerbungswegen: Stellenanzeige in der medizinischen Fachpresse, spezialisierte Jobbörsen, Homepages der Krankenhäuser, Personalmessen wie zum Beispiel Operation Karriere. Sie zeigen, dass Ärztenachwuchs dringend gesucht wird und nicht alle Stellen über Beziehungen verteilt werden. Dass das Networking – und wir benutzen hier bewusst das Wort „Beziehung“ nicht -  immer bedeutsam war und sein wird, steht aber außer Frage.

Es ist jedem klar, dass wer während einer Famulatur oder im PJ schon einen guten Eindruck am Krankenhaus hinterlassen hat und die Chef- und Oberärzte kennt, Vorteile bei der Bewerbung hat. Vielleicht hat er sogar schon ein Stellenangebot erhalten. Grundsätzlich ist aber die Aussage „alles liefe über Beziehungen“ besonders  für Assistenzärzte, die wegen der sehr einheitlichen Ausbildung mit fast identischen Fachkenntnissen in einen Arbeitsmarkt mit Vollbeschäftigung eintreten, nicht haltbar.

Unser Tipp: Ein berufliches Netzwerk sollte sich jeder über die Zeit aufbauen. Es hilft, rechtzeitig über Stellenangebote informiert zu sein. Man erhält Feedback, das die fachliche und persönliche Entwicklung voranbringt. Und es kann auch persönliche Unterstützung in Krisenzeiten bereithalten.

Ebenfalls interessant für junge Mediziner: Die A.S.I. Wirtschaftsberatung AG führt momentan auf ihrer Homepage eine Umfrage durch, um ein Stimmungsbild angehender ÄrztInnen und ZahnärztInnen hinsichtlich Beruf und Karriere, Familie und Freizeit sowie Stellensuche und Bewerbung einzufangen. Zur Teilnahme geht es >> über diesen Link. Foto: B. Wylezich/Fotolia.com