Kammerpräsident Kaplan: Grußwort zum Operation Karriere Kongress 2016 in München

Zum Start des Operation Karriere Kongresses 2016 in München sendete der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Max Kaplan, Grußworte an die Kongressteilnehmer.

Dr. Max Kaplan

Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, auf dem Operation Karriere Kongress 2015 in München. | Wolf

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich heiße Sie herzlich Willkommen in unserer schönen Bayerischen Landeshauptstadt, die gerade jetzt im Frühsommer besonders attraktiv ist mit ihren landschaftlichen und kulturellen Vorzügen. Die Bayerische Wirtschaft boomt und auch in Sachen Bildung ist München mit zwei renommierten Universitäten gut aufgestellt. Hier herrscht eine hohe Lebensqualität und wir verfügen über eine ausgezeichnete Medizin. Das ist womöglich auch ein Grund, weshalb der Kongress „Operation Karriere“ bereits zum 4. Mal in unserer Landeshauptstadt stattfindet.

Als Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) und auch ganz persönlich, ist es mir eine Herzensangelegenheit, dass Sie, die jungen Ärztinnen und Ärzte von morgen, nicht nur mit größtmöglicher Motivation in die ärztliche Berufsausübung starten, sondern auch die richtige Fachrichtung finden und hierfür gezielt in die Weiterbildung einsteigen. 

Hierbei kommt einer modernen und flexiblen Weiterbildungsordnung eine hohe Bedeutung zu, für die wir als BLÄK Mitverantwortung tragen. Die Weiterbildungsordnung wird derzeit auf Bundesebene novelliert, d. h. flexibilisiert, auf Ihre Bedürfnisse und auf die Relevanz für die Patientenversorgung ausgerichtet. Ärztliche Weiterbildung soll nicht mehr in erster Linie an starren Zeiten festgemacht, sondern vielmehr auf Inhalte und Richtzahlen hin ausgerichtet werden, die sich an der Praktikabilität und Praxisrelevanz orientieren. Auch soll Weiterbildung verstärkt im ambulanten Bereich durchgeführt werden – denn immer mehr ärztliche Leistungen werden im ambulanten Bereich erbracht.

Ebenso wichtig ist es, die beruflichen Rahmenbedingungen zu optimieren – im stationären sowie im ambulanten Sektor. Das bedeutet im stationären Bereich familienfreundlichere Arbeitszeiten, Möglichkeit von Teilzeitarbeit, Kinderbetreuungsangebote und im niedergelassenen Bereich Verbesserung der Infrastrukturen auf dem Land, wie beispielsweise mehr Kindertagesstätten und -gärten mit berufsfreundlichen Öffnungszeiten, Verbesserung im Öffentlichen Nahverkehr sowie Ausbau des digitalen Netzes. 

Neue Versorgungsformen und Kooperationen sollen künftig mehr Zusammenarbeit mit anderen Kollegen in Form von regionalen Versorgungszentren oder großen fachübergreifenden Ärztehäusern ermöglichen. Genau das sind unsere Forderungen, denn nur in größeren Kooperationsgemeinschaften ist es möglich, unter Berücksichtigung von Familie und Freizeit, den ärztlichen Beruf auch künftig engagiert ausüben zu können. Sie sehen, die Strukturen werden geändert und Ihren Bedürfnissen angepasst, jetzt liegt es an Ihnen, sich über den eigenen beruflichen Weg Gedanken zu machen.

Ganz gleich, ob Sie eine Karriere im stationären oder im ambulanten Bereich anstreben, bin ich überzeugt, dass Sie ohne Schwierigkeiten Ihren individuellen Schwerpunkt und Ihren „Traumjob“ finden werden – immer unter der Prämisse, Sie entscheiden sich aus voller Überzeugung für den Arztberuf und somit für eine Profession bzw. eine Berufung, die Sie mit voller Empathie, Altruismus und Philanthropie ausüben werden. 

Dies impliziert, dass der Arztberuf als Freier Beruf verstanden und erhalten bleibt. Aufgrund besonderer beruflicher Qualifikation erbringen Sie als Ärztin, als Arzt persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistig-ideelle Leistungen unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Auftrags und fühlen sich dabei ausschließlich dem Wohl Ihrer Patienten verpflichtet. Ich bin mir sicher, dass Sie Ihren Platz in der Medizin finden werden und Ihren Beruf nach Ihren Vorstellungen von einem Traumberuf gestalten können. Ich wünsche Ihnen einen interessanten und informativen Kongress.

Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer