Der Start als Arzt – Was Ärzte in der Weiterbildung erwartet

Den Impulsvortrag über den Start junger Mediziner an der Klinik hielt Dr. med. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, auf dem ersten Bochumer Operation Karriere-Kongress Anfang Dezember in der Ruhr-Universität Bochum.

Dr. med. Theodor Windhorst

Dr. med. Theodor Windhorst begrüßte die Teilnehmer in Bochum herzlich und hielt den einführenden Impulsvortrag. | Alex Muchnik

Windhorst begrüßte die Kongressteilnehmer mit der Botschaft "Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat immer ein offenes Ohr für Sie". Wenn den jungen Ärzten etwas auf dem Herzen liegt, können sie sich melden und sogar Herrn Dr. Windhorst persönlich anrufen.

So wie früher sei es heute nicht mehr. Als Beispiel rief Windhorst eine Reportage aus dem Spiegel aus den 80er Jahren in Erinnerung. Das Zitat eines jungen Arztes lautete "Ich darf alles, aber ich kann fast nichts". Dazu Windhorst: "Sie sind als Arzt in der Weiterbildung nicht allein. Ihnen ist ein Facharzt übergeordnet, mit dem Sie alle wichtigen Entscheidungen besprechen sollten.“

„Der Alltag in der Klinik sieht anders aus als das Studium und hält ganz andere Herausforderungen bereit, als diejenigen, auf die man in der Uni darauf vorbereitet wird", sagte Windhorst. Damit der Start dennoch kein Sprung ins kalte Wasser wird, steht die Ärztekammer den frisch approbierten Ärzten zur Seite.

Windhorst empfahl für den Kammerbereich Westfalen-Lippe ausdrücklich die Koordinierungsstelle Aus- und Weiterbildung (KoStA), eine zentrale Anlaufstelle für Ärzte und Medizinstudierende, die an einer Weiterbildung zum Facharzt interessiert sind sowie für Weiterbildungsbefugte und Weiterbildungsstätten. Dort gibt es unter anderem Informationen über den Facharzt Allgemeinmedizin, die Weiterbildungsbefugnis in der Facharztkompetenz Allgemeinmedizin, den Quereinstieg in die Allgemeinmedizin, Förderprogramme sowie eine Übersicht über die Weiterbildungsverbünde.

Evaluation bewertet die Qualität der Weiterbildung

Regelmäßige Evaluationen der Ärztekammer Westfalen-Lippe unter Assistenzärzten sollen zeigen, wie gut die Qualität der Weiterbildung wahrgenommen wird. "Transparenz ist das A und O, daher legen wir großen Wert darauf", sagte Windhorst. Er hielt die Teilnehmer dazu an, später an den Umfragen teilzunehmen: "Machen Sie mit – nur wenn wir Ihre Meinung kennen, können wir etwas verbessern", sagte Windhorst. Gibt es Auffälligkeiten bei bestimmten Kliniken, nimmt sich die Ärztekammer des Problems an. Begehungen und Gespräche mit den betroffenen Kollegen können dann zur Besserung der Situation beitragen. In besonderen Fällen kann die Kammer Weiterbildungsbefugnisse verkürzen oder zurückziehen, falls es größere Probleme geben sollte.

Auch auf das Logbuch zur Weiterbildung wies Windhorst hin. In diesem Dokument werden alle absolvierten Untersuchungen festgehalten, die der Assistenzarzt im Laufe seiner Ausbildung ableisten muss. "Lassen Sie sich immer alles gut eintragen, sonst kann es passieren, dass Sie nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden", mahnte Windhorst. Mittlerweile gebe es zudem die Pflicht für den Weiterbildungsbefugten, mindestens ein Mal im Jahr ein Gespräch mit den Ärzten in Weiterbildung zu führen, um den aktuellen Stand der Ausbildung zu besprechen.

Quelle: Dr. med. Theodor Windhorst: "Der Start als Arzt – Was Ärzte in der Weiterbildung erwartet", Operation Karriere Kongress Bochum, 3. Dezember 2016.