Der erste Arbeitstag im Krankenhaus als Assistenzarzt

Nach dem intensiven Studium ist es irgendwann geschafft: der erste Arbeitstag als Arzt in Weiterbildung steht an. Was muss dabei beachtet werden? Hier fünf Tipps.

Junge Ärzte

Ab sofort kein Student mehr, sondern verantwortlich für Patienten: Junge Ärzte in Weiterbildung | Michael Jung/Fotolia

Nach mindestens sechs Jahren Studium, verschiedenen Famulaturen, einem ganzen Jahr PJ und unzähligen Stunden Paukerei, kann man zu Recht stolz auf sich sein: Man besitzt jetzt den Arzttitel. Für die meisten Absolventen beginnt dann die Suche nach einer Assistenzarztstelle in einem Krankenhaus oder in einer Praxis. Wenn man fündig geworden ist, rückt bald der erste Arbeitstag als Arzt näher. Wie verhält man sich in den ersten Tagen am besten? Hier fünf Tipps: 

  1. Stellen Sie sich vor! Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber verbunden mit der Anfangsnervosität und dem Unwissen darüber, welche Erwartungen an einen gestellt werden, kann die Vorstellung der eigenen Person schon mal vergessen werden. Sagen Sie nicht nur den Kollegen der verschiedenen Fachabteilungen wer Sie sind, sondern auch dem Pflege- und Verwaltungspersonal. Schon bei der Vorstellung kann man meistens abschätzen, wer einem freundlich gesinnt ist und einem gegebenenfalls etwas beibringen kann, und von wem man möglicherweise als "bedrohliche Konkurrenz" wahrgenommen wird. 
  2. Speichern Sie sich alle wichtigen Telefonnummern ab: Vom zuständigen Oberarzt, von Kollegen auf der Station, von dem Labor, der Notaufnahme, dem REA-Team, der Zentrale, dem Krankentransport usw. Sie werden diese Telefonliste in den ersten Wochen zwangsläufig erweitern, aber es ist sehr hilfreich, von Anfang an die wichtigsten Nummern zur Hand zu haben, um bei Unklarheiten schnell handeln zu können.
  3. Fragen Sie nach! Es nimmt Ihnen niemand übel, wenn Sie nicht wissen, wo die Blutentnahmen abgestellt werden oder in welchem Stockwerk die Röntgenabteilung ist. Jedes Krankenhaus ist anders organisiert, deshalb können Sie gar nicht alles wissen. Bitten Sie Kollegen oder anderes medizinisches Personal um Rat. Die meisten Kollegen sind Ihnen gerne behilflich.
  4. Richten Sie sich ein! In den meisten Kliniken gibt es zu viel Arbeit und zu wenig Personal, so dass die Arbeitsumgebung unter Umständen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Niemand wird sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn Sie die Haustechnik oder die EDV-Abteilung bei technischen Mängeln kontaktieren. Im Gegenteil: Es wird als Zeichen Ihrer Professionalität wahrgenommen, wenn Sie von Anfang an für ein funktionierendes Equipment sorgen. Im Übrigen liefert die Haustechnik in der Regel auch Untersuchungslampen, Stethoskope und andere Materialien der Erstausstattung.
  5. Knüpfen Sie Kontakte! Natürlich müssen die Kollegen oder Kolleginnen nicht zu besten Freunden werden. Manchmal sind es nur einige wenige Kollegen, mit denen man in seiner Freizeit etwas trinken gehen würde. Aber wenn in einer Arbeitsumgebung Teamwork gefragt ist, dann in der Gesundheitsbranche. Eine gute Möglichkeit der ersten Kontaktaufnahme ist zum Beispiel das Mittagessen. Gönnen Sie sich diese 30 Minuten, auch wenn Sie eigentlich viel zu viel zu tun haben.

Je nach Arbeitgeber wird Ihnen eine Einarbeitungszeit von 6 Wochen bis zu 3 Monaten zugestanden. Auch wenn Kollegen oder Patienten Sie aufgrund der Arbeitsbelastung bedrängen: Nehmen Sie sich diese Zeit, um sich in Ruhe an Ihr neues Arbeitsumfeld zu gewöhnen. Nur wenn Sie auf sich selbst achten, bleiben Sie gesund und zufrieden und üben Ihre Tätigkeit als Arzt oder Ärztin in Weiterbildung mit Elan und Selbstsicherheit aus.