CHRONISCH ENTZÜNDLICHE DARMERKRANKUNGEN - Wenn der Darm sich gegen den Körper wendet

Das geht eigentlich nur, indem er eine Darmspiegelung durchführt. Sieht der Mediziner in der Untersuchung suspekte Areale, also Schleimhautstückchen, die entzündet aussehen, wird eine Probe entnommen, die dann unter dem Mikroskop untersucht wird. Nur so kann die Krankheit zweifelsfrei identifiziert werden. Das Ganze ist aber mitunter gar nicht so einfach, da ja immer der gesamte Magen-Darm-Trakt betroffen sein kann. Leider ist es aber nicht möglich, überall mit einer Spiegelung hinzukommen, schließlich ist der Darm mehrere Meter lang.

Um trotzdem einen Einblick in das Organ zu bekommen, wird eine Untersuchung mit dem Namen MR-Sellink durchgeführt. Darunter versteht man eine MRT, also eine Magnetresonanzuntersuchung , für die der Patient ein bestimmtes Kontrastmittel trinken muss. Diese Flüssigkeit breitet sich im gesamten Darm aus und zeigt den Ärzten ein spezielles Verteilungsmuster, aus dem auf das Vorhandensein einer Crohn-Krankheit geschlossen werden kann. Außerdem müssen bei Betroffenen unbedingt regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt werden, schließlich sind ja Mangelerscheinungen verschiedenster Art eine Komplikation der Krankheit. Die müssen durch die Ärzte identifiziert und gegebenenfalls therapiert werden.

Starker Leidensdruck

Wo wir gerade dabei sind – eine Therapie braucht der Crohn natürlich auch. Schließlich sind Betroffene einem starken Leidensdruck ausgesetzt und sollten daher unbedingt entsprechend behandelt werden. Allerdings ist das nicht ganz unkompliziert. Es gibt Ärzte, die sich in ihrem ganzen Berufsleben hauptsächlich um die Behandlung chronisch entzündlicher Darmkrankheiten kümmern, weil deren Therapie so speziell ist und sich immer wieder ändert, sobald neue Forschungsergebnisse dazukommen.

Prinzipiell kann man aber schon mal feststellen, dass eine OP die Krankheit – anders als bei der Colitis ulcerosa – nicht heilen kann, sondern darauf nur im Falle von Komplikationen zurückgegriffen wird. Und auch hier wird man sich nur sehr zögerlich und auch nur dann, wenn überhaupt nichts mehr geht, für die Operation entscheiden, weil jedes Stückchen Darm, das fehlt, natürlich nicht mehr für die Aufnahme von Nährstoffen zur Verfügung steht und das Problem verschlimmern kann.

Das Messer wetzen müssen die Chirurgen trotzdem manchmal. Wenn der Crohn zum Beispiel zu Fisteln (das waren die unnatürlichen Verbindungen zwischen zwei Darmschlingen oder dem Darm und der Haut und anderen Organen), Stenosen (Blockierungen durch überwucherndes Entzündungsgewebe), Durchbrüchen oder Abszessen (riesige Eiterpickel) geführt hat, muss der Chirurg ran, um das Leben des Patienten zu retten.

Ansonsten werden die Ärzte aber versuchen, die Problematik des Morbus Crohn durch eine medikamentöse Therapie in den Griff zu bekommen. Heilen lässt sich die Krankheit nämlich nicht. Hier kommen vor allem Mittel zum Einsatz, die das Immunsystem herunterfahren, damit das den Darm nicht mehr attackieren kann. Die können entweder als Schaum geschluckt werden, um direkt am Ort des Geschehens zu wirken, oder aber als Tablette ihre Wirkung entfalten. Die Gefahr bei der Therapie mit bestimmten immunsuppressiven Medikamenten  ist natürlich, dass die Abwehrmechanismen des Körpers gehemmt werden. Im Falle einer Autoimmunerkrankung ist das Fluch und Segen zugleich. Im schlimmsten Fall kann es beispielsweise zu einer endogenen Tuberkuloseinfektion kommen. 

Operation Karriere auf Instagram