Planen Sie Ihre Zukunft, aber lassen Sie dem Zufall eine Chance

Dr. Gerald Quitterer ist niedergelassener Allgemeinmediziner und Präsident der Landesärztekammer Bayern. Auf dem Operation-Karriere-Kongress in München sagte er, was er an seinem Beruf schätzt und wieso der Zufall bisweilen ein guter Helfer ist.

Dr. Gerald Quitterer | © Klaus D. Wolf

"Ich bin ein begeisterter Hausarzt", sagt Dr. Gerald Quitterer, der eine Hausarztpraxis im niederbayerischen Eggenfelden betreibt. Für ihn ist seine Arbeit eine Profession. "Sie begleiten Patienten, wenn sie in einer Notlage sind und Hilfe brauchen. Es kommen viele Patientenanliegen auf Sie zu und Sie können diese handeln, Sie werden das Vertrauen gewinnen, weil Sie Ihre Profession ausüben, so wie es im Genfer Gelöbnis steht."

Darin heißt es: "Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patientin oder meines Patienten werden mein oberstes Anliegen sein." Dr. Gerald Quitterer ist überzeugt, "das gelingt nur, wenn es mir dabei gut geht." Zwar muss man als Niedergelassener wirtschaftlich handeln, dadurch darf aber das Lernen, die ärztliche Tätigkeit und das Bewusstsein für das eigene Wohlergehen nicht zu kurz kommen. So heißt es im Genfer Gelöbnis auch: "Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können."

Weiterbildung: Klare Erwartungen formulieren

Dr. Gerald Quitterer wusste schon zu Beginn seines Studiums, dass er sich später in seiner Heimat als Hausarzt niederlassen möchte. Der Zeitpunkt kam trotzdem überraschend. Nach dem Studium arbeitete er in der Intensivstation und als Notarzt, als ein Kollege einen Nachfolger für seine Praxis suchte und er die Herausforderung annahm. "Planen Sie Ihre Zukunft. Verfolgen Sie Ihre Ziele, auch in der Weiterbildung, aber lassen Sie dem Zufall eine Chance." Er schätzt an seiner heutigen Tätigkeit die Arbeit mit dem Patienten, auch die Hausbesuche, und die Zusammenarbeit mit dem Team. "Ich habe medizinisches Fachpersonal, das die Versorgung gemeinsam mit mir gestaltet, in der Kommunikation und Koordination mit anderen Bereichen, wie der Pflege, dem Sozialdienst und der Palliativstation. Und auch mit Kolleginnen und Kollegen." Nicht zuletzt habe man als Selbständiger die Freiheit, sich einen Tag freizunehmen.

Heute gibt es in jedem ärztlichen Fachgebiet ein breites Spektrum an Tätigkeiten. Bei der Weiterbildung ist es wichtig, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben und klare Ansprüche zu formulieren: "Bewerben Sie sich und lassen sich vom Chefarzt oder Weiterbilder sagen, was er alles bietet. Und dann entscheiden Sie, welches Angebot Sie annehmen. Sagen Sie Ihrem Weiterbilder: Wenn ich mit der Weiterbildung fertig bin, möchte ich all das können, was Sie können. "

Dr. Gerald Quitterer ist seit 2018, zusätzlich zu seiner Praxistätigkeit, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer. Bei allen Fragen rund um die Weiterbildung hilft die jeweilige Landesärztekammer weiter.

Quelle: Operation Karriere-Kongress am 7. Dezember 2018 in München. Impulsvortrag: Der Start als Arzt - Was Ärzte in der Weiterbildung erwartet. Dr. med. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, München