Überblick: Weiterbildung Facharzt Radiologie

Wenn man sich für eine Facharztweiterbildung entscheidet, gibt es viele Möglichkeiten. In der Serie "Überblick" stellen wir die einzelnen Fachgebiete und ihre Weiterbildungsmodalitäten vor. Dieses Mal ist die Radiologie an der Reihe.

Als niedergelassener Radiologie ist der Verdienst vergleichsweise gut. | Symbolfoto | Avenue Images

Die Radiologie umfasst laut Musterweiterbildungsordnung die Erkennung von Krankheiten mit Hilfe ionisierender Strahlen, kernphysikalischer und sonographischer Verfahren sowie die Anwendung interventioneller, minimal-invasiver radiologischer Verfahren.

Das Image des Radiologen, der 'tageslichtscheu' im Keller der Klinik sitzt und ausschließlich Röntgenbilder auswertet, ist jedoch dank moderner digitaler Betrachtungsmöglichkeiten längst von Vorgestern. Die Radiologie ist ein höchst interdisziplinäres Fach, in dem nicht nur diagnostische, sondern auch therapeutische Tätigkeiten möglich sind. Zu den großen Vorteilen dieses Fachgebiets zählen der geringe bürokratische Aufwand und die geregelten Arbeitszeiten. Zudem ist der Verdienst sehr gut. Ein niedergelassener Radiologe verdient in Deutschland mehr als jeder andere Facharzt. 

Interdisziplinarität, Diagnostik und Therapie

Schnittstellen mit der Radiologie gibt es in nahezu allen Fachbereichen. Die engsten Überschneidungen bestehen mit der Chirurgie und Inneren Medizin, insbesondere der Onkologie. Daher ist die Radiologie kein 'Einzelgänger-Fach', sondern es wird neben selbstständiger Arbeit auch viel Teamgeist und Zusammenarbeit vorausgesetzt. Regelmäßig wird sich zu interdisziplinären Fallbesprechungen getroffen.

In der interventionellen Radiologie werden minimal-invasive Eingriffe wie z.B. Gefäßpunktionen, rekanalisierende Maßnahmen und gefäßverschließende Verfahren durchgeführt. Anders als in der Chirurgie, wird bei den interventionell-radiologischen Therapieverfahren zumeist keine Vollnarkose eingesetzt. Der Radiologe kann daher während der Behandlung mit dem Patienten sprechen, was einen intensiven Patientenkontakt bedeutet.

Zu Beginn der Facharztausbildung steht zunächst die Interpretation der Ergebnisse bildgebender Verfahren auf der Agenda. Die im Studium erlernten Kenntnisse zur Anatomie müssen durch ständiges Training angewendet werden, damit Pathologien erkannt und behandelt werden können. Wer dies neben der klinischen Tätigkeit trainieren möchte, erhält bei der Akademie für Fort- und Weiterbildung in der Radiologie Unterstützung. Sie bietet kostenpflichtige zertifizierte Online-Kurse für Assistenzärzte in der Weiterbildung an. Kostenfreie Kurse gibt es für Medizinstudierende, die sich auf ihr Examen vorbereiten wollen. Veranstalter der Online-Akademie-Kurse ist die Deutsche Röntgengesellschaft e.V.  

Prof. Dr. Dr. Stefan Wirth

Weiterbildung Radiologie: Ein kleines Fach mit großer Bedeutung und sehr guter Bezahlung. Warum es sich lohnt, Radiologe zu werden, verrät Prof. Dr. Dr. Stefan Wirth.

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Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten finden Sie hier.