Überblick: Weiterbildung Phoniatrie und Pädaudiologie

Stimm- und Sprechatmungsstörungen

  • Organisch verursachte, funktionelle, hormonelle Stimmstörungen einschließlich neuromuskuläre sowie Stimmstörungen bei Dystonien
  • Videopharyngolaryngoskopie (Richtwert: 100)
  • Quantitative Analyse der Stimmlippenschwingungen mittels digitaler Videostroboskopie und Elektroglottographie (Richtwert: 200)
  • Instrumentelle Analysen des Stimm- und Sprachschalls im Frequenz-, Intensitäts- und Zeitbereich, Stimmfeldmessung (Richtwert: 50)
  • Diagnostik der Stimmleistungsfähigkeit
  • Diagnostik zur Ermittlung der Qualität und des Heiserkeitsgrades einer Stimme (Richtwert: 50)
  • Diagnostik der Phonationsatmung mit Bestimmung statischer und dynamischer Lungenfunktionsparameter (Richtwert: 50)
  • Diagnostik der Sprechatmung
  • Diagnostik bei glottischer und extraglottischer Hyper- und Hypofunktion
  • Stimmverlust bei Kopf-Hals-Tumoren, Kehlkopf(teil)resektionen und Kehlkopftraumata
  • Elektromyographie der an der Stimmgebung beteiligten Muskeln
  • Elektroneurographie und kortikale Magnetstimulation
  • Beurteilung betrieblicher Anforderungen an die Stimme, z. B. bei Lärmbelastung
  • Erstellung eines Therapieplans und Durchführung einer Therapieeinheit bei Stimmstörungen (Richtzahl: 5)
  • Behandlung von neuromuskulären Stimmkrankheiten und Schluckstörungen mit Anwendung von Botulinum-Toxinen an den Kehlkopfmuskeln
  • Eingriffe der Phonochirurgie, z. B. Stimmlippenaugmentation und -medialisierung, Aryknorpelreposition
  • Manualtherapie am Kehlkopf

Sprech- und Aussprachestörungen

  • Gaumenbefundung des orofazialen Systems bei Spaltbildungen, Gaumensegellähmungen, Gaumendefekten nach Operationen
  • Interaktionsstörungen zwischen Artikulation, Mastikation und Deglutition einschließlich der durch die Zahnentwicklung bedingten Besonderheiten
  • Beurteilung der Nasalanz und Diagnostik von Nasalitätsstörungen (Richtwert: 50)
  • Elektroakustische Untersuchung von Aussprachestörungen
  • Erstellung eines detaillierten Therapieplans und Durchführung einer Therapieeinheit bei Nasalitätsstörungen (Richtwert: 5)

Sprachentwicklungsstörungen

  • Expressive, rezeptive und globale Sprachentwicklungsstörungen einschließlich Risikofaktoren und Komorbiditäten
  • Richtungsweisende Sprachentwicklungstests (Richtwert: 100)
  • Standardisierte Sprachentwicklungstests, z. B. SET-K, HSET (Richtwert: 25)
  • Prüfung der auditiven, visuellen, kinästhetischen und taktilen Verarbeitung und Wahrnehmung
  • Prüfung der orofazialen Sensomotorik (Richtwert: 25)
  • Diagnostik der Grob- und Feinmotorik im Zusammenhang mit Sprachstörungen
  • Entwicklungs- und Intelligenztests
  • Erstellung eines detaillierten Therapieplans zur Sprach- und Sprechtherapie sowie Durchführung einer Therapieeinheit (Richtwert: 5)

Störungen des Lesen- und Schreibenlernens

  • Lese- und Rechtschreibstörungen
  • Durchführung und Interpretation von Lesetests (Richtwert: 20)
  • Durchführung und Interpretation von Rechtschreibtests (Richtwert: 20)
  • Durchführung und Interpretation von Tests zur phonologischen Bewusstheit, von peripheren Hörtests und Tests der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung (Richtwert: 20)

Laut- und Schriftsprachverlust

  • Neurogene Sprech- und Sprachstörungen nach Abschluss der Sprachentwicklung
  • Diagnostik des Hörvermögens, der Mimik, Motorik und Sensibilität des Mund- und Rachenraumes sowie des Kehlkopfes einschließlich der Hirnnervenfunktion (Richtwert: 50)
  • Sprach- und Sprechtests zur Diagnostik von Sprachverlustsyndromen, z. B Aachener Aphasie-Test, Frenchay-Dysarthrie-Diagnostik (Richtwert: 25)
  • Aphasie bei Kindern
  • Erstellung eines detaillierten Therapieplans bei Laut- und Schriftsprachverlust und Durchführung einer Therapieeinheit (Richtwert: 5)

Redeunflüssigkeiten

  • Physiologische und entwicklungsbedingte Redeunflüssigkeiten einschließlich psychogenes Stottern
  • Redeunflüssigkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung
  • Diagnostik von Stottern und Poltern (Richtwert: 20)
  • Elternberatung stotternder Kinder (Richtwert: 20)
  • Erstellung eines detaillierten Therapieplans bei Redeunflüssigkeiten und Durchführung einer Therapieeinheit (Richtwert: 2)
  • Direkte und indirekte Therapieverfahren, z. B. Non-Avoidance-Ansatz, Sprechmodifikation (Richtwert: 20)
  • Beurteilung der kindlichen Kapazitäten und der Anforderungen an flüssiges Sprechen

Schluckstörungen

  • Abgrenzung von Fütterstörungen und Schluckstörungen bei Säuglingen und Kindern
  • Oropharyngeale, laryngeale und ösophageale Schluckstörungen, insbesondere bei neuromuskulären und geriatrischen Erkrankungen, Kopf-Hals-Tumoren, Langzeitbeatmung und in palliativmedizinischen Situationen
  • Schluckscreeningverfahren
  • Diagnostik der Grob-, Fein- und Mundmotorik im Zusammenhang schluckrelevanter oraler und laryngopharyngealer Strukturen
  • Endoskopische oder apparative Schluckuntersuchungen, z. B. Fiberendoskopische Evaluation des Schluckens (FEES)- Richtwert: 100
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von radiologischen Schluckaufnahmen im bewegten Bild
  • Indikationsstellung für funktionelle und chirurgische Schlucktherapie
  • Indikationsstellung zur Tracheotomie, Versorgung mit Trachealkanülen und oralen sowie nasalen Gastroduodenalsonden
  • Beratung zu kompensatorischen und adaptativen Strategien und Hilfen zur Unterstützung des Essens und Trinkens
  • Erstellung eines detaillierten Therapieplans bei Schluckstörungen und Durchführung einer Therapieeinheit (Richtwert: 10)
  • Indikationsstellung zu perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG)

Hörstörungen bei Kindern

  • Schallleitungsschwerhörigkeiten, Schallempfindungsschwerhörigkeiten, kombinierte Schwerhörigkeiten, auditorische Synaptopathie/auditorische Neuropathie und auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS), Tinnitus
  • Ohrmikroskopie (Richtwert: 100)
  • Diagnostik syndromaler und nicht-syndromaler Hörstörungen einschließlich Indikationsstellung zur weiterführenden interdisziplinären Behandlung und/oder zu interprofessionellen Förderkonzepten (Richtwert: 20)
  • Hörschwellen-Bestimmung mit altersbezogenen reaktions-, verhaltens- und spielaudiometrischen Verfahren mit Konditionierung (Richtwert: 50)
  • Altersbezogene Sprachaudiometrie mit offenen und geschlossenen Paradigmen (Richtwert: 50)
  • Altersbezogene Impedanzmessungen (Richtwert: 20)
  • Frequenzspezifische elektrische Reaktionsaudiometrie (ERA) mit Schlafauslösung (Richtwert: 50)
  • Diagnostik zentraler Hörstörungen und auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (Richtwert: 25)
  • Apparative Versorgung bei (sprach-)entwicklungsgestörten oder mehrfach behinderten Kindern
  • Versorgung mit konventionellen Hörsystemen und deren Evaluation (Richtwert: 50)
  • Indikationsstellung zur Versorgung von Hörstörungen mittels operativer Verfahren, z. B Cochlea-Implantation (Richtwert: 10)
  • Signalverarbeitungsstrategien und Anpassalgorithmen bei konventionellen Hörsystemen und Zusatzgeräten
  • Parazentesen (Richtwert: 20)
  • Einlage von Paukenröhrchen (Richtwert: 20)
  • Indikationsstellung für Tympanoplastiken
  • Indikationsstellung für Übertragungsanlagen
  • Gebrauchsschulung von Hörsystemen

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten findest du hier.