Überblick: Weiterbildung Innere Medizin und Pneumologie

Spezifische Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Innere Medizin und Pneumologie

Pneumologie

  • Prävention, Differentialdiagnose, Therapieoptionen, Rehabilitation und Nachsorge von Erkrankungen und Tumoren der Atmungsorgane
  • Diagnostik und konservative Therapie von pneumologischen Erkrankungen, davon
  1. der Atemwege, insbesondere Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Bronchiektasien
  2. der Lunge, insbesondere diffuse parenchymatöse Erkrankungen,
  3. des Lungenkreislaufs, insbesondere pulmonale Hypertonie, Lungenembolie, Vaskulitiden
  4. des Mediastinum, insbesondere Mediastinitis
  5. der Pleura, insbesondere Pneumothorax, Pleuritis und Pleuraempyem
  6. der Atempumpe, insbesondere bei thorakalen Deformitäten, neuromuskulären Erkrankungen, Atemantriebsstörungen
  • Vorsorge, Früherkennung, Behandlung und Rehabilitation von schlafbezogenen Atmungsstörungen, insbesondere obstruktive und zentrale Schlafapnoe, Hypoventilationssyndrome
  • Vorsorge, Früherkennung, Diagnostik, konservative Therapie und Rehabilitation thorakaler Tumorerkrankungen, insbesondere
  1. Lungenkarzinom
  2. pulmonale Metastasen anderer Tumore
  3. Pleuramesotheliom und andere pleurale Tumore
  4. mediastinale Tumore
  5. Tumore der Brustwand, Sarkome, Lymphome
  6. nicht-maligne intrathorakale Tumore
  • Vorsorge, Früherkennung, Diagnostik, konservative Therapie und Rehabilitation infektiologischer Erkrankungen der Atmungsorgane, insbesondere
  1. Pneumonie
  2. Lungenabszess
  3. Virus-, Pilz- und parasitäre Infektionen
  4. Tuberkulose
  5. nicht-tuberkulöse Mykobakteriosen
  • Vorsorge, Früherkennung, Diagnostik, konservative Therapie und Rehabilitation facharztkompetenzbezogener allergologischer und immunologischer Erkrankungen
  • Vorsorge, Früherkennung, Behandlung und Rehabilitation iatrogener sowie durch Arbeitsplatz- und Umwelteinflüsse verursachte Erkrankungen, insbesondere durch inhalative Noxen
  • Behandlung respiratorischer Notfälle, insbesondere akute Exazerbation chronischer Lungenerkrankungen sowie Notfallbehandlung von restriktiven und obstruktiven Lungenerkrankungen, neuromuskulären Erkrankungen, Thoraxschmerzen, akuter Dyspnoe, pulmonale Blutung, akute inhalative Lungenschäden, Thoraxtrauma
  • Mitbehandlung von Schwangeren mit pneumologischen Erkrankungen

Diagnostische Verfahren in der Pneumologie

  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von Laboruntersuchungen pneumologischer einschließlich allergologisch-immunologischen Erkrankungen
  • Funktionsuntersuchungen der Atmungsorgane einschließlich Rhinomanometrie, Peak Flow Monitoring, insbesondere
  1. Ganzkörperplethysmographie
  2. Bestimmung des CO-Transfer-Faktors
  3. Untersuchung von Atempump-Funktion und Atemmechanik
  4. unspezifische Hyperreagibilitätstestung der Atemwege
  5. Atemgasmessung
  6. Blutgase und Säure-Basen-Haushalt
  7. kardiopulmonale Belastungsuntersuchungen einschließlich Spiro-Ergometrie
  • Untersuchungen des Lungenkreislaufs einschließlich Rechtsherzkatheter
  • Unspezifische und allergenvermittelte Provokations- und Karenztests einschließlich epikutaner, kutaner, intrakutaner und inhalativer Tests
  • B-Modus-Sonographie der Thoraxorgane (ohne Herz) - Richtzahl: 100
  • Transthorakale B-/M-Modus-/Doppler-/Duplex-Echokardiographie
  • Transbronchiale und transösophageale Untersuchungen des Mediastinum und der Lunge
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation weiterer bildgebenden Verfahren

Endoskopische Verfahren

  • Bronchoskopie mit starrem Instrumentarium bei interventionellen Verfahren
  • Thorakoskopie
  • Biopsietechniken
  • Flexible Bronchoskopie (Richtzahl: 100), davon mit bronchoalveolärer Lavage (Richtzahl: 25)
  • Komplexe bronchologische Verfahren, z.B. Ventile, Stents, Coils, Thermoplastie
  • Bronchoskopisches Sekretmanagement, Blutstillung, Fremdkörperentfernung und Rekanalisation bei stenosierten Bronchien

Schlafmedizinische Diagnostik

  • Polysomnographien
  • Kardiorespiratorische Polygraphien

Beatmung

  • Extrakorporale Gasaustauschverfahren, nasaler Hochfluss Sauerstoff
  • Invasive und nicht-invasive Beatmungstherapie einschließlich der Beatmungsentwöhnung/-beendigung und Mitbehandlung außerklinisch beatmeter Patienten
  • Einstellung und Überwachung nächtlicher Überdrucktherapie bei schlafbezogenen Atmungsstörungen

Therapeutische Maßnahmen in der Pneumologie

  • Indikationsstellung zu thoraxchirurgischen Verfahren einschließlich Lungenvolumenreduktion und Lungentransplantation, auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit
  • Pleurodeseverfahren
  • Patientenschulung, insbesondere Tabakentwöhnung
  • Medizinische Trainingstherapie
  • Einleitung und Überwachung physiotherapeutischer Atemtherapie
  • Behandlung von tracheotomierten Patienten, insbesondere bei Langzeitbeatmung
  • Inhalationstherapie
  • Langzeitsauerstofftherapie
  • Erstellung eines Therapieplanes und Hyposensibilisierung allergischer Erkrankungen
  • Alternative therapeutische Verfahren zur Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen

Medikamentöse Tumortherapie und Supportivtherapie

  • Interdisziplinäre Indikationsstellung zu chirurgischen, strahlentherapeutischen, interventionellen und nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren
  • Regelmäßige Teilnahme an interdisziplinären Tumorkonferenzen, davon
  1. Falldarstellungen (Richtzahl: 20)
  • Pharmakologie und Wirkungsweise medikamentöser Tumortherapie
  • Indikationsstellung zur medikamentösen Tumortherapie unter Berücksichtigung von Komorbiditäten
  • Planung und Überwachung der medikamentösen Therapie bei Tumorerkrankungen der Facharztkompetenz einschließlich der Prävention, Erkennung und Behandlung spezifischer Nebenwirkungen von Tumortherapeutika
  • Medikamentöse Therapie bei Patienten mit Tumoren der Facharztkompetenz in Behandlungsfällen (Richtzahl: 100), davon
  1. zytostatisch
  2. zielgerichtet
  3. immunmodulatorisch
  4. antihormonell
  • Aspekte der Nachsorge bei medikamentöser Tumortherapie
  • Grundlagen der Supportivtherapie und Rehabilitation bei Tumorerkrankungen des Fachgebietes
  • Prophylaktische und interventionelle Supportivtherapie, insbesondere Antiemese, Ernährungsberatung und Diätetik einschließlich enteraler und parenteraler Ernährung, Infektionsprophylaxe und Therapie von Infektionen, Antikoagulation
  • Palliativmedizinische Betreuung bei Patienten mit lebenslimitierenden pneumologischen Krankheiten

Quellen: (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer 2018, Ärztestatistik 2019, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten findest du hier.