Überblick: Weiterbildung Neurologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie diagnostizieren und behandeln Erkrankungen des Nervensystems. Wie die Facharzt-Weiterbildung in diesem Bereich abläuft und wie lange sie dauert, erfährst Du im Beitrag.

Viacheslav Iakobchuk / Adobe Stock

Auf einen Blick: Weiterbildung (Facharztausbildung) Neurologie:

  • Definition: Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie beschäftigen sich mit den Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Zum Nervensystem gehören das Gehirn, das Rückenmark und die peripheren Nerven.
  • Dauer: Die Facharzt-Weiterbildung in der Neurologie dauert 60 Monate. Davon müssen 12 Monate in der Psychiatrie und Psychotherapie abgeleistet werden. Weitere 6 Monate müssen in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten abgeleistet werden.
  • Anzahl der Fachärzte: In Deutschland gibt es 8.751 Fachärzte für Neurologie. Davon sind 7.964 berufstätig. 2.237 arbeiten ambulant, 5.259 stationär in einer Klinik.

Der menschliche Körper wird durch mehr als 100 Milliarden Nervenzellen gesteuert – vom kleinen Zeh über das Rückenmark bis ins Gehirn: Nerven steuern die Bewegungen, die Sprache, die Gedanken und Empfindungen. Neurologen haben sich darauf spezialisiert, Störungen dieser komplexen Vorgänge zu diagnostizieren und zu behandeln. Erkrankungen, die in das Gebiet der Neurologie fallen, können die Lebensqualität der Patienten stark einschränken: Dazu gehören unter anderem Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsien, aber auch Hirntumore, Migräne oder Schlafstörungen.

Behandlung von Schlaganfällen: Hier zählt jede Minute

Die häufigste von Neurologen behandelte Erkrankung ist dabei der Schlaganfall. Dabei handelt es sich in Deutschland um die dritthäufigste Todesursache – Schätzungen zufolge versterben daran jedes Jahr etwa 63.000 Patienten. Da davon vor allem ältere Patienten betroffen sind, werden die Schlaganfälle künftig eher zunehmen, heißt es bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Allerdings haben sich die Behandlungsmöglichkeiten und Überlebenschancen der Patienten in den vergangenen Jahren stark verbessert. Behandlungsmöglichkeiten wie die systemische Lysetherapie und mechanische Thrombektomie sorgen dafür, dass die Patienten vor allem dann eine bessere Heilungschance haben, wenn sie frühzeitig in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Denn bei Schlaganfällen gilt: "Time is brain".

Neuroanatomie heißt im Medizinstudium auch, viele Fachbegriffe auswendig zu lernen. Warum sich Dr. med. Frédéric Zuhorn, Oberarzt und Facharzt für Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Bethel, dennoch für eine Weiterbildung in diesem Fachbereich entschieden hat, sagt er im Interview.

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Doch auch bei der Behandlung der Multiplen Sklerose haben Neurologen heute bessere Therapiemöglichkeiten als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Moderne Medikamente, die sowohl als Tabletten als auch als Spritzen verabreicht werden können, zielen dabei vor allem darauf ab, die Schubfrequenz zu reduzieren.

Neurologie: Wandel vom diagnostischen zum therapeutischen Fach

Auch in der Notfallmedizin spielt die Neurologie eine immer größere Rolle: nicht nur bei der Behandlung von Schlaganfällen, sondern z.B. auch bei Unfällen, nach denen Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert werden. Durch diese neuen Behandlungsmöglichkeiten wird die Neurologie zunehmend von einem eher diagnostischen zu einem immer stärker therapeutischen ärztlichen Fachgebiet. Und auch moderne bildgebende Verfahren und die immer genauere Erforschung der menschlichen Hirnstrukturen sorgen dafür, dass die Neurologie auch in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich ein innovatives Betätigungsfeld für Mediziner bleiben wird.

Traditionell ist die Neurologie eng mit der Fachrichtung Psychiatrie und Psychotherapie verbunden –  beide sich ursprünglich aus dem "Nervenarzt" hervorgegangen, seit 1950 sind beide Fächer aber voneinander getrennt. Übertragen auf IT-Systeme lässt sich das Zusammenspiel der beiden Disziplinen leicht erklären: Geht es bei der Neurologie eher um die "Hardware", steht bei der Psychiatrie die "Software" im Fokus. Heißt konkret: Während Neurologen sich um organische Störungen des Nervensystems kümmern, sind ihre Kollegen aus der Psychiatrie für die seelischen Vorgänge und Erkrankungen zuständig. Die enge Zusammenarbeit der beiden Fachgebiete zeigt sich auch daran, dass zu beiden Weiterbildungen jeweils ein Rotationsjahr in der anderen Disziplin gehört.

Neben den Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie arbeiten Neurologen auch sehr eng mit anderen Fachgebieten zusammen: Dazu zählen beispielsweise die Neurochirurgie und die Neuroradiologie, aber auch die Innere Medizin. Da das Netz der Nerven den gesamten Körper durchzieht, haben eigentlich alle anderen Fächer ebenfalls eine gewisse Schnittmenge mit der Neurologie.

Neurologe werden: Die Weiterbildung (Facharztausbildung) im Überblick

Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildungszeit in der Neurologie beträgt 60 Monate unter Befugnis an Weiterbildungsstätten, davon

  • müssen 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten abgeleistet werden

  • müssen 12 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie abgeleistet werden

Inhalte der Weiterbildung

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Neurologie

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Grundlagen der Begutachtung, Vorsorgevollmacht, Betreuung und Geschäftsfähigkeit
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung
  • Erstellung von Rehabilitationsplänen, Überwachung und epikritische Bewertung der Anwendung von Rehabilitationsverfahren
  • Neurologische Anamneseerhebung und Untersuchung unter Berücksichtigung biographischer und psychosozialer Zusammenhänge, psychogener Symptome und somatopsychischer Reaktionen, auch unter Einbezug von Angehörigen/relevanten Drittpersonen, einschließlich Erhebung des neuropsychologischen und psychopathologischen Befundes
  • Hirnnervensyndrome, zerebrale Syndrome einschließlich Störungen des Bewusstseins, zerebelläre Syndrome, Hirnstamm-Syndrome, Rückenmarkssyndrome, Syndrome der peripheren Nerven und der Muskeln, vegetative Syndrome, Schmerz, Gangstörungen und Stürze, Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen
  • Aufklärung von und situationsgerechte Kommunikation mit Patienten mit reduzierter Auffassungs- und Gedächtnisleistung, eingeschränkter affektiver und autopsychischer Wahrnehmungsfähigkeit sowie Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit einschließlich der Beratung Angehöriger
  • Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • Teilnahme an interdisziplinären Teambesprechungen
  • Indikationsstellung und Nebenwirkungen von Schmerztherapie, Psychopharmakotherapie und neurologischer Pharmakotherapie einschließlich Immun- und Chemotherapien
  • Bedeutung molekulargenetischer Signaturen

Neurologische Notfälle

  • Erstversorgung neurologischer Notfälle, insbesondere

    • neurovaskuläre Notfälle einschließlich intrakranieller Blutungen
    • vigilanzgeminderte und komatöse Patienten
    • epileptische Anfälle einschließlich Status epilepticus
    • spinale Notfälle
    • hypokinetische Krisen
    • myasthene Krisen
    • Meningitiden/Enzephalitiden
    • Eklampsie/Präeklampsie
    • Schwindel
    • Intoxikationen
    • psychiatrische Notfälle, Verwirrtheitszustände, Delir einschließlich Alkoholentzugssyndrome, maligne Hyperthermie und malignes neuroleptisches Syndrom

  • Erstversorgung eines Schlaganfalls einschließlich systemischer Lyse
  • Diagnostik und Erstversorgung von Schädel-Hirn-Traumata, traumatischen Rückenmarksverletzungen

Diagnostische Verfahren

  • Elektroenzephalographien (Richtzahl: 200)
  • Durchführung und Befunderstellung von Elektromyographien (EMG, Richtzahl: 100)
  • Durchführung und Befunderstellung evozierter Potentiale (MEP, SSEP, VEP, AEP, Richtzahl: 200)
  • Durchführung und Befunderstellung von Elektroneurographien (NLG, Richtzahl: 100)
  • Elektrophysiologische Funktionsdiagnostik des autonomen Nervensystems (Richtzahl: 25)
  • Sonographische Untersuchungen von Nervensystem, Nerven und Muskeln
  • Doppler-/ Duplexsonographien extra- und intrakranieller hirnversorgender Gefäße (Richtzahl: 200)
  • Durchführung und Befunderstellung von Funktionsanalysen bei Schluckstörungen (Richtzahl: 25)
  • Durchführung und Befunderstellung von neurootologischen Untersuchungen, z.B. Verfahren zur Nystagmusprüfung (Richtzahl: 25)
  • Punktionen des Liquorraumes (Richtzahl: 50)
  • Anlage zentralvenöser Zugänge
  • Indikationsstellung und Befundinterpretation von Computertomographie- und Magnetresonanztomographieuntersuchungen (Richtzahl: 100)

Neurologische Intensivmedizin

  • Differentialdiagnostisches Management bei Störungen des Bewusstseins einschließlich der Einteilung in Schweregrade
  • Neurologische Untersuchung von analgosedierten Patienten
  • Methodische Grundlagen des (invasiven) Neuromonitorings
  • Hirnödemtherapie
  • Management vegetativer Krisen und zentraler Atemregulationsstörungen
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapien einschließlich der Erstellung von Therapieplänen zur parenteralen Ernährung
  • Störungen des Säure-Basen- und des Elektrolyt-Haushaltes
  • Grundlagen der Beatmungstechniken
  • Durchführung von Intubationen (Richtzahl: 10)
  • Critical-Illness-Myopathie und Neuropathie
  • Einschätzung der Prognose bei anoxischer Hirnschädigung und residuellen Defektsyndromen
  • Angehörigengespräche bei irreversiblem Hirnfunktionsausfall
  • Durchführung des Verfahrens zur Feststellung des endgültigen, nicht behebbaren Ausfalls der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms gemeinsam mit einem hierfür qualifizierten Facharzt

Neuropsychologie

  • Grundlagen neuropsychologischer/verhaltensneurologischer Syndrome nach Hirnschädigung und bei Hirnfunktionsstörungen
  • Grundlagen kognitiver Störungen sowie von Störungen der Emotion, Motivation und Persönlichkeit
  • Durchführung und Befunderstellung von standardisierten Testverfahren und Skalen bei neuropsychologischen/verhaltensneurologischen Störungen (Richtzahl: 50)
  • Neuro- und Psychopharmakotherapie bei neuropsychologischen Störungen
  • Therapieplanung einschließlich Festlegung und Überprüfung von Therapiezielen sowie Einleitung von Maßnahmen zur Wiedereingliederung in das Erwerbsleben und in das soziale Umfeld

Geriatrische Krankheitsbilder

  • Typische Krankheitsbilder des alternden Menschen einschließlich gerontopsychiatrischer Erkrankungen
  • Geriatrisches Assessment einschließlich Test-, Untersuchungs- und Schätzskalen zur Einordnung und Behandlung von geriatrischen Syndromen und deren Krankheitsfolgen
  • Pharmakotherapie im Alter, insbesondere bei der Behandlung mit zentralnervös-wirksamen Medikamenten
  • Einleitung von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Selbständigkeit und Minderung der Pflegebedürftigkeit sowie zur Sicherung von Geschäftsfähigkeit bzw. Vorsorgevollmacht/Betreuung und von Pflege
  • Besonderheiten der geriatrischen Rehabilitation sowie der neurologischen Rehabilitation im Alter
  • Prophylaxe alterstypischer und altersassoziierter körperlicher und seelischer Erkrankungen sowie von Immobilität, Gangstörungen und Stürzen

Neuro-Rehabilitation

  • Neurologische und physikalische Behandlungsverfahren und soziotherapeutische Maßnahmen einschließlich Physiotherapie, Logopädie, Neuropsychologie und Ergotherapie
  • Indikationsstellung für neurologische Rehabilitationsverfahren, Erstellung von Rehabilitationsplänen, Überwachung und epikritische Bewertung der Anwendung der Rehabilitationsverfahren, insbesondere

    • Beantragung von Phase B-Frührehabilitation

Schmerzbehandlung

  • Therapieoptionen bei Schmerzsyndromen, insbesondere Neuralgien, sympathisch unterhaltenen Schmerzen und chronischen Schmerzsyndromen
  • Diagnostik und Therapie von Kopf- und Gesichtsschmerzen, zentralen und peripheren Schmerzsyndromen

Erkrankungen der Hirnnerven und des Hirnstamms

  • Diagnostik und Therapie isolierter und kombinierter Hirnnervenerkrankungen
  • Diagnostik von typischen Hirnstamm-Syndromen

Vaskuläre Erkrankungen

  • Risikofaktoren und Symptome zerebraler Ischämien, intrakranieller Blutungen einschließlich Subarachnoidalblutungen sowie intrakranieller Sinus- oder Venenthrombosen
  • Diagnostik und Therapie ischämisch verursachter neurologischer Erkrankungen
  • Diagnostik und Therapie intrakranieller Blutungen
  • Diagnostik und Therapie der Subarachnoidalblutungen sowie Vasospasmustherapie
  • Diagnostik und Therapie intrakranieller Sinus- oder Venenthrombose
  • Risikofaktoren sowie Symptome von Rückenmarksgefäßen ausgehender Erkrankungen
  • Diagnostik und Therapie vaskulär bedingter Erkrankungen des Rückenmarks
  • Primär- und Sekundärprophylaxe vaskulärer Erkrankungen

Infektiöse Erkrankungen

  • Klinische Manifestationen und Therapieprinzipien von Infektionserkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskeln einschließlich des Erregerspektrums
  • Septische Enzephalopathie
  • Diagnostik und Therapie von neurologischen Infektionserkrankungen, insbesondere Meningitis/Enzephalitis einschließlich Neurolues, Tuberkulose, Borreliose und der HIV-Erkrankung

Autoimmunerkrankungen

  • Verlaufsformen und sozialmedizinische Aspekte der Multiplen Sklerose und anderer demyelinisierender Erkrankungen
  • Diagnostik einschließlich der MRT-Kriterien der zeitlichen und räumlichen Dissemination, Schubdefinition, Akuttherapie und immunmodulatorische Therapie der Multiplen Sklerose
  • Grundlagen der Antikörperdiagnostik und Therapie anderer Autoimmunerkrankungen des Zentralnervensystems einschließlich ZNS-Manifestationen von systemischen Autoimmunerkrankungen, paraneoplastischer und autoimmuner Erkrankungen, z. B. Neuropil-AK assoziierten Enzephalitiden
  • Diagnostik und Therapie von autoimmun bedingten einschließlich paraneoplastisch bedingten Erkrankungen der Plexus, der peripheren Nerven, der neuromuskulären Endplatte und des vegetativen Nervensystems, insbesondere

    • neuralgische Schulteramyotrophie
    • Guillain-Barré Syndrom (GBS)
    • chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)
    • Myasthenia gravis und andere myasthene Syndrome

  • Diagnostik und Therapie von autoimmun bedingten einschließlich paraneoplastisch bedingten Myopathien, insbesondere

    • Polymyositis
    • Dermatomyositis
    • Polymyalgia rheumatica
    • Einschlusskörperchenmyositis

Metabolische Erkrankungen

  • Metabolische und endokrine Enzephalopathien, Neuropathien und Myopathien einschließlich Mitochondriopathien
  • Diagnostik und Therapie neurologischer Komplikationen des Diabetes mellitus
  • Diagnostik und Therapie neurologischer Komplikationen der Niereninsuffizienz
  • Toxische und medikamentös induzierte Enzephalo-, Neuro- und Myopathien
  • Diagnostik und Therapie alkohol-assoziierter neurologischer Erkrankungen
  • Diagnostik und Therapie chemotherapieassoziierter neurologischer Erkrankungen

Tumorerkrankungen

  • Diagnostik, konservative Therapie und Prognose primärer intrakranieller und spinaler Tumore sowie Tumore der peripheren Nerven einschließlich intrathekaler Therapie
  • Diagnostik, konservative Therapie und Prognose von Hirnmetastasen unter Berücksichtigung typischer Primärtumore
  • Mitwirkung bei der systemischen Tumortherapie sowie der supportiven Therapie bei soliden Tumorerkrankungen der Facharztkompetenz

Traumatisch bedingte Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems

  • Diagnostik und konservative Therapie von Schädel-Hirn-Traumata oder Verletzungen des Rückenmarks
  • Diagnostik und konservative Therapie traumatisch verursachter Nerven- und Nervenwurzelkompressionen bzw. der Nervengeflechte einschließlich typischer Engpasssyndrome

Epileptische und andere anfallsartig auftretende Erkrankungen

  • Anfallssemiologie und Einteilung von Anfällen
  • Diagnostik anfallsartiger Störungen des Bewusstseins einschließlich Synkopen
  • Diagnostik, Therapie und Prognose epileptischer Erkrankungen einschließlich Beratung zu rechtlichen Implikationen und Lebensplanung
  • Diagnostik, Therapie der Altersepilepsie bei degenerativen, vaskulären und anderen zerebralen Läsionen
  • Besonderheiten der Pharmakologie von Antikonvulsiva

Schlafstörungen

  • Neurologisch relevante Schlaf- und Vigilanzstörungen einschließlich Narkolepsie und Schlaf-Apnoesyndrom

Erkrankungen des peripheres Nervensystem

  • Diagnostik und konservative Therapie von Erkrankungen des peripheren Nervensystems einschließlich elektrophysiologischer Lokalisationsdiagnostik, insbesondere von

    • Syndromen des Plexus brachialis und Plexus lumbosacralis
    • Syndromen der Nervenwurzeln
    • Polyneuropathien
    • Syndromen einzelner peripherer Nerven und ihrer Abschnitte
    • typischen Engpasssyndromen
    • Blasen-, Mastdarmfunktions- und Erektionsstörungen

  • Diagnostik und Therapie des Morbus Parkinson und anderer degenerativer hypokinetisch-rigider oder hyperkinetischer Syndrome einschließlich relevanter Skalen
  • Indikationsstellung und Betreuung von Patienten mit invasiven Therapieverfahren
  • Botulinumtoxin-Therapie zur Behandlung von Dystonien und Spastik
  • Differentialdiagnostik von Gangstörungen und bei Stürzen einschließlich posturaler Störungen
  • Diagnostik und Therapie der Alzheimer-Demenz einschließlich der Abgrenzung zu anderen Demenzsyndromen, organisch und nicht-organisch bedingten kognitiven Störungen im Alter
  • Diagnostik und Therapie hereditärer degenerativer Erkrankungen und anderer degenerativer Erkrankungen wie amyotrophe Lateralsklerose, spinale Muskelatrophie

Fachgebundene genetische Beratung

  • Grundlagen hereditärer und multifaktorieller Krankheitsbilder und Entwicklungsstörungen
  • Interpretation und Aussagekraft genetischer Untersuchungsergebnisse (Sensitivität, Spezifität, prädiktiver Wert)
  • Methodische, psychosoziale und ethische Aspekte der genetischen Beratung und Diagnostik einschließlich pharmakogenetischer Tests
  • Erkennung fachbezogener genetisch bedingter Krankheitsbilder oder Entwicklungsstörungen
  • Fachgebundene genetische Beratung bei diagnostischer und prädiktiver genetischer Untersuchung

Psychiatrie im Rotationsjahr

  • Psychiatrische Anamnese und differentialdiagnostische psychopathologische Befunderhebung insbesondere von Störungen der Affektivität, des formalen und inhaltlichen Denkens, der Wahrnehmung und Ich-Störungen
  • Erkennung von Suizidalität
  • Anamneseerhebung bei Menschen mit substanzabhängigen und substanzunabhängigen Abhängigkeitserkrankungen einschließlich der Berücksichtigung der Motivationsentwicklung und des sozialen Umfeldes
  • Psychiatrisch-psychotherapeutische Gesprächsführung
  • Grundlagen der psychiatrischen Krankheitslehre und Diagnostik
  • Grundlagen der Therapie von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Störungen im Alter
  • Qualifizierte Entzugsbehandlung aller stoffgebundenen Süchte, z.B. Alkohol, Medikamente, Nikotin und illegale Drogen
  • Erkennung von und Umgang mit

    • somatoformen Störungen
    • organischen Psychosen
    • bipolaren Störungen
    • unipolaren Depressionen
    • Abhängigkeitserkrankungen, insbesondere Alkoholabhängigkeit

  • Deeskalierende Maßnahmen im Vorrang zu Zwangsmaßnahmen

Quellen: Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer 2018, Ärztestatistik 2019, Deutsche Gesellschaft für Neurologie

Die Richtlinien der Weiterbildungsordnung können ganz schön verwirrend sein. Wie lange dauert die jeweilige Weiterbildung? Welche Inhalte gibt es? Welche Anlaufstellen kann man bei Fragen kontaktieren? Alle Antworten findest du hier.

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