Das Gehirn sei noch weitestgehend unerforscht, daher werde sich in nächster Zeit in der Neurologie noch sehr viel tun. Außerdem sei die Neurologie das Notfallfach schlechthin, da neben Herzinfarkten eben auch Schlaganfälle eine sehr hohe Inzidenz in der Bevölkerung haben. „Neurologen sind also in erster Linie Notfallmediziner“, sagte Burghaus.
Ein großer Unterschied zu anderen Fächern sei, dass man seine Patienten ein Leben lang behandelt und auch als Berater und Begleiter fungiert. „Eine Multiple Sklerose oder Epilepsie sind eben andere Krankheitsbilder als ein Beinbruch“. Die drei Säulen der modernen Neurologie seien der Notfall, die Begleitung sowie die Altersmedizin, darunter fallen beispielsweise auch neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer und Co.
„Sie müssen an Menschen arbeiten wollen, dürfen keine Scheu haben“, sagte Burghaus. Die Neurologie sei eine Arbeit mit dem Kopf, den Händen und den Sinnen. Die Diagnosestellung erfolge zu 80 bis 90 Prozent ohne Zusatzuntersuchung, daher seien Neurologen auch „die billigsten Ärzte.“ Burghaus fasziniert, wie man mit einiger Erfahrung nur durch Gespräche mit den Patienten bzw. der Beobachtung und einfacher Untersuchungen die Diagnose stellen kann. Und: „Auch als Chefarzt bin ich noch 60 bis 70 Prozent des Tages mit Patienten beschäftigt!"
Quelle: PD Dr. med. Lothar Burghaus: "Mit guten Nerven - Erfolgreich in der Neurologie". Operation Karriere Kongress Köln, 26. November 2016.