Innere Medizin: Vielfalt und Freiräume

Die Innere Medizin gehört zu den beliebtesten Fächern – und das aus gutem Grund, denn die Arbeitsmöglichkeiten und Karriereaussichten sind vielfältig, vor allem mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung.

Innere Organe

Arbeiten in der Inneren Medizin bedeutet Vielfalt. | AG-Visuell/Fotolia

Arbeiten in der Inneren Medizin bedeutet Vielfalt: Denn die Arbeitsfelder für Internistinnen und Internisten reichen von A wie Angiologie bis hin zur internistischen Intensivmedizin. Nicht minder vielgestaltig sind die Patienten, mit denen Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin zu tun haben. Doch gerade das macht für viele Ärztinnen und Ärzte den Reiz dieses Fachs aus.

Beliebtestes Fachgebiet

Das spiegelt sich auch darin wider, dass die Innere Medizin neben der Chirurgie das beliebteste Fachgebiet bei Medizinstudierenden ist. Die Innere Medizin umfasst nach der aktuellen Musterweiterbildungsordnung neun verschiedene Facharztkompetenzen, wobei durchaus auch mehrere Facharzttitel in diesem Gebiet oder in Kombination mit Titeln aus anderen Gebieten erworben werden können.

Von dieser Möglichkeit hat zum Beispiel Dr. med. Mariam Abu-Tair Gebrauch gemacht. „Ich arbeite in meinem Traumberuf“, so die Fachärztin für Innere Medizin, Nephrologie und Notfallmedizin. Ihr Entschluss, Ärztin zu werden, stand bereits früh fest, zumal ihr ihre Eltern die Innere Medizin mit viel Herzblut vorgelebt haben. „Dieses und meine Arbeit als studentische Hilfskraft auf einer internistischen Intensivstation während des Studiums zeigten mir den Facettenreichtum dieses Fachgebietes, sodass eigentlich nie ein anderes Fach für mich infrage kam“, betont Abu-Tair. Als Internistin und Nephrologin habe sie den Bereich für sich gefunden, der eine optimale Kombination aus Intensivmedizin, ambulanter Medizin und auch ein wenig hausärztlicher Tätigkeit mit sich bringt.

Doch egal, welchen Schwerpunkt man nimmt, eins ist gewiss: Die Innere Medizin wird gerade aufgrund ihrer Vielgestaltigkeit immer den zentralen Platz in der Patientenversorgung einnehmen, dies nicht zuletzt aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der damit einhergehenden Zunahme internistischer Krankheitsbilder. „Über sechs Millionen Deutsche leiden heute schon an Diabetes - Tendenz steigend. Bis 2030 wird ein Drittel der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein. Viele von ihnen sind dann multimorbide – sprich an mehreren Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz erkrankt“ , teilen die Fachgesellschaft der Inneren Medizin mit.

Angiologie groß im Kommen

Neben den Problemen durch Mehrfacherkrankungen und durch schwierige oder komplexe Diagnosen, stellen auch die Prävention und Therapie akuter und chronischer Erkrankungen sowie die palliative Betreuung spezielle Betätigungsfelder der Inneren Medizin dar.

Attraktiv ist auch der jüngste Zweig der Inneren Medizin, die Angiologie. „Die Patientenzahl steigt rasant, daher bietet dieser Bereich gute Zukunftsaussichten“, machte Dr. med. Gabriela Marin, Oberärztin der Klinik für Angiologie und interventionelle Gefäßmedizin am Agaplesion Bethesda Krankenhaus beim Fachkongress Operation Karriere im Dezember letzten Jahres in Köln deutlich. So leiden allein 39 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen über 80 Jahre an einer chronisch peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

Aber auch andere Schwerpunkte bieten gute Karrierechancen. Das gilt sowohl für die Tätigkeit in einer Klinik als auch für die Niederlassung zum Beispiel als internistischer Hausarzt. „Es macht einfach unendlich viel Spaß“, so Dr. med. Wolfgang Blank, Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin.

Eins jedenfalls gilt aus Sicht von Priv. Doz. Dr. med. Werner Hofmann von der Klinik für Frührehabilitation und Geriatrie am Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster für jeden internistisch weitergebildeten Facharzt: der Internist ist der Kriminalist unter den Medizinern, denn „er ist fit für den Notfall, er riecht das Risiko, er nimmt sich Zeit, er schaut auf den Befund, er untersucht die Umgebung, er erforscht den psychosozialen Kontext, er erhebt die Krankengeschichte, und er fragt: Warum?“

Quelle: Dieser Artikel ist erschienen im Deutschen Ärzteblatt, Heft 14, S.12, 8. April 2016

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