Gesunde Ernährung trotz Klinikstress

Egal, ob man noch studiert, in der Facharztausbildung steckt oder als Oberarzt Verantwortung trägt, Stress hat ein Mediziner immer. Und wer Stress hat, hat keine Zeit. Weder für Ruhepausen, noch für eine ausgeglichene Ernährung. Dann schlürft man lieber die nächste Tasse Kaffee und bricht sich einen Riegel der griffbereiten Jumbotafel Schokolade ab, als die Zeit in der Küche mit Gemüse schnippeln zu verbringen.

Die rote Paprika ist eine Vitamin C-Bombe | NicoleKöhler/pixabay

Im Laufe der Jahre nimmt das Gewicht dann zu, ohne dass man etwas dagegen tun kann. Denn Zeit für Ausgleich oder Sport ist ja nicht vorhanden. Oder es geht in die entgegengesetzte Richtung und man vergisst vor lauter Arbeit zu essen. Eine Medizinstudentin aus Jena hat Anfang der 2000er Jahre in ihrer Dissertation untersucht, wie viele Studenten und Schüler an einer subklinischen Essstörung leiden. Das Ergebnis: Rund 30 Prozent der getesteten Medizinstudentinnen waren subklinisch essgestört, der höchste Wert unter allen Studentengruppen.

Zur Dissertation über subklinische Essstörungen bei Schülern und Studenten von Katja Aschenbrenner (PDF)

Natürlich weiß jeder eigentlich selbst, wie man seine Ernährung gesünder gestalten kann. Hier, zur Erinnerung und als Appell an das schlechte Gewissen, ein paar Vorschläge.

Der Klassiker: Frisches Obst

Wer „durchhängt“ und Treibstoff für seinen Serotinin-Haushalt benötigt, muss nicht zwangsläufig zu einer Tafel Schokolade greifen. Studien haben ergeben, dass die Mischung aus einer Banane und einer Vanilleschote ebenfalls die Serotonin-Ausschüttung ankurbelt. Und wer es besonders süß mag, isst einfach eine reifere Banane. Denn je reifer sie ist, desto mehr Zucker enthält sie.

Wer noch ein paar mehr Minuten in die Essensvorbereitung investieren kann, bereitet sich einen Obstsalat zu. Dabei tut die Kombination verschiedener Obstsorten kleine Wunder. So haben Neurowissenschaftler herausgefunden, dass der gleichzeitige Verzehr von Pfirsich und Melone nervenstärkend und stressmindernd wirkt. Isst man nur eine der beiden Obstsorten, zeigt sich diese Wirkung nicht.

Paranüsse: Der natürliche Stresshemmer

Um die reichhaltigste natürliche Quelle von Selen überhaupt auszuschöpfen, muss nur ein Tütchen aufgerissen werden. Keine andere Nuss beruhigt die Nerven so gut wie Paranüsse (pro Nuss 70 – 90 Mikrogramm Selen). Einer Studie der University of Wales zufolge reichten bei den Probanden pro Tag nur drei Paranüsse, um nach einem Zeitraum von drei Monaten die Stimmung zu heben, Ängste zu senken und die Energiereserven zu steigern.

Grüner Tee

Warum nicht eine Tasse Kaffee am Tag durch eine Tasse grünen Tee ersetzen? In grünem Tee ist die Aminosäure L-Theanin enthalten. Durch L-Theanin wird die Bildung von Alpha-Wellen im Gehirn gefördert, sie wiederum fördern unsere Entspannung.  

Paprika

Stress erhöht unseren Vitamin C-Verbrauch. Die rote Paprika hilft diesen Vitaminspeicher wieder aufzufüllen. Sie enthält nicht nur doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen, sondern liefert auch viel Karotin, das der Körper in das für unser Immunsystem wichtige Vitamin A umwandelt. Außerdem enthalten rote Paprika wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Und, vielleicht das wichtigste Argument: sie muss nur gewaschen werden und kann dann sofort verspeist werden. Zeitaufwand: fünf Sekunden.

Joghurt

Joghurt enthält Vitamin B, Calcium und Magnesium. Außerdem wird der Körper mit Eiweiß versorgt, das leicht verdaulich ist. Wer es süß mag, gibt kleine Vitaminbonbons wie Brombeeren, Himbeeren oder andere frische Früchte hinzu. Dann ist der Hunger nach Süßem gestillt ohne dass man zur Schokolade gegriffen hat.

Eigentlich ist das mit der Ernährung also gar nicht so kompliziert. Schon ein paar kleine Veränderungen im Ernährungsplan können unser Wohlbefinden steigern. In diesem Sinne: Bon Appetit!